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FRANKFURT (awp international) - Das schwere Erdbeben in Japan sowie anhaltende Sorgen um die Lage im Nahen Osten haben dem deutschen Aktienmarkt am Freitag Verluste beschert. Am Nachmittag gab der Dax um 0,91 Prozent auf 6.999,12 Punkte nach und lag damit unter der psychologisch wichtigen Marke von 7.000 Punkten. Bereits an den beiden vorangegangenen Handelstagen hatte der Leitindex im Minus geschlossen. Der MDax der mittelgrossen Werte sank am Freitag um 1,16 Prozent auf 10.034,17 Punkte, der TecDax büsste 1,16 Prozent auf 868,71 Punkte ein.
Laut Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research mache sich die Angst breit, dass es zu weiteren Erdstössen in Japan kommen könnte. Für den schwachen Gesamtmarkt sei allerdings die unsichere Lage in Saudi-Arabien und die damit verbundene Sorge um die dortige Ölförderung ein möglicherweise noch wichtigerer Faktor. Laut Medienberichten hatten saudische Sicherheitskräfte am Donnerstag angeblich in der Stadt Katif am Persischen Golf das Feuer auf Demonstranten eröffnet. "Die Börsen sind weiterhin deutlich verunsichert, wie all das einzuschätzen ist", sagte der Experte.
FLUTWELLE BELASTET RÜCKVERSICHERER - K+S LEIDEN UNTER AKTIENPLATZIERUNG
Nach den Erdbeben in Japan und der folgenden Flutwelle gehörten Rückversicherer zu den grössten Verlierern. Die Aktien von Munich Re sackten im Dax um 5,10 Prozent auf 110,80 Euro ab, und die Papiere des Konkurrenten Hannover Rück büssten am MDax-Ende 4,52 Prozent auf 38,955 Euro ein. Die Folgen des Bebens sind zwar noch nicht absehbar, Händler verwiesen jedoch auf Aussagen der Munich Re vom Vortag. Der weltgrösste Rückversicherer hatte erklärt, er müsse um sein Gewinnziel für 2011 bangen, falls es nach den schweren Naturkatastrophen in Australien und Neuseeland zu weiteren Grossschäden kommen werde. Die Aktien des Versicherers Allianz büssten derweil 2,43 Prozent ein.
Am Dax-Ende lagen allerdings die Papiere des Salz- und Düngemittelherstellers K+S , die wegen einer Aktienplatzierung von BASF um 5,16 Prozent auf 51,44 Euro abrutschten. Der Chemiekonzern hat durch den Verkauf der Anteile zirka eine Milliarde Euro eingenommen und will damit seinen Schuldenstand reduzieren. Die 19,7 Millionen K+S-Aktien seien für 50 Euro das Stück platziert worden, hiess es. Die BASF-Titel lagen indes mit 0,39 Prozent im Minus bei 58,50 Euro.
Unter den wenigen Gewinnern im Dax waren dagegen Versorgeraktien. Eon gewannen 1,23 Prozent auf 23,13 Euro und RWE legten 1,10 Prozent zu. Händler verwiesen einhellig auf den defensiven Charakter der beiden Werte, weshalb sie in einem schwachen Markt gefragt seien.
AUSBLICK VON FRAPORT UNTERSCHIEDLICH AUSGELEGT
Zahlen gab es am Freitag nur vom Flughafenbetreiber Fraport , dessen Papiere sich mit einem Minus von 0,61 Prozent auf 50,41 Euro etwas besser als der Gesamtmarkt schlugen. Ein Händler sah die Ergebnisse für 2010 als "mehr oder weniger" im Rahmen der Erwartungen an. Unterschiedlich wurde allerdings der Ausblick aufgenommen. Der Börsianer bezeichnete diesen als operativ etwas enttäuschend. Analyst Johannes Braun von der Commerzbank sah ihn dagegen als "solide" an./tih/chs

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