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AKTIEN FRANKFURT: Verluste - Griechenland-Treffen enttäuscht, Banken im Minus

FRANKFURT (awp international) - Die verschobene Griechenland-Lösung hat die Aktienanleger am Montag enttäuscht. Der Dax etwa verlor gegen Mittag 1,13 Prozent auf 7.082,94 Punkte. In der Vorwoche hatte der Leitindex noch nach einer Durststrecke von sechs Verlustwochen in Folge wieder ein Plus von 1,33 Prozent eingefahren und in Hoffnung auf Fortschritte in Griechenland vor dem Wochenende einen erneuten Befreiungsschlag versucht. Der MDax der mittelgrossen Werte sank um 0,96 Prozent auf 10.429,44 Punkte, für den TecDax ging es um 0,58 Prozent auf 865,47 Punkte nach unten.
Nach ihrem Treffen am Sonntag kamen die Euro-Finanzminister zu Wochenbeginn erneut in Luxemburg zusammen, um über die Rettung Griechenlands vor der drohenden Staatspleite zu beraten. Bis weit in die Nacht dauernde Krisenberatungen der Ressortchefs hatten lediglich ergeben, dass es endgültige Entscheidungen frühestens Anfang Juli geben wird.
VERZÖGERUNGEN BEI GRIECHENLAND-FRAGE
"Die Verzögerungen bei der Suche nach einer Lösung für das hoch verschuldete Griechenland belasten zunehmend die Märkte", sagte Analyst Frank Geilfuss vom Berliner Bankhaus Löbbecke. Die Präsentation der Verantwortlichen in der EU als ein vielstimmiger Chor steigere die Verunsicherung unter den Anlegern zusätzlich.
Finanzwerte wie Deutsche Bank , Commerzbank und Allianz zählten angesichts der Beratungen der Eurofinanzminister über die Griechenland-Krise zu grössten Verlierern im Dax. Sie fielen zwischen 1,46 und 2,24 Prozent. Zwar wurde die grundsätzliche Einigung getroffen, dass Banken und Versicherungen sich freiwillig an den Kosten beteiligen sollen. Endgültige Entscheidungen soll es aber erst Anfang Juli nach einem erneuten Sondertreffen geben, sobald das griechische Parlament Ende Juni die Gesetze zu weiteren Sparmassnahmen verabschiedet hat. "Wenn sich die EU, der IWF und die EZB nicht mit den Griechen auf gemeinsame Massnahmen einigen können, wird dies katastrophale Folgen auf den Bankensektor haben", folgerte Marktstratege David Buik von IG Markets und zog dabei einen Vergleich zur Lehman-Pleite vor drei Jahren.
BASF SCHWACH WEGEN SORGEN UM CHINA
Zudem fielen die Aktien von BASF um 1,67 Prozent auf 62,23 Euro. Börsianer verwiesen auf die Erwartung einer leichten Abschwächung der Nachfrage in China, die die Papiere wegen der Bedeutung des Marktes belaste.
Die Titel von MAN aber schlugen sich mit einem nur kleinen Minus von 0,16 Prozent auf 94,02 Euro besser als der Dax. Händler empfanden Aussagen von Vorstandschef Georg Pachta-Reyhofen in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" als stützend für die Aktien des Lastwagenbauers. Demnach übertrifft das Geschäft im laufenden Jahr die Prognosen.
ADIDAS PROFITIEREN VON FRAUEN-WM
Adidas-Titel lagen zuletzt als bester Dax-Wert prozentual unverändert bei 51,02 Euro. Analyst Christian Hamann von der Hamburger Sparkasse (Haspa) verwies auf Aussagen von Unternehmenschef Herbert Hainer in der "Nürnberger Zeitung", wonach sich der Sportartikel-Hersteller von der Frauenfussball-WM in Deutschland einen kleinen Umsatzschub erwartet.
Die Papiere von Drillisch kletterten an der TecDax-Spitze um 6,20 Prozent auf 7,868 Euro nach oben, Freenet verbesserten sich um immerhin noch 0,71 Prozent. Freenet-Grossaktionär Drillisch hat seinen Anteil an dem Mobilfunkprovider kräftig auf 21,86 Prozent der Anteile aufgestockt. Zuvor hatte die "Financial Times Deutschland" bereits berichtet, dass Drillisch fast vier Jahre nach dem gescheiterten ersten Versuch einer kompletten Übernahme nun einen erneuten Anlauf startet.
NORMA UND GSW NEU IM SDAX
Schliesslich standen im SDax die Aktien des Anbieters von Produkten und Dienstleistungen für die Verbindungstechnik, Norma Group, und die Titel von GSW Immobilien im Blick. Zu Handelsbeginn hatten die Papiere in dem Nebenwerte-Index die Anteilsscheine von Colonia Real Estate und von der Homag Group ersetzt. Während die Norma-Aktien um 1,26 Prozent nachgaben, verbuchten die GSW-Titel nur ein Minus von 0,43 Prozent./la/ag

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