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FRANKFURT (awp international) - Der deutsche Aktienmarkt dürfte am Donnerstag mit moderaten Gewinnen in den Handel starten. Starke Geschäftsberichte deutscher Konzerne würden die enttäuschenden US-Konjunkturdaten vom Vortag mehr als wettmachen, sagten Börsianer. Der X-Dax als ausserbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex stand gegen 8.10 Uhr bei 6.190 Punkten und damit 0,19 Prozent über seinem Stand zum Xetra-Schluss am Mittwoch. Der Future auf den US-Leitindex Dow Jones (DJIA) zeigte sich seit dem Xetra-Schluss am Vortag fast unverändert, nachdem am Mittwoch die US-Börsen mit Verlusten geschlossen hatten. In Tokio gab der Nikkei-225-Index ebenfalls nach.
Die Berichtssaison in Deutschland läuft unterdessen auf Hochtouren: Allein sechs Dax-Unternehmen stehen an diesem Tag mit ihren Geschäftsberichten im Fokus. Sehr positiv stechen bereits Siemens, Merck und BASF hervor und auch die Aussagen der Lufthansa wurden positiv gewertet.
SIEMENS NOCH OPTIMISTISCHER ALS ZUVOR
Dem Elektrokonzern Siemens gelang es, im dritten Unternehmensquartal dank eines brummenden Geschäfts in den wichtigsten Sparten an vergangene Boomzeiten anzuknüpfen. Beim Auftragsbestand wurde zwischen April und Juni ein neues Rekordergebnis erzielt. Den Ausblick auf das Gesamtjahr hob Vorstandschef Peter Löscher sogar nach Händlermeinung an, indem Löscher nun im Geschäftsjahr 2009/2010 (Ende September) ein Sektorenergebnis erwartet, dass "deutlich" über dem Rekord-Vorjahreswert von 7,5 Milliarden Euro liegen soll. Bislang hiess es lediglich es werde darüber liegen. Zudem trennt sich der Konzern von seiner verlustreichen Sparte für Bestückungsautomaten, der Siemens Electronic Assembly Systems (SEAS), mit weltweit 1.200 Beschäftigten.
Bei der Merck KGaA führte die Erholung im Chemiegeschäft zu einem kräftigen Gewinnanstieg, so dass der Pharma- und Chemiekonzern den Ausblick erneut anhob. "Insgesamt ein starker Quartalsbericht", urteilte ein Händler und sieht die Aktie wieder über 65 Euro steigen.
BASF PROFITIERT VON ANZIEHENDER NACHFRAGE
Über den Erwartungen hätten auch die Zahlen des weltgrössten Chemiekonzerns BASF gelegen, hiess es am Markt. BASF profitierte im zweiten Jahresviertel erneut von einer kräftig anziehenden Nachfrage in fast allen Bereichen. Nach bereits einem überraschend guten Auftaktquartal verdoppelte sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern (EBIT) und Sondereffekten nahezu. Unerwartet schwach dagegen war die Verfassung des Agrochemie- und Gesundheitsgeschäfts von Bayer im zweiten Quartal. Dennoch bekräftigte der Chemie- und Pharmakonzern aus Leverkusen seine Konzernprognose für 2010.
Die Lufthansa meldete bereits am Vorabend zwar rote Zahlen und begründete dies mit Flugausfällen aufgrund der Aschewolke, doch Händler sehen die Aktie dennoch steigen. Der Vorstand von Deutschlands grösster Fluggesellschaft habe sich optimistisch gezeigt, den operativen Gewinn im Gesamtjahr wie geplant zu steigern, lautete die Begründung. MAN und Volkswagen (VW) stehen ebenfalls mit Quartalsberichten im Fokus.
HEIDELDRUCK HOFFT AUF GELD DER AKTIONÄRE
Nachrichten gibt es zudem auch zu HeidelDruck und der Commerzbank. So hofft der angeschlagene Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck auf frisches Geld seiner Aktionäre. Die Anteilseigner sollen an diesem Tag auf der Hauptversammlung in Mannheim grünes Licht für eine Kapitalerhöhung von 420 Millionen Euro geben. Das mit staatlichen Bürgschaften gestützte Unternehmen will mit dem Erlös seine Zinskosten senken.
Das Abwälzen von Verlusten auf Teile ihrer Gläubiger bringt einem Zeitungsbericht zufolge ausserdem die Commerzbank samt Eurohypo zunehmend in Bedrängnis. Inzwischen sei mindestens eine Klage von Genussschein-Zeichnern der Eurohypo anhängig, berichtet das "Handelsblatt" (Donnerstag) unter Berufung auf Finanzkreise. Weitere Klagen gegen die Commerzbank oder den Immobilienfinanzierer dürften folgen: Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) will in wenigen Tagen nachziehen./ck/rum

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