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FRANKFURT (awp international) - Die weitere Entwicklung in Japan nach dem verheerenden Erdbeben und dem folgenden Tsunami dürfte den Dax zum Wochenstart weiter ins Minus drücken. Der X-Dax als ausserbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex stand am Montagmorgen gegen 8.10 Uhr bei 6.944 Punkten und damit 0,53 Prozent unter dem Xetra-Schluss vom Freitag. Bereits vor dem Wochenende hatten die Katastrophenmeldungen aus Japan das Börsenbarometer erstmals seit zwei Monaten unter die psychologisch wichtige Marke von 7.000 Punkten gedrückt und ihn damit fast die kompletten Kursgewinne seit Jahresbeginn gekostet.
Nachrichten um eine drastische Notmassnahme der japanischen Notenbank zur Beruhigung der Finanzmärkte sowie die bleibende Angst vor einer Kernschmelze bänden die Aufmerksamkeit der Börsianer und hätten am Morgen in Japan zu panischen Verkäufen geführt, sagte Aktienhändler Chris Weston von IG Markets. Die Stimmung der Börsianer dürfte weltweit schlecht bleiben. In Tokio brach der Nikkei-225-Index um mehr als sechs Prozent ein. Die Wall Street hatte sich dagegen am Freitag nach Anfangsverlusten klar ins Plus gearbeitet und der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial gewann 0,37 Prozent seit dem Xetra-Schluss am Freitag. Die Agenda ist indes nur sehr dünn bestückt, so dass das ganze Interesse auf Japan gerichtet bleiben dürfte.
VERSORGER UND VERSICHERER WEGEN JAPAN UNTER DRUCK
Laut Händlern stehen nach den Entwicklungen im japanischen Atomkraftwerk Fukushima die Versorger Eon und RWE unter Druck. Sie verwiesen darauf, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel als Konsequenz aus dem Atomunfall in Japan angekündigt hat, sie Sicherheitsstandards in deutschen Atomkraftwerken (Akw) überprüfen zu wollen. SPD, Grüne und Linke fordern eine Rücknahme der im Herbst von der Regierung beschlossenen Laufzeitverlängerung für deutsche Meiler und dass älterer Anlagen abgeschaltet werden. Die Koalition lehnt das ab. Indes verlangte Bayerns Umweltminister Markus Söder (CSU) in einem Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" als Konsequenz aus den Störfällen in Fukushima einen rascheren Umstieg auf erneuerbare Energien. Der Technikvorstand von RWE, Gerd Jäger, sagte der "Welt am Sonntag", er sehe trotz des Atomunfalls in Japan keinen Grund, die Laufzeitverlängerung für deutsche Meiler bis 2035 zu überdenken. Die Papiere von Eon und RWE verloren bei Lang & Schwarz vorbörslich jeweils mehr als sechs Prozent.
Auch Versicherungswerte wie die Allianz , vor allem aber die Aktien der Rückversicherer Munich Re und Hannover Rück bleiben wegen der Nachrichten aus Japan im Blickpunkt der Anleger und gaben vorbörslich deutlich nach. Ein Börsianer sagte: "Die Branche dürfte unter Druck bleiben, nachdem die verheerenden Ausmasse der Katastrophe erst nach und nach deutlich werden." Der auf Risikoanalysen spezialisierte Versicherungsdienstleister AIR Worldwide schätzt die versicherten Schäden, die durch das Erdbeben alleine an Gebäuden verursacht wurden, auf bis zu 35 Milliarden US-Dollar oder 21,5 Milliarden Euro. Die Analysten von Barclays raten Investoren zum Abwarten, bis das Ausmass der Schäden klarer erkennbar ist. Die Verluste einzelner Gesellschaften könnten im Vergleich zu deren Erträgen signifikant sein.
DEMAG-AUSSAGEN SCHÜREN HOFFNUNG AUF HÖHEREN AUSBLICK
Die Aktien von Demag Cranes könnten indes nach Einschätzung von Händlern zulegen. Der von Konkurrenten umworbene Kranbauer fühlt sich laut Aussagen von Finanzchef Rainer Beaujean in der "Börsen-Zeitung" (BöZ) von deren Interesse nicht bedroht und setzt bei seiner Wachstumsstrategie in den Schwellenländern auch auf Übernahmen. Beaujean zeigte sich sehr zufrieden mit dem bisherigen Jahresstart und kündigte an, Mitte Mai werde der Konzern - wie auf der Hauptversammlung angekündigt - seine Prognose noch einmal überprüfen. "Dass unsere Prognosen dann schlechter werden, ist nicht zu erwarten." Die Konsensschätzungen für das Geschäftsjahr 2010/11 liegen nach Einschätzung von Händlern zwar bereits etwas über den Unternehmenszielen. "Aber die Aussagen zu einer möglichen Ausblicksanhebung sollten der Aktie heute zu einer überdurchschnittlichen Kursentwicklung verhelfen."
Zahlen für das vergangene Jahr gab es vom Autozulieferer ElringKlinger. Laut einer ersten Händlereinschätzung fielen sie "etwas enttäuschend" aus./gl/rum

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