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AKTIEN FRANKFURT/Ausblick: Fest - Reaktion nach positiven Impulsen aus den USA

Dieser Inhalt wurde am 26. Mai 2010 - 09:16 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Nach deutlichen Verlusten am Vortag wird der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch dank positiver Vorgaben wieder fester erwartet. Der X-Dax als ausserbörslicher Indikator für den Leitindex lag um 8.05 Uhr bei 5.739 Punkten und damit um 1,22 Prozent über dem Xetra-Schluss vom Dienstag. An der Wall Street hatte der Dow Jones am Vortag sein zeitweise grosses Minus mit einer Rally im späten Handel nahezu ausgeglichen. Der Future auf den US-Leitindex kletterte seit dem Xetra-Schluss am Dienstag um knapp zwei Prozent. An der Börse in der Tokio verbuchte zudem der Nikkei-225-Index ein Plus.
Nach Einschätzung von Stratege Tony Cross von IG Markets dürften einige Anleger nach dem Ausverkauf am Vortag "ein schlechtes Gewissen" haben. Es könne sich der Eindruck durchsetzen, dass der Abwärtstrend der vergangenen Tage übertrieben gewesen sei. Für Bewegung dürften unter anderem am Vormittag das GfK-Konsumklima in Deutschland und am Nachmittag Zahlen zum US-Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter sorgen. Zudem legt das Schienenlogistikunternehmen VTG Zahlen vor.
Aktien des Chemiekonzerns Bayer stehen im Blick, nachdem die britische Gesundheitsbehörde NICE (National Institute of Health and Clinical Excellence) das Krebsmedikament Nexavar des Konzerns als zu teuer abgelehnt hat. Händlern zufolge ist das zwar keine grosse Überraschung, weil die Behörde das Medikament schon vor einigen Monaten das erste Mal abgelehnt habe. Dennoch sollten sich Bayer-Papiere unterdurchschnittlich entwickeln, weil Nexavar immerhin eine der grossen Hoffnungen des Pharmakonzerns sei.
Ebenfalls im Fokus sind Aktien des Energiekonzerns RWE. Händler verwiesen auf Aussagen eines Vorstandsmitglieds, wonach das vierte Quartal entscheidend dafür sei, ob die Gewinnprognose übertroffen werden könne. Er halte die Geschwindigkeit bei der Erholung der Strompreise im April für überraschend hoch. Zudem erwarte er ein Ende der Überversorgung auf dem Gasmarkt in den kommenden zwei bis fünf Jahren. Börsianer werteten die Äusserungen als grundsätzlich positiv. Dennoch dürften sie die Aktie aus ihrer Sicht nicht sonderlich bewegen.
Derweil lenkt die Gründung einer Holding, in der der österreichische Baukonzern Strabag und der französische Zement-Weltmarktführer Lafarge ihre Zementaktivitäten in mehreren zentral- und osteuropäischen Ländern bündeln, die Blicke auf Aktien von HeidelbergCement und Dyckerhoff. "Deutsche Baustoffhersteller könnten einen vergleichbaren Weg gehen, um Kosten zu senken", sagte ein Händler. Das könnte aus seiner Sicht für Fantasie und entsprechend steigende Kurse sorgen.
Praktiker-Aktien stehen indes im Blick, weil die polnische Tochter der Baumarktkette von den dortigen Kartellbehörden einen Bussgeldbescheid in Höhe von rund 9,4 Millionen Euro erhalten hatte. Praktiker würden darin unzulässige Preisabsprachen in den Jahren 2000 bis 2006 vorgeworfen, hatte das Unternehmen am späten Dienstag mitgeteilt. Das Unternehmen prüfe mögliche Rechtsbehelfe gegen den Bescheid und die Notwendigkeit zur Bildung einer angemessenen Rückstellung. Das wiederum würde das Ergebnis des zweiten Quartals belasten. Ein Börsianer sieht darin eine Belastung für die Papiere. Noch sei es zwar eine einmalige Sache, die jedoch Befürchtungen um vergleichbare Vorwürfe in anderen Ländern hervorrufen könnte.
Im TecDax lenkt ein Presseinterview die Blicke auf Aktien von Q-Cells. Der Solarzellenspezialist verkauft demnach ab sofort auch fertige Sonnenstromanlagen ? zu einem günstigeren Preis als Wettbewerber wie Solarworld oder Conergy. "Unsere Module werden preislich in einem attraktiven Bereich liegen", sagte Nedim Cen der "Financial Times Deutschland" im ersten Interview seit seinem Antritt als Q-Cells-Chef. Die Preise würden "irgendwo in der Mitte liegen zwischen chinesischen Modulen oder No-Name-Produkten aus Europa und einem deutschen Markenprodukt mit festem Kundenstamm." Ein Börsianer sah zunächst kaum Kursimpulse. Das lese sich zwar ganz gut, es sei jedoch zweifelhaft, ob der Wettbewerbsvorteil gegenüber europäischen Wettbewerbern ausreiche./chs/fa

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