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AKTIEN FRANKFURT/Ausblick: Leichte Verluste erwartet

Dieser Inhalt wurde am 04. Dezember 2009 - 08:20 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Der Kursrutsch im späten US-Börsengeschäft am Donnerstag dürfte an diesem Freitagmorgen auch den deutschen Handelsstart belasten. Zudem wird am Markt mit Zurückhaltung gerechnet, da am Nachmittag der monatliche US-Arbeitsmarktbericht ansteht. Gegen 8.10 Uhr stand der X-Dax bei 5.746 Punkten und lag damit 0,42 Prozent unter dem Xetra-Schluss des deutschen Leitindex am Vortag. Der X-Dax zeigt auf der Basis des Dax-Futures den ausserbörslichen Stand des deutschen Börsenbarometers an.
Am Donnerstag war der Dax trotz eines starken Auftakts zum dritten Mal binnen kurzer Zeit an der Marke von 5.800 Punkten gescheitert und hatte nach schwachen ISM-Daten aus dem US-Dienstleistungssektor 0,20 Prozent auf 5.770,35 Zähler verloren. In den USA war der Leitindex Dow Jones Industrial Average (DJIA) aus demselben Grund schwächer aus dem Handel gegangen, nachdem anfangs noch ermutigende Nachrichten der Bank of America gestützt hatten. Seit Xetra-Schluss gab auch der Dow-Future deutlich nach.
Im Fokus am deutschen Markt dürfte insbesondere der überraschend und sehr kurzfristig abgesagte Börsengang der Hochtief-Tochter Concessions stehen. Die Aktie von Hochtief gab vorbörslich beim Handelshaus Lang & Schwarz bereits rund vier Prozent nach. Der grösste Börsengang in Deutschland seit zwei Jahren wurde am Vorabend kurzfristig von dem Essener Baukonzern abgesagt. Die Pläne sollen zunächst auch nicht weiter verfolgt werden. Ein Händler urteilte: "Hochtief dürfte realisiert haben, dass die Bewertung für die Infrastrukturtochter zu ambitioniert war. Die Investoren waren nicht gewillt, den geforderten Preis für das Unternehmen Concessions zu zahlen, das nur Minderheitsanteile in Infrastrukturprojekten hält." Er geht zudem davon aus, dass auch die Aktien von Bilfinger Berger unter der Nachricht leiden dürften, da dieser Baukonzern Anfang 2010 ein IPO seiner australischen Tochter Bilfinger Berger Australia in Aussicht gestellt habe.
Die Stämme und Vorzüge von Volkswagen sowie die Aktien von HeidelbergCement dürften ebenfalls Beachtung finden. Der Arbeitskreis Aktienindizes der Deutschen Börse hat für den 21. Dezember wie erwartet keine Änderungen in den grossen Indizes Dax, MDax und TecDax angekündigt. "Einige hatten zwar auf einen vorzeitigen Austausch der VW-Stämme mit den VW-Vorzügen oder HeidelbergCement-Aktien spekuliert, eine echte Chance darauf bestand jedoch nicht", sagte ein Händler. Erst mit der für Mitte Dezember erwarteten Ausübung der bei Katar liegenden VW-Optionen sinke der Streubesitz in VW-Stämmen unter 10 Prozent. Zwei volle Handelstage danach dürften die Stammaktien dann aus dem Dax genommen werden. Aktuell liegen die VW-Vorzüge als Dax-Kandidat vor den Titeln von HeidelbergCement, was die Aktien des Zementherstellers vorbörslich mit rund zwei Prozent belastete. Im Nebenwerteindex SDax ersetzen künftig die Aktien des IT-Unternehmens Teleplan International die Papiere von MPC Capital .
Infineon könnten von Aussagen der Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) profitieren. Medienberichten zufolge hebt der weltweit grösste unabhängige, auf Halbleiter spezialisierte Chiphersteller seine Umsatzprognose für den Markt im kommenden Jahr an. Laut Unternehmenschef Morris Chang soll dieser 2010 um neun Prozent wachsen - bisher war er von einer Steigerung um fünf Prozent ausgegangen.
Die Vorzugsaktien von Biotest gewannen vor Börsenstart rund sechs Prozent. Das auf Immunologie und Hämatologie spezialisierte Biotechunternehmen hat am Vorabend die Zulassung für das Hepatitis-B-Mittel Zutectra für den EU-Raum bekannt gegeben. Nach der entsprechenden Empfehlung des Expertengremiums im September sei dies zwar keine Überraschung, die Aktie habe aber bereits im Parketthandel deutlich positiv reagiert. In Frankfurt schlossen die Papiere mit 37,00 Euro um 6,32 Prozent über dem Xetra-Schluss. Es gebe zwar keine konkreten Umsatzschätzungen für Zutectra, das Potenzial sei aber für das Unternehmen auf Basis früherer Aussagen wohl enorm./ck/gl

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