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AKTIEN FRANKFURT/Ausblick: Leichte Verluste erwartet

Dieser Inhalt wurde am 07. Dezember 2009 - 08:20 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Der deutsche Aktienmarkt dürfte am Montag mit leichten Verlusten in den Handel starten. Nach einem Plus im Dax in der vergangenen Woche von etwas mehr als zwei Prozent, stand der X-Dax zum Wochenanfang bei 5.799 Punkten. Damit lag er rund 0,3 Prozent unter dem Xetra-Schluss des deutschen Leitindex am Freitag. Der X-Dax zeigt auf der Basis des Dax-Futures den ausserbörslichen Stand des deutschen Börsenbarometers an.
Händler rechnen insgesamt mit einem ruhigen Handel, da erst im weiteren Wochenverlauf neue Konjunkturdaten anstehen. "Die überraschend starken US-Arbeitsmarktdaten beendeten eine wirklich nervenaufreibende Woche. Nun ist es ein bisschen wie die Ruhe vor dem Sturm", sagte Marktanalyst James Hughes von CMC Markets. Allerdings fehlen laut Marktanalyst Stefan de Schutter von der Alpha Wertpapierhandels GmbH "die ganz grossen Highlights". Es ragen vor allem die US-Einzelhandelsumsätze und das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan heraus, die allerdings erst am Freitag zur Veröffentlichung anstehen.
Die Vorgaben sind gemischt: So hatte der Dow Jones am Freitag zwar im Plus geschlossen, der Future auf den US-Leitindex verlor seit Xetra-Schluss aber 0,18 Prozent. Der Nikkei-225-Index ging mit Gewinnen von 1,45 Prozent auf einem Sechs-Wochen-Hoch aus dem Handel.
Unter den deutschen Einzelwerten dürften insbesondere die BASF-Aktien wegen eines Interviews der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS) mit Vorstandschef Jürgen Hambrecht hervorstechen. "Wir werden im Ergebnis vor Sondereinflüssen voraussichtlich das Niveau des dritten Quartals 2009 erreichen", sagte Hambrecht und rechnet folglich mit einem besseren Ergebnis als bisher. Bislang hatte der grösste Chemiekonzern der Welt einen Rückgang erwartet. Für 2010 rechnet Hambrecht aber erneut mit einem schwierigen Jahr. Ein Händler sagte: "Der vorsichtige Blick auf das nächste Jahr zeigt, dass sich der Lagerzyklus seinem Ende nähert. Nun hängt es von der Nachfrageentwicklung ab." Sollten sich die jüngsten Wachstumsaussichten bewahrheiten, dürfte sich BASF keine allzu grosse Sorgen machen müssen.
Die Aktien von Bayer hingegen könnten nachgeben. Der Chemie- und Pharmakonzern will in diesem Jahr keine weiteren Informationen zur Zulassung seines Hoffnungsträgers Rivaroxaban bei der US-Gesundheitsbehörde FDA einreichen. Die Behörde hatte Ende Mai zusätzliche Daten zur Bewertung des Nutzen-Risiko-Profils eingefordert. Bislang hatte Bayer zusammen mit seinem US-Kooperationspartner Johnson & Johnson die Antworten frühestens für das vierte Quartal dieses Jahres angekündigt. Über den aktuellen Stand der Zulassung will Bayer nach eigenen Angaben nun bei der Bilanzpressekonferenz Ende Februar informieren. Händler werteten diese Entwicklung leicht negativ. "Eine richtig grosse Sache ist das allerdings nicht. Bayer hatte in etwa diesen Zeitrahmen angekündigt", sagte einer von ihnen.
Eine Abstufung der Siemens-Anteilsscheine auf "Equal-weight" durch Morgan Stanley könnte zudem das Papier des Industrieunternehmens belasten. Zudem senkte die Bank das Kursziel von 80 auf 70 Euro.
Die Darmstädter Software AG hat ihren Aktionären für dieses Jahr eine mindestens gleichbleibende Dividende in Aussicht gestellt, was für leichten Auftrieb des im TecDax notierten Papiers sorgen könnte. An eine reduzierte Dividende glaube er nicht, sagte Finanzvorstand Axel Zinnhardt der Wirtschaftszeitung "Euro am Sonntag". Im kommenden Jahr rechnet das Unternehmen mit einem leichten Umsatzwachstum und will weiter auf die Kostenbremse treten. "Das Wachstum dürfte nach diesen Aussagen also in etwa im Rahmen der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung liegen", hiess es dazu am Markt. Analysten erwarteten derzeit in etwa ein Umsatzplus von 200 Millionen Euro, womit zum ersten Mal die Übernahme von IDS Scheer vollständig berücksichtigt werde.
Dialog Semiconductor könnten von der Ausübung von Aktienoptionen durch das Management belastet werden. Vorstandschef Peter Tan Boon hat Pflichtmitteilungen zufolge insgesamt rund 119.000 Aktien über die Ausübung von Aktienoptionen verkauft. "Nachdem die Aktie in der vergangenen Zeit sehr gut gelaufen ist, könnte das ein Signal für andere glückliche Investoren sein, ihre Aktien ebenfalls zu verkaufen", sagte ein Händler./ck/ag

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