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FRANKFURT (awp international) - Schwache Vorgaben aus Übersee dürften die deutschen Aktienindizes am Rosenmontag etwas belasten. Der X-Dax als ausserbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex stand gegen 8.05 Uhr bei 7.140 Punkten um 0,54 Prozent unter dem Xetra-Daxschluss vom Freitag. Angesichts der Spannungen im Nahen Osten und Nordafrika hatte der Dax in der Vorwoche bereits 1,28 Prozent verloren.
Am Freitag, an dem auch ein etwas besser als erwarteter Arbeitsmarktbericht in den USA veröffentlicht worden war, hatten die steigenden Ölpreise die wichtigsten US-Aktienindizes nochmal unter Druck gesetzt. Der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial verlor 0,68 Prozent seit dem Handelsschluss auf Xetra zum Ende der Vorwoche. Am Morgen sank in Tokio der Nikkei-225-Index um 1,76 Prozent. Auch hier hätten die schwachen Impulse von der Wall Street für schlechte Laune gesorgt, sagten Händler. Die Börsen in China erholten sich dagegen deutlich. In Frankfurt stehen die Jahreszahlen von Salzgitter mit im Blick.
SALZGITTER MIT 'ERSCHRECKENDEM' AUSBLICK
Der Ausblick des Stahlkonzerns auf den Vorsteuergewinn 2011 ist einem Händler zufolge "erschreckend niedrig" ausgefallen. Die Markterwartungen lägen bei 272 Millionen Euro, avisiert werde lediglich mindestens eine Verdopplung der 2010 erreichten 48,9 Millionen Euro, sagte er in einer ersten Einschätzung. Dies dürfte die Aktien deutlich belasten, obwohl das Unternehmen beim Ausblick regelmässig konservativ sei. Die Bilanz des abgelaufenen Jahres habe indes insgesamt die Erwartungen erfüllt. Im vorbörslichen Handel beim Broker Lang & Schwarz (L&S) notierten die Salzgitter-Aktien bereits mit rund zwei Prozent im Minus.
Im Dax sollten sich Anleger die Papiere von Linde auf die Beobachtungsliste setzen. Die Aktionäre des Industriegase-Herstellers und Anlagenbauers können laut einem Pressebericht mit einer hohen Dividende rechnen. Für 2010 wolle Linde seine Ausschüttung von zuletzt 1,80 Euro auf 2,15 Euro je Aktie anheben, schrieb die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ohne Angaben von Quellen. Ein Unternehmenssprecher wollte den Bericht nicht kommentieren. Ein Händler sagte: "Zwar rechnete der Markt zuvor mit einer Dividende von 2,00 Euro je Aktie. Bei einer Dividendenrendite von gegenwärtig etwa zwei Prozent aber sollte die Differenz von 0,15 Euro keinen grossen Einfluss auf den Aktienkurs von Linde haben."
MAN NACH EINEM PRESSEBERICHT ZU VW UND SCANIA IM BLICK
Die Titel von MAN könnten indes Händlern zufolge leicht unter Druck geraten. Die Übernahme des Unternehmens durch die Volkswagen-Tochter (VW) Scania verzögert sich laut einem Bericht der "Welt am Sonntag". In Wolfsburg seien andere Fragen wie die Kapitalerhöhung um fünf Milliarden Euro bei der Porsche Automobilholding SE wichtiger, hiess es unter Berufung auf Aussagen von VW-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch. Es gilt der Zeitung zufolge inzwischen als unwahrscheinlich, dass bereits auf der auf den 27. Juni verschobenen MAN-Hauptversammlung die Lkw-Allianz abgesegnet werde. Einem Börsianer zufolge ist dies zwar keine wirkliche Neuigkeit, da VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech letzte Woche gesagt habe, dass eine Übernahme von MAN durch Scania nicht auf der Agenda stehe. Dennoch könnte die Meldung die Stimmung der Anleger für die MAN-Aktien weiter trüben. Bei L&S gaben die Titel ebenfalls um etwa ein Prozent nach.
Schliesslich sollten die noch im SDax notierten Aktien von Pfleiderer weiter im Auge behalten werden. Beim angeschlagenen Holzverarbeiter machen Hedge-Fonds laut einem Pressebericht Front gegen den Rettungsplan des Vorstands. Die Fonds haben in den vergangenen Monaten einen grossen Teil von Pfleiderers Krediten aufgekauft und wollen nun einen eigenen Vorschlag für die Umschuldung des Konzerns ausarbeiten, wie die "Financial Times Deutschland" aus Finanzkreisen erfuhr. Sie streben einen radikaleren Schuldenabbau an, als ihn der Vorstand vorsieht. Derweil sagte ein Unternehmenssprecher der "Euro am Sonntag", dass in Deutschland wieder schwarze Zahlen geschrieben werden. Ein Börsianer erinnerte daran, dass die Pfleiderer-Aktie in der kommenden Woche ihren Platz im SDax räumen muss - eine Nachricht, die am Freitag für schwache Kurse gesorgt hatte. Ebenfalls im Index der kleinen Werte stehen die Aktien der Fluggesellschaft Air Berlin mit Verkehrszahlen im Blick./la/fa

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