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FRANKFURT (awp international) - Eine überraschende Massnahme der US-Notenbank dürfte die zuletzt kräftige Erholung am deutschen Aktienmarkt am Freitag etwas ausbremsen. Der X-Dax als Indikator für die ausserbörsliche Entwicklung des Dax stand kurz nach 8.00 Uhr bei 5.637,58 Punkten. Damit lag er um 0,75 Prozent unter dem Xetra-Schluss des deutschen Leitindex am Donnerstag. Ein Anstieg auf Wochensicht von bislang 3,27 Prozent lädt vor dem Wochenende ebenfalls zu Gewinnmitnahmen ein.
Ben Potter, Analyst bei IG Markets in London, sieht die Anhebung des Diskontsatzes um 0,25 Prozentpunkte auf 0,75 Prozent durch die Fed als das "heute beherrschende Thema". Sie sei eine Belastung für die Märkte. Die Notenbank selbst erklärte ihren Schritt mit der "kontinuierlichen Verbesserung des Zustands des Finanzmarkts". Das dürfte laut Potter Spekulationen anheizen, welche Notenbank der Fed als nächste folgen werde. Der Diskontsatz ist weniger wichtig als der Leitzins. Zum Diskontsatz können sich Banken in Notfällen Geld von der Fed leihen. Beobachter sehen in der Massnahme jedoch einen weiteren Schritt zur Rückführung der in der Finanzkrise ergriffenen ausserordentlichen Massnahmen.
Die Vorgaben sind ebenfalls eher negativ: Die Wall Street war zwar am Donnerstag vor der Fed-Entscheidung noch mit einem Gewinn aus dem Handel gegangen. Der Future auf den Dow Jones Industrial Average (DJIA) rutschte danach jedoch deutlich ab und liegt im Vergleich zum Xetra-Schluss jetzt mit 0,20 Prozent im Minus. In Asien gaben die Kurse am Morgen ebenfalls deutlich nach. Der Euro zeigte gegenüber dem US-Dollar weiter Schwäche und rutschte unter die Marke von 1,35 Dollar.
Vor allem den zuletzt besonders gut gelaufenen Finanz- und Rohstofftiteln drohen Gewinnmitnahmen. Die Nachrichtenlage auf Unternehmensseite ist indes sehr übersichtlich. Daimler rutschten nach dem Bilanz-Schock vom Vortag vorbörslich um weitere knapp 1,50 Prozent ab. Börsianer verwiesen auf Kurszielsenkungen durch die Citigroup und Morgan Stanley. JPMorgan bestätigte indes die positive Einschätzung mit "Overweight" - die Kursverluste seien überzogen, hiess es.
Im MDax sollten Aktien von Bilfinger Berger nach einem Pressebericht im Auge behalten werden. Der zweitgrösste deutsche Baukonzern sucht der "Financial Times Deutschland" (FTD) zufolge einen Nachfolger für den seit mehr als zehn Jahren amtierenden Vorstandschef Herbert Bodner. Ein Headhunter sei bereits eingeschaltet. Der Aufsichtsrat wolle im Frühjahr darüber offiziell beratschlagen. Bodners Vertrag läuft Mitte 2011 aus. Ein Börsianer spekulierte auf einen möglichen Zusammenhang mit der Verwicklung von Bilfinger-Mitarbeitern in den Skandal beim Bau der Kölner U-Bahn. "Bodner könnte 2011 einfach in den Ruhestand gehen wollen. Er hat aber im Vorjahr auch Konsequenzen für den Fall nicht ausgeschlossen, dass Bilfinger Berger die Verantwortung für den Einsturz von Gebäuden in Köln trägt." Vorbörslich hielten sich die Papiere mit minus 0,44 Prozent etwas besser als der Markt.
Solartitel wie Solarworld und Q-Cells gaben vorbörslich deutlicher nach. Der US-Konkurrent First Solar legte am Vorabend nach US-Börsenschluss Zahlen vor und übertraf vor allem beim Gewinn die durchschnittlichen Analystenerwartungen. Enttäuschung über einen Margenrückgang und den lediglich bestätigten Ausblick für 2010 habe im nachbörslichen US-Handel allerdings für Verluste gesorgt, betonte ein Börsianer./ag/rum

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