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AKTIEN FRANKFURT/Ausblick: Sehr schwach - Vorgaben und Korea belasten

Dieser Inhalt wurde am 25. Mai 2010 - 09:17 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Der deutsche Aktienmarkt wird am Dienstag wegen negativer Vorgaben aus Übersee und Sorgen um eine Verschlechterung der politischen Situation in Korea schwächer erwartet. Der X-Dax als ausserbörslicher Indikator für den Leitindex lag um 8.10 Uhr bei 5.645 Punkten und damit um 2,77 Prozent unter dem Xetra-Schluss am Pfingstmontag.
Die ohnehin schon grosse Unsicherheit an den Märkten habe sich mit den Spannungen in Korea weiter vergrössert, sagten Börsianer. Die asiatischen Börsen waren daraufhin in die Knie gegangen, in Tokio etwa verlor der Nikkei-225-Index mehr als drei Prozent. Die Wall Street hatte am Vortag ebenfalls Verluste eingefahren und vor allem im späten Handel einen Schwächeanfall erlitten. Der Future auf den Dow Jones verlor seit dem Xetra-Handelsschluss 2,20 Prozent. Hinzu kommen nach Angaben von Händlern nach dem Fast-Bankrott der spanischen Sparkasse CajaSur am Wochenende Ängste um die europäischen Banken. "Mit all dem im Hinterkopf werden die Händler sehr vorsichtig bleiben", sagte Marktstratege Ben Potter von IG Markets.
Nachdem an der Wall Street am Vortag vor allem Finanzwerte unter Druck geraten waren, dürften Papiere von Banken und Versicherungen wie Deutsche Bank , Commerzbank und Allianz auch am deutschen Markt im Fokus stehen. Diese Aktien hatten bereits am Montag klare Verluste hinnehmen müssen.
Bewegt werden könnten auch Aktien von Linde und Siemens . Der Industriegasehersteller hatte in Abu Dhabi am Vortag einen Vertrag mit einem Volumen von 1,1 Milliarden US-Dollar geschlossen, der Elektrokonzern hatte einen Auftrag in Höhe von 145 Millionen Dollar über den Aufbau von Infrastruktur erhalten. Ein Händler erinnerte daran, dass beide Verträge im Zusammenhang mit der jüngsten Reise der Kanzlerin Angela Merkel in die Golfregion stehen. Die Abschlüsse seien am Vortag bereits während des Feiertagshandels bekannt geworden.
Im Blick sein dürften zudem Papiere von Daimler . Händler verwiesen auf einen Bericht der "Financial Times Deutschland", wonach der Autobauer eine umfassende Kooperation mit Toyota bei der Brennstoffzellentechnologie plant. Nach Angaben des Blattes wäre es die erste Zusammenarbeit der beiden Unternehmen in solch einer Grössenordnung. Händler erwarten dennoch weder positive noch negative Impulse für Daimler-Aktien.
Derweil einigte sich der Dialysespezialist Fresenius Medical Care (FMC) mit der thailandischen Klinik Bumrungrad über die Übernahme von Asia Renal Care, einem führenden Dialyseanbieter im asiatisch-pazifischen Raum. Der Zukauf werde bereits im ersten Jahr einen positiven Ergebnisbeitrag liefern, hiess es. Ein Börsianer wertete den Schritt zwar als strategisch sinnvoll. Er dürfte allerdings zu klein sein, um dem Aktienkurs wesentliche Impulse zu geben.
Aktien des Stahlhändlers Klöckner & Co (KlöCo) könnten nach einem Zeitungsinterview von Vorstandschef Gisbert Rühl unter Druck geraten. Dieser sprach in der "Financial Times Deutschland" von Überkapazitäten am Markt, weshalb er in den kommenden Monaten sinkende Stahlpreise erwarte. Entscheidend für den Markt sei, ob die Hersteller in den kommenden Monaten wieder Kapazitäten stilllegten, da ansonsten die Margen unter Druck gerieten.
chs/fa

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