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FRANKFURT (awp international) - Belastet von schwachen Vorgaben dürfte der Dax am Mittwoch zum Handelsauftakt ins Minus rutschen. Der X-Dax als ausserbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex notierte gegen 8.10 Uhr bei 6.278 Punkten und damit 0,48 Prozent unter seinem Stand zum Xetra-Schluss am Dienstag.
Gewinnmitnahmen nach enttäuschenden Zahlen hatten am Dienstag für leichte Kursverluste an den US-Börsen gesorgt. Der Future auf den US-Leitindex Dow Jones verlor seit dem Xetra-Schluss am Vortag 0,47 Prozent. In Tokio schloss der Nikkei-225-Index am Mittwochmorgen sehr schwach. Die Berichtssaison geht indes mit voller Fahrt weiter und dürfte unter anderem mit Zahlen der Munich Re, von Henkel und Adidas die Marktteilnehmer beschäftigen. Die Aktien der drei Dax-Konzerne konnten durch die Bank vorbörslich zulegen. Zudem stehen am Nachmittag Konjunkturdaten aus den USA auf dem Plan.
HENKEL UND ADIDAS HEBEN PROGNOSEN AN
Nach einem überraschend hohen Gewinn im ersten Halbjahr sieht sich der weltgrösste Rückversicherer Munich Re auf Kurs zu seinem Jahresziel. "Wir wollen 2010 einen Gewinn von über zwei Milliarden Euro erwirtschaften", sagte Vorstandschef Nikolaus von Bomhard. "Das bleibt ambitioniert, ist aber zu schaffen." Vorn Börsianern hiess es, die Zahlen seien besser als erwartet. Der Konsumgüterhersteller Henkel konnte im zweiten Quartal dank der starken Klebersparte und der strikten Kostenkur Umsatz- und Gewinn deutlich steigern und ebenfalls die Erwartungen übertreffen. Zudem erhöhte das Unternehmen die Jahresprognose für den bereinigten operativen Gewinn sowie den Gewinn je Aktie. Händler lobten insbesondere den Gewinn je Aktie als positive Überraschung und hoben auch den neuen Ausblick hervor.
Europas grösster Sportartikelhersteller Adidas schraubte nach einem starken zweiten Quartal seine Gewinnprognose erneut nach oben. Als Grund nannte das Unternehmen niedrigere Beschaffungskosten, eine geringere Zahl von Lagerräumungsverkäufen und positive Währungseffekte. Die Aktien der Autobauer Volkswagen (VW) , Daimler BMW und Porsche stehen nach starken US-Absatzzahlen für den Juli im Fokus.
POSTBANK MIT DURCHWACHSENEN ZAHLEN UND VORSICHTIGEM AUSBLICK
Die Postbank verdiente dank eines guten Geschäfts mit Privatkunden und niedrigerer Belastungen aus Spekulationen im zweiten Quartal deutlich mehr als vor einem Jahr. Das Institut, an dem die Deutsche Bank derzeit mit knapp 30 Prozent beteiligt ist, blieb zwar deutlich hinter der Entwicklung im starken ersten Quartal zurück, übertraf aber die Erwartungen von Analysten. Allerdings geht Postbank-Chef Stefan Jütte nicht davon aus, "dass sich das Ergebnisniveau des ersten Halbjahres auch im zweiten Halbjahr fortschreiben lässt". Händler sprachen von einem durchwachsenen Zahlenwerk und nannten den Ausblick vorsichtig. Schon vorbörslich gaben die Titel um gut zwei Prozent nach.
Der Motoren- und Energieanlagen-Hersteller Tognum hat nach einem soliden Quartal seine Jahresprognose leicht erhöht. "Wir sind mit der sich positiv entwickelnden Nachfragesituation zufrieden, daher haben wir unseren Ausblick bestätigt und innerhalb des bekannten Prognosekorridors nach oben konkretisiert", sagte Vorstandschef Volker Heuer. Ein Händler kommentierte, die Ertragszahlen hätten die durchschnittlichen Marktschätzungen deutlich übertroffen. Der Auftragseingang und die Erlöse hätten ebenfalls positiv überrascht. Auch der Kohlenstoff-Spezialist SGL Group verbuchte dank der starken Erholung in seinem Hauptgeschäft mit Graphitelektroden für die Stahlindustrie im zweiten Quartal ein stärkeres Umsatz- und Gewinnplus als von Analysten erwartet. Daher schrauben die Hessen nun für das Gesamtjahr ihre Prognose für den operativen Gewinn (EBIT) nach oben. Die Aktie gewannen vorbörslich etwa zwei Prozent.
SKY ERWARTET EKINEN WEITEREN KAPITALBEDARF
Aktien des Bezahlsenders Sky Deutschland sollten Marktteilnehmer einmal mehr im Auge behalten. Im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) erklärte Konzernchef Brian Sullivan, er gehe davon aus, dass es nach der jüngsten Kapitalspritze keinen weiteren Finanzbedarf mehr gebe, um profitabel zu werden. Nach Angaben von Sullivan braucht Sky Deutschland nach wie vor etwa 2,8 bis 3,0 Millionen Abonnenten, um die Gewinnzone zu erreichen. Ein Händler kommentierte, dies sei die siebte Kapitalerhöhung seit dem Börsengang im Jahr 2005. Seither sei es dem Konzern nicht gelungen, nachhaltig profitabel zu werden. "Warum sollte es also ausgerechnet jetzt klappen?"/gl/la

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