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FRANKFURT (awp international) - Nach vier Verlusttagen in Folge hat der Dax am Freitag wieder den Weg nach oben gefunden. Am Nachmittag stand der deutsche Leitindex 0,42 Prozent höher bei 7.160,12 Punkten und konnte damit zumindest einen kleinen Teil des Kursrutsches von über vier Prozent wieder wettmachen. Der MDax der mittelgrossen Werte gewann 1,56 Prozent auf 10.172,40 Punkte und der TecDax stieg um 1,89 Prozent auf 892,61 Punkte.
"Man kann noch nicht abschliessend sagen, ob die jüngste Korrektur schon abgeschlossen ist", kommentierte Analyst Christoph Schmidt vom Vermögensverwalter N.M.F. AG die Marktentwicklung. In den vergangenen zwei Tagen habe es viel Aufregung im Markt gegeben, was dafür spreche, dass der Tiefpunkt überschritten sei. Der Dax sehe aber immer noch etwas angeschlagen aus. Negative politische Entwicklungen und wieder steigende Ölpreise könnten seiner Einschätzung nach zu noch schwächeren Notierungen als zuletzt führen.
VW-VORZÜGE SPRINGEN MIT ZAHLEN AN
Seitens der Berichtssaison standen die Zahlen der Deutschen Telekom und von Volkswagen (VW) im Fokus. VW-Vorzüge sprangen mit der Zahlenvorlage am Nachmittag um 4,62 Prozent auf 117,65 Euro hoch und besetzten die Führungsposition im Dax. Der Autobauer hat im vergangenen Jahr operatives Ergebnis und Umsatz stärker als erwartet gesteigert. Zuvor hatten die Titel ebenso wie die Aktien von Konkurrent Daimler von aktuellen Absatzzahlen im Nutzfahrzeugmarkt profitiert.
MAN-Aktien profitierten einerseits von den ACEA-Zahlen, hier trug aber auch ein Bericht der "Financial Times Deutschland" (FTD) zum Kursplus von 3,09 Prozent auf 88,50 Euro bei. Demnach will Volkswagen-Patriarch Ferdinand Piech ein Übernahmeangebot der VW-Lkw-Tochter Scania für MAN noch in diesem Frühjahr durchsetzen. Nach FTD-Informationen aus Finanz- und Unternehmenskreisen soll der schwedische Lkw-Bauer für den Münchner Rivalen im April, spätestens aber Anfang Mai die seit langem geplante Offerte vorlegen. Voraussetzung dafür sei aber, dass MAN zuvor den Streit mit dem arabischen Staatsfonds IPIC über die korruptionsgeplagte Ex-Tochter Ferrostaal beilegt. "Das sind zwar keine wirklichen Neuigkeiten mehr, ein Vorstoss scheint aber wirklich kurz bevor zu stehen", sagte ein Börsianer.
ÜBERRASCHENDER VERLUST DRÜCKT TELEKOM-AKTIE ANS DAX-ENDE
Bei der Telekom dagegen war der Nettoverlust im vierten Quartal für einige Händler eine negative Überraschung. Dies drückte die Aktien mit 1,62 Prozent auf 9,759 Euro ins Minus und damit ans Dax-Ende. Da dieser Verlust aber überwiegend aus einer Abschreibung in Griechenland resultiere, wollten sie dies nicht überbewerten. Ein Börsianer rechnet indes mit einer fortwährend unterdurchschnittlichen Entwicklung der Aktien und sieht keinen Grund, diese aufgrund des Geschäftsberichts zu kaufen. Für die Titel des Baustoffkonzerns HeidelbergCement ging es nach guten Zahlen des Konkurrenten Saint Gobain um 1,71 Prozent auf 50,530 Euro hoch.
Die Zahlen von Fuchs Petrolub für das vergangene Jahr fielen nach Einschätzung eines Händlers wie erwartet aus, und der Ausblick klinge wie gewohnt konservativ. "Die höher als erwartet ausgefallene Dividende stützt die Aktie aber, auch wenn sie für gewöhnlich nicht stark auf Zahlen reagiert", schrieb er in einer ersten Einschätzung. Die Titel des Schmierstoff-Herstellers gewannen 3,69 Prozent auf 99,77 Euro und gehörten damit zu den Favoriten der Anleger im MDax.
AUFTRAGSSCHLAPPE BELASTET EADS
Der Einkaufscenter-Betreiber Deutsche Euroshop hat 2010 stärker zugelegt als angekündigt und rechnet 2011 mit einem deutlichen Umsatz- und Ergebnisplus. Laut einem Börsianer lagen die "gewohnt soliden" Eckdaten am oberen Ende der Unternehmensziele. Da die Aktien aber schon über ihrem Net Asset Value (NAV - Nettoinventarwert) gehandelt würden, erscheine das Aufwärtspotenzial begrenzt. Zuletzt gewannen sie 0,76 Prozent auf 27,075 Euro. Die Südzucker-Titel zogen um 3,70 Prozent auf 20,745 Euro an. Händler verwiesen auf eine Pressemeldung der Europäischen Kommission, in der sie mitteilt, sowohl Zölle für Zucker aussetzen zu wollen als auch 500.000 Tonnen Nicht-Quoten-Zucker freizugeben.
Die Aktien von EADS verloren indes nach der Schlappe bei einem Grossauftrag am MDax-Ende 1,65 Prozent auf 20,510 Euro. Der US-Konkurrent Boeing hat sich den 35 Milliarden Dollar schweren "Jahrhundert-Auftrag" des amerikanischen Verteidigungsministeriums für 179 Tankflugzeuge gesichert. Wegen der starken politischen Unterstützung sei Boeing bei dem Auftrag zwar der klare Favorit gewesen, schrieb Commerzbank-Analyst Frank Skodzik. Da die Europäer aber das bessere Flugzeug zu einem Kampfpreis angeboten hätten, habe es doch Spekulationen gegeben, dass sie eine faire Chance bekämen. Entsprechend negativ reagiere die Aktie./gl/rum

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