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FRANKFURT (awp international) - Anhaltende Sorgen um die wirtschaftliche Entwicklung haben den deutschen Aktienmarkt am Mittwoch belastet. Eine erfolgreich verlaufene Auktion portugiesischer Anleihen half jedoch dabei, dass der Dax am Nachmittag seine Verluste deutlich eingrenzen konnte. Der Leitindex büsste zuletzt noch 0,26% auf 5.925,66 Punkte ein, nachdem er am Vormittag bis auf 5.848 Punkte abgerutscht war. Der MDax verlor 0,94% auf 8.015,59 Punkte und der TecDax fiel um 0,19% auf 748,05 Punkte.
Portugal konnte am Mittag mehr als die geplanten 600 Mio EUR am Anleihemarkt platzieren und musste nach einer Händlereinschätzung dafür deutlich niedrigere Zinsen zahlen als noch im Mai. Zuvor hatte Wertpapierhändler Stefan de Schutter vom Dienstleister Alpha allerdings darauf hingewiesen, dass sich die negativen Tendenzen auf Seite der Wirtschaftsindikatoren fortsetzten. Dies habe sich am Dienstag mit neuen Konjunkturdaten aus den USA angedeutet. Die Vortagesgewinne am deutschen Aktienmarkt seien lediglich darauf zurückzuführen gewesen, dass Spekulanten ihre auf fallende Kurse gerichteten Positionen aufgelöst hätten, so de Schutter.
AUSBLICK DER KONKURRENZ BELASTET HEIDELBERGCEMENT
HeidelbergCement waren mit Abstand schwächster Wert im Dax. Die Papiere des Zementherstellers rutschten zwischenzeitlich auf ein neues Jahrestief ab und verloren zuletzt noch 4,61% auf 37,145 EUR. Händler verwiesen auf einen vorsichtigen Ausblick des irischen Konkurrenten CRH, der nach dem langen und harten Winter im Gesamtjahr einen stärkeren Umsatzrückgang erwartet als bisher. Aktien von Infineon kamen ebenfalls um 2,84% unter Druck. Analysten warnten nach einem Rekordquartal des koreanischen Konkurrenten Samsung davor, dass die Branche im zweiten Halbjahr unter einer schwachen Nachfrage in Europa leiden könnte.
BMW gehörten zu den grössten Gewinnern im Dax und gewannen 1,15% auf 39,45 EUR. Ein Börsianer verwies auf einen positiven Artikel im "Tagesspiegel", wonach der Autokonzern "voll ausgelastet" ist. Im Blickfeld standen auch die Papiere der Lufthansa , die 0,78% auf 11,49 EUR nachgaben. Die Aktien konnten nicht davon profitieren, dass es laut Verdi Fortschritte bei den Tarifverhandlungen mit dem Kabinen- und Bodenpersonal gibt.
CONTI UND SOLARWERTE IM BLICK
Bei Continental sorgte ein Analystenkommentar für die grössten Kursverluste im MDax. Die Aktien des Autozulieferers büssten 4,30% auf 43,55 EUR ein, nachdem Merrill Lynch die Papiere wegen ihrer guten Wertentwicklung von "Buy" auf "Neutral" gesenkt hatte.
Im TecDax gab Phoenix Solar einen Ausblick auf das Gesamtjahr ab. Trotz der geplanten Förderkürzungen rechnet der Photovoltaik-Spezialist mit einem Rekordumsatz von 660 bis 700 Mio EUR. Die Aktien waren mit plus 3,75% unter den grössten Gewinnern. Manz Automation gewannen 3,06% auf 46,50 EUR. Der Anlagenbauer sprach davon, dass der Auftragsbestand erstmals seit dem Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise wieder über 100 Mio EUR gestiegen sei und blickt optimistisch in die Zukunft.
ARQUES KOMMEN UNTER DIE RÄDER
Arques-Titel kamen dagegen unter die Räder. Die Papiere der Beteiligungsgesellschaft brachen um 9,75% auf 1,083 EUR ein. Händler verwiesen auf einen Artikel des Börsenblatts "Platow Brief", wonach ein "offensichtlicher Unternehmensinsider" in einem Brief an die hessische Börsenaufsicht von einer unmittelbar bevorstehenden Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens berichtet. Ein zur Klärung der Vorwürfe zunächst in Aussicht gestelltes Telefongespräch mit dem Anlegermagazin habe Arques-Chef Hans Gisbert Ulmke schliesslich mit dem Hinweis abgelehnt, er wolle dazu keine Stellungnahme abgeben. Börsianer zeigten sich darum besorgt./tih/la

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