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FRANKFURT (awp international) - Dank starker Vorgaben und erfreulicher Quartalsberichte hat der Dax am Donnerstag zwischenzeitlich ein neues Jahreshoch markiert. Allerdings schaffte er es nicht, sich klar nach oben abzusetzen. Gegen Mittag verzeichnete der deutsche Leitindex ein Plus von 0,41 Prozent bei 7.435,15 Punkten und notierte damit unter seinem Jahreshoch bei 7.464,58 Punkten, das er zuvor im Tagesverlauf markiert hatte. Noch positiver sah es beim MDax der mittelgrossen Werte aus, der um 0,15 Prozent auf 10.700,57 Punkte vorrückte und sich damit so stark präsentierte wie seit August 2007 nicht mehr. Der TecDax verlor dagegen 0,05 Prozent auf 921,21 Punkte.
In Deutschland bestimmte ähnlich wie in Europa insgesamt sowie in den USA eine Flut von Unternehmenszahlen das Bild: Mit allein fünf Unternehmen aus dem Dax nimmt die hiesige Berichtssaison ordentlich Fahrt auf. "Die Berichtssaison verläuft sehr solide und auch die Konjunkturdaten fallen derzeit eher positiv aus", sagte Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank. Die grösste Stütze für die Aktienmärkte sei aber die unverändert üppige Liquidität, nachdem die US-Notenbank Fed am Vorabend ihren Leitzins wie erwartet nicht verändert und eine Fortsetzung ihrer expansiven Geldpolitik signalisiert hatte. "Es gibt zwar weiter Probleme wie die anhaltende Schuldenkrise im Euroraum und die politische Entwicklung in Libyen, aber die werden derzeit ausgeblendet und von der hohen Liquidität geradezu zugeschüttet", so der Experte. Auch die Bewertungen seien derzeit kein Problem. Am Nachmittag könnten US-Konjunkturdaten indes dem Markt weitere Impulse geben.
DEUTSCHE BANK ÜBERTRIFFT ERWARTUNGEN - BAYER ERHÖHT PROGNOSEN
Die Deutsche Bank ist zum Jahresauftakt auf dem Weg zu ihren ehrgeizigen Zielen einen grossen Schritt vorangekommen. Dies honorierten die Anleger: Mit einem Plus von 4,76 Prozent auf 43,790 Euro sprangen die Titel des deutsche Branchenprimus an die Dax-Spitze. Die Gewinne des Instituts im ersten Quartal übertrafen alle Erwartungen und stellten auch die Ergebnisse von grossen Teilen der internationalen Konkurrenz in den Schatten. Börsianer sahen die Zahlen über den Erwartungen. Ein Marktteilnehmer zielte vor allem auf das Privatkundengeschäft ab, das dank der Postbank-Übernahme positiv überrascht habe.
Auch Bayer konnte mit guten Nachrichten aufwarten, welche zuletzt aber nur noch für Kursgewinne von 0,31 Prozent auf 57,720 Euro sorgten. Der Pharma- und Chemiekonzern hatte nach einem überraschend robusten ersten Quartal die Prognosen für 2011 erhöht. Das Unternehmen profitierte vom anhaltenden Chemie-Boom und einem kräftig anziehenden Agrochemiegeschäft. Von Händlern hiess es, der Nettogewinn sei zwar schwächer als erwartet ausgefallen, doch der höhere Ausblick sollte die Kursentwicklung dominieren. Beim Bayer-Konkurrenten Merck KGaA liess die Zahlenvorlage die Aktien um 2,21 Prozent auf 70,63 Euro steigen. Die Darmstädter verbuchten dank der Milliardenübernahme des Laborausrüsters Millipore und des anhaltenden Chemiebooms einen kräftigen Gewinn- und Umsatzanstieg. Ein Händler sprach von einem "soliden Jahresstart".
SAP MIT 'DURCH DIE BANK ENTTÄUSCHENDEN ZAHLEN'
"Durch die Bank enttäuschende Zahlen" monierten Börsianer indes bei SAP . Europas grösster Softwareanbieter ist dank der Sybase-Übernahme und der Erholung der Weltmärkte solide ins Jahr gestartet und hatte Umsatz wie Gewinn gesteigert. Beides blieb allerdings leicht hinter den Erwartungen der Experten zurück. Entsprechend büssten die Aktien am Dax-Ende 6,25 Prozent auf 42,825 Euro ein.
Im MDax verloren die Papiere von Continental 1,34 Prozent auf 66,770 Euro, obwohl der Automobilzulieferer und Reifenhersteller mit einem Umsatz- und Gewinnplus einen gelungenen Jahresstart hingelegt hatte. Allerdings waren die Titel zuletzt sehr stark gelaufen und hatten so hoch notiert wie zuletzt im September 2008, was nun wiederum Gewinnmitnahmen begünstigte. Ein Händler hob vor allem den Umsatz positiv hervor und betonte die Attraktivität der Aktie, die im späteren Jahresverlauf wahrscheinlich in den Dax aufsteigen werde. SGL Group gaben nach Zahlen als Schlusslicht um 2,41 Prozent auf 36,840 Euro nach.
HUGO BOSS NACH ZAHLEN SEHR FEST
Dagegen konnten die Titel des Modekonzerns Hugo Boss nach einem Umsatz- und Ergebnissprung um 2,36 Prozent auf 65,920 Euro zulegen. Commerzbank-Analyst Andreas Riemann sah die Zahlen über den Erwartungen. Er lobte die überraschend gut ausgefallenen Gewinne und die niedriger als erwartete Nettoverschuldung. Bei der Optikerkette Fielmann sorgte ein erwartungsgemäss kräftiges Gewinnplus für Kursaufschläge von 1,19 Prozent auf 70,82 Euro. Der Krankenhausbetreiber Rhön-Klinikum war dank deutlich gestiegener Patientenzahlen mit einem Gewinnanstieg ins neue Geschäftsjahr gestartet. Händler sprachen von erwartungsgemäss ausgefallenen Zahlen. Die Aktien gewannen 0,46 Prozent auf 15,270 Euro.
Bei den Technologiewerten gewannen Aixtron 0,24 Prozent auf 29,070 Euro verloren. Der auf Leuchtdioden-Anlagen spezialisierte Maschinenbauer hatte trotz kräftig gestiegener Umsätze und Gewinne die Erwartungen der Analysten nicht ganz erfüllen können. Die Wirecard-Titel verbilligten sich nach laut Händlern gemischten Zahlen des Zahlungsabwicklers um 0,08 Prozent auf 12,395 Euro. Ähnliches galt für das Biotech-Unternehmen Qiagen , dessen Aktien indes aber um 0,60 Prozent auf 14,225 Euro zulegten./gl/chs

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