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FRANKFURT (awp international) - Nach der starken Vortagsentwicklung hat der Dax am Dienstag weiter zugelegt und Kurs auf sein bisheriges Jahreshoch genommen. Gegen Mittag stand der deutsche Leitindex 0,11% höher bei 6.298,98 Punkten - zum Jahreshoch bei 6.341,52 Punkte fehlen ihm damit nur noch rund 40 Punkte. Für den TecDax ging es um 0,25% auf 780,36 Punkte hoch. Lediglich der MDax sank um 0,09% auf 8.570,93 Punkte. Im Fokus stand erneut die Berichtssaison. Allein aus dem Dax legten vier Unternehmen Zahlen vor, wobei BMW und die Deutsche Post positiv überraschten. Am Nachmittag dürften sowohl weitere Quartalszahlen aus den USA als auch Konjunkturdaten das Marktgeschehen beeinflussen.
"Nach der gestrigen Dynamik war schon zu erwarten, dass der Dax es nach oben versucht", sagte Händler Stephan de Schutter von der Alpha Wertpapierhandels GmbH. Charttechnisch sehe es ebenfalls gut für den Index aus und "es gibt keine Störfeuer von Unternehmensseite, alle Ampeln stehen auf Grün". Sollten die US-Daten am Nachmittag ebenfalls positiv ausfallen, könnte es schon heute ein neues Jahreshoch geben.
HÄNDLER LOBEN ZAHLEN VON BMW UND POST
BMW fuhr ein starkes Quartal ein und steigerte Absatz, Umsatz und Ergebnis. Am Markt stiess der Geschäftsbericht auf ein positives Echo. Sowohl bei den Erlösen als auch beim Gewinn habe der Autobauer die Markterwartungen übertroffen, lobten Händler. Die Aktien honorierten dies als Dax-Spitzenreiter mit Gewinnen von 4,41% auf 43,715 Euro. Die Deutsche Post konnte mit einem deutlichen Umsatz- und Gewinnanstieg die Markterwartungen teilweise übertreffen. Dies und der höhere Jahresausblick für den Gewinn vor Zinsen und Steuern liess die Aktien um 3,59% auf 13,985 Euro steigen. Ein Händler lobte Zahlen und Ausblick.
Der weltgrösste Dialysespezialist Fresenius Medical Care (FMC) konnte seinen Quartalsgewinn und -umsatz ebenfalls steigern und bestätigte den Ausblick für das Gesamtjahr. Der Markt hob insbesondere die Gewinnentwicklung positiv hervor, wogegen der Umsatz im Rahmen der Erwartungen bis darunter gesehen wurde. Mit minus 0,26% auf 42,01 Euro entwickelten sich die Aktien schwächer als der Dax. Fresenius-Titel verloren 0,36% auf 54,61 Euro. Der FMC-Mutterkonzern bestätigte nach einem kräftigen Gewinn- und Umsatzwachstum ebenfalls seinen jüngst angehobenen Konzernausblick. Ein Händler verwies darauf, dass der Medizinkonzern auch schon vor einigen Tagen ein besser als erwartetes Ergebnis berichtet hatte. Dies erkläre die unspektakuläre Kursreaktion auf die endgültigen Zahlen.
FUCHS-ZAHLEN OHNE ÜBERRASCHUNG - KAPITALERHÖHUNG BELASTET SKY
Auch die endgültigen Halbjahreszahlen von Fuchs Petrolub enthielten nach Einschätzung eines Händlers keine Überraschungen. Der Geschäftsbericht, dem zufolge der Schmierstoff-Hersteller Umsatz und Gewinne steigern konnte und im laufenden Jahr einen Gewinn vor Zinsen und Steuern von über 200 Millionen Euro erreichen will, entspreche exakt den bereits am 23. Juli überraschend vorgelegten vorläufigen Zahlen. Die Aktien gaben im MDax unspektakuläre 0,79% auf 80,80 Euro ab.
Mit einem Kurssturz von 21,87% auf 1,104 Euro lagen indes die Papiere von Sky Deutschland abgeschlagen am MDax-Ende und notierten auf einem Allzeittief. Wie am Vorabend bekannt geworden war, pumpt der Medienmogul Rupert Murdoch frisches Kapital in den tief in der Krise steckenden Bezahlsender. Der Konzern teilte am Montagabend überraschend mit, dass mit einer Kapitalerhöhung und einer Wandelanleihe mindestens 340 Millionen Euro in die Kassen der Münchner kommen sollen. Zugleich verabschiedete sich der neue Konzernchef Brian Sullivan vom ehrgeizigen Ziel, im kommenden Jahr profitabel zu werden. Ein Börsianer hob hervor, dass mit einer Kapitalerhöhung zwar bis Ende 2011 gerechnet worden sei, allerdings erscheine das Volumen riesig. Er bleibe dabei, dass Sky eines der schlimmsten Investment in Deutschland sei und man gut beraten sei, den Papieren fern zu bleiben.
SINGULUS UND PFEIIFFER VACUUM NACH ZAHLEN IM MINUS
Der Spezialmaschinenbauer Singulus Technologies verringerte im zweiten Quartal seinen Verlust dank des Auftragsbooms stärker als erwartet. Für das Gesamtjahr gab sich das im TecDax notierte Unternehmen aber sehr verhalten, so dass die Aktien um 1,79% auf 4,40 Euro nachgaben. Dagegen verbuchte der Spezialpumpen-Hersteller Pfeiffer Vacuum wegen der anhaltend starken Auftragslage einen Umsatz- und Gewinnanstieg und erfüllte die Erwartungen. Zudem bekräftigte das Unternehmen die Jahresprognose. Dies reichte den Anlegern aber nicht: Die Titel verloren 1,77% auf 61,00 Euro./gl/la
--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX --

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