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FRANKFURT (awp international) - Ein langjähriger Höchststand im Dow Jones Industrial hat den Dax am Mittwoch auf Rekordkurs gehalten. Der US-Leitindex hatte am Vortag erstmals seit Juni 2008 wieder über der Marke von 12.000 Punkten geschlossen und folgte damit seinem deutschen Pendant, das zuvor bereits auf den höchsten Stand seit Mai gleichen Jahres geklettert war. Im frühen Handel ging es für den deutschen Leitindex um weitere 0,44 Prozent auf 7.216,06 Punkte nach oben. Der MDax gewann 0,86 Prozent auf 10.351,10 Punkte und der TecDax stieg um 0,83 Prozent auf 885,13 Punkte.
Marktteilnehmer machten eine Mixtur aus nachlassenden Sorgen um die politische Lage im Nahen Osten, starken Unternehmenszahlen und positiven Signalen aus der US-Industrie für die freundlichen Vorgaben von der der Wall Street verantwortlich. Der Future auf den US-Leitindex gewann 0,42 Prozent seit dem Handelsschluss auf Xetra am Vortag. Auch die asiatischen Börsen hatten gestützt auf diese Vorlage deutlich zugelegt. Auf Unternehmensseite ist die Nachrichtenlage in Deutschland ruhig und auch an Wirtschaftsdaten stehe kaum entscheidendes auf der Agenda. Somit profitiere der Dax auch von seinem technisch positiven Bild mit dem neuen Hoch als Signal eines intakten Aufwärtstrends, hiess es am Markt.
AUTOMOBILTITEL VON US-ABSATZZAHLEN UND CITI-STUDIE BEWEGT
Automobiltitel standen mit US-Absatzzahlen und einer Branchenstudie der Citigroup im Fokus. Gestützt auf eine Kaufempfehlung kletterten Daimler-Aktien um 1,86 Prozent auf 54,290 Euro. Neben den US-Herstellern konnten vor allem auch die deutschen Premiumhersteller von einem positiven Gesamttrend profitieren. So steigerte Mercedes die Verkäufe seiner grossen M- und GL-Geländewagen um bis zu 29 Prozent. Der bayerische Rivale BMW vervierfachte nach einem Modellwechsel beinahe den Absatz seines X3 und schlug auch deutlich mehr grosse X5 los. Die Aktien gewannen 2,74 Prozent auf 58,060 Euro. Trotz eines eher unterdurchschnittlichen Absatzplus der Kernmarke und einer Abstufung der Citigroup stiegen VW-Vorzugsaktien um 1,95 Prozent auf 120,45 Euro. Konzerntochter Audi wurde in den USA bis zu 60 Prozent mehr Q5 und Q7 los.
HANNOVER RÜCK TROTZ AUSTRALIEN-FLUT - SOLARWORLD STEIGT IN LITHIUM-FÖRDERUNG EIN
Hannover Rück stiegen nach Aussagen über die Erneuerungsrunde um 1,67 Prozent auf 42,595 Euro. Der weltweit drittgrösste Rückversicherer fürchtet trotz der verheerenden Überschwemmungen in Australien nicht um seine Gewinnziele, wie Vorstandschef Ulrich Wallin nach der Vertragserneuerung in der Schaden-Rückversicherung sagte.
Das Bonner Photovoltaikunternehmen Solarworld steigt laut "Frankfurter Allgemeine Zeitung" in die Lithium-Förderung ein. Der Vorstandsvorsitzende Frank Asbeck rechnet mit einem "grossen Geschäft". Händlern zufolge sollte die Nachricht auch vor dem Hintergrund des Themas "Seltene Erden" die zuletzt stagnierenden Aktien des Solarkonzerns antreiben. Lithium ist der wichtigste Rohstoff für leistungsfähige Batterien, die in Zukunft Elektroautos antreiben und Solarstrom speichern sollen. Positiv wirkten aber einem Händler zufolge auch Berichte über eine Einigung um die Einschnitte der Solarförderung zwischen der Industrie und dem Bund. Solarworld-Aktien kletterten als bester TecDax-Wert um 3,47 Prozent auf 7,730 Euro.
KUKA MIT VORLÄUFIGEN ZAHLEN
Aktien von Kuka sanken indes nach vorläufigen Zahlen im SDax um 0,58 Prozent auf 17,900 Euro. Der Roboterhersteller hat im abgelaufenen Geschäftsjahr den Umsatz und Auftragseingang deutlich gesteigert und beim operativen Ergebnis den Sprung in die Gewinnzone geschafft. Ein Händler reagierte allerdings negativ: "Der Auftragseingang lag unter den Erwartungen und im EBIT sind auch nur gut 6 Millionen Euro an Sonderbelastungen enthalten", sagte er. Hier könnte die leicht positive Überraschung also daraus resultieren, dass nicht wie angekündigt bis zu 10 Millionen Euro an Restrukturierungskosten verbucht wurden. Insgesamt reichten die Zahlen nicht aus, um nach der jüngsten Kursrally Gewinnmitnahmen zu verhindern./ag/rum

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