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FRANKFURT (awp international) - Nach dem vortags zwischenzeitlich erreichten Jahreshoch ist dem Dax am Donnerstag etwas die Puste ausgegangen. Im frühen Handel kämpfte der deutsche Leitindex mit dem Schlussniveau vom Mittwoch und gewann zuletzt ungeachtet guter Vorgaben nur magere 0,04 Prozent auf 6.333,89 Punkte. Der MDax sank indes um 0,18 Prozent auf 8.584,81 Punkte und der TecDax verlor 0,14 Prozent auf 780,24 Punkte.
Die Berichtssaison bleibt einmal mehr das Hauptthema am Markt. Unter anderem legten die Deutsche Telekom, die Commerzbank und Beiersdorf ihre Quartalsbilanzen vor. Doch ähnlich wie am Vortag konnten einige Aktien insbesondere aus dem Dax gute Zahlen nicht in Kursgewinne ummünzen. Neben den Unternehmensnachrichten könnten die Kommentare der EZB nach dem Zinsentscheid am Mittag den Markt noch bewegen.
COMMERZBANK WIEDER PROFITABEL - TELEKOM-GEWINN SINKT
Die staatlich gestützte Commerzbank ist in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt und hat im zweiten Quartal deutlich mehr verdient als von Experten erwartet. Dennoch gaben die Papiere nach Anfangsgewinnen um 0,17 Prozent auf 7,186 Euro nach. Vor allem der Vorsteuer- und Nettogewinn seien höher als prognostiziert ausgefallen, hob ein Börsianer hervor. Wichtigste Ergebnistreiber waren ein deutliches Plus beim Handelsergebnis und eine stark gesunkene Belastung aus faulen Krediten. Zudem erwartet das Institut, auch auf Gesamtjahressicht wieder profitabel zu werden. Positive Studiendaten für das Thrombosemittel Xarelto liessen indes Bayer-Aktien an der Dax-Spitze um 2,88 Prozent auf 47,905 Euro steigen.
Die Deutsche Telekom hat im zweiten Quartal weniger verdient und umgesetzt als im Vorjahr, was die Aktien um 0,71 Prozent auf 10,425 Euro sinken liess. Beim Nettoergebnis wirkte sich die Entkonsolidierung der britischen Tochter T-Mobile UK mit rund 200 Millionen Euro besonders negativ aus. Einen kleinen Lichtblick lieferte das US-Geschäft: Dort verlor die Telekom vor allem Prepaid-Kunden, die Zahl der Vertragskunden legte genauso zu wie der Datenumsatz je Kunde. Von Händlern hiess es, die bereinigten Zahlen lägen im Rahmen der Erwartungen bis leicht darüber. Nach der jüngst starken Kursentwicklung reiche dies aber nicht aus, um Gewinnmitnahmen zu verhindern.
BEIERSDORF DAX-SCHLUSSLICHT
Trotz leicht besser als erwartet ausgefallener Zahlen verloren Beiersdorf-Aktien als Dax-Schlusslicht 4,22 Prozent auf 43,915 Euro. Der Konsumgüterhersteller steigerte im zweiten Quartal dank des schwachen Euro und der Erholung der Klebersparte Tesa Umsatz und Gewinn. Insbesondere der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) fiel nach Einschätzung eines Analysten besser aus als die Prognosen. Wegen des überraschend schwachen Finanzergebnisses liege der Nettogewinn indes nur knapp darüber. Für das Gesamtjahr peilen die Hamburger weiter eine EBIT-Rendite über elf Prozent an.
Im MDax gewannen Fraport-Titel bescheidene 0,10 Prozent auf 41,975 Euro, nachdem die Halbjahreszahlen des Flughafenbetreibers Händlern zufolge die Marktschätzungen übertroffen hatten. Zudem habe Fraport die Prognose für den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen im Gesamtjahr unerwartet deutlich angehoben. Eine Anhebung sei jedoch bereits von vielen Marktteilnehmern erwartet worden, sagte ein Börsianer.
RHÖN-KLINIKUM UND PROSIEBENSAT.1 PROFITIEREN VON ZAHLEN
Die Titel von Rhön-Klinikum büssten 1,00 Prozent auf 17,82 Euro ein. Der Krankenhaus-Betreiber verdiente dank höherer Patientenzahlen und der jüngsten Übernahmen bei einem gestiegenen Umsatz mehr als im Vorjahr und bekräftigte den Ausblick. Das im Vergleich zum Vorjahr höhere Ergebnis vor Zinsen und Steuern lag über den Erwartungen der von dpa-AFX befragten Analysten. Indes sagte ein Händler, die Zahlen seien wie erwartet ausgefallen.
Für die Anteilsscheine von ProSiebenSat.1 ging es indes nach endgültigen Zahlen um 3,21 Prozent auf 14,490 Euro hoch. Der Fernsehkonzern sieht sich auf einem guten Weg zu einem höheren operativen Ergebnis im laufenden Jahr. Eine Erlösprognose wagte Konzernchef Thomas Ebeling jedoch nicht.
TECDAX-WERTE NACH ZAHLEN DEUTLICH IM PLUS
Im TecDax verteuerten sich Drägerwerk-Titel als bester Wert um 2,87 Prozent auf 58,020 Euro. Der Medizin- und Sicherheitstechnik-Hersteller knüpfte an das gute Auftaktquartal an und verzeichnet erneut einen Ergebnissprung. Dabei übertrafen alle Zahlen zum zweiten Quartal die Schätzungen der Analysten. Den erst jüngst angehobenen Ausblick bestätigten die Lübecker. Das Biotechnologie-Unternehmen Medigene reduzierte im ersten Halbjahr bei einem höheren Umsatz den Verlust. Dieser fiel laut einem Händler nun geringer als erwartet aus. Die Titel gewannen 2,66 Prozent auf 3,008 Euro.
Dagegen litt der Windkraftanlagenbauer Nordex auch im zweiten Quartal noch unter den Spätfolgen der Wirtschaftskrise, was den Umsatz um fast 30 Prozent sinken liess. Dies war jedoch ebenso wie der rückläufige Gewinne besser als von Analysten befürchtet, so dass die Aktien um 1,12 Prozent auf 8,111 Euro stiegen./gl/la

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