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FRANKFURT (awp international) - Gestützt auf positive Vorgaben ist der deutsche Aktienmarkt am Montag mit Kursgewinnen in die neue Handelswoche gestartet. Im Fokus stünden aber mehrere Kapitalerhöhungen mit dem Rekord-Hunger nach frischem Kapital der Deutschen Bank als Highlight. Der Dax stieg am Morgen um 0,38 Prozent auf 6.238,21 Punkte. In der Vorwoche hatte der deutsche Leitindex bereits 1,31 Prozent zugelegt. Der MDax gewann 0,41 Prozent auf 8.712,99 Punkte. Im frühen Verlauf erreichte der Index mittelgrosser Werte den höchsten Stand seit Setember 2008. Der TecDax kletterte um 0,27 Prozent auf 771,89 Punkte nach oben.
Die Eröffnungsgewinne begründeten Börsianer mit dem guten Wochenausklang an der Wall Street, die nahe ihrem Tages- und Wochenhoch aus dem Handel gegangen war. Der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial gewann 0,87 Prozent seit dem Freitagsschluss auf Xetra. In Japan stieg der Leitindex Nikkei 225 am Morgen um 0,89 Prozent. Ein Börsianer verwies zudem auf robuste Daten zur Industrieproduktion aus China als positiven Stimmungsimpuls. Auch die Einigung auf die 'Basel III'-Regeln für Banken sorgten für Erleichterung, auch wegen längerer Übergangsfristen, sagte er. Nun falle der Dax aber von seinem Hoch im frühen Geschäft etwas zurück, nachdem die Analysten der Deutschen Bank Umschichtungen in britische Werte empfohlen hätten.
DEUTSCHE BANK MIT REKORD-KAPITALERHÖHUNG IM FOKUS
Tagesthema ist die Deutsche Bank , auch wenn die Aktie zunächst scheinbar unspektakulär um ihren Schlusskurs vom Freitag schwankte. Zuletzt standen am Dax-Ende minus 0,58 Prozent auf 47,425 Euro zu Buche. Der deutsche Branchenprimus sammelt mit einer Rekord-Kapitalerhöhung mindestens 9,8 Milliarden Euro am Aktienmarkt ein. Er will sich die Postbank ganz einverleiben und sich für die strengeren "Basel III"-Regeln rüsten. Ein Börsianer kommentierte: "Die Kapitalerhöhung ist etwas grösser als erwartet und die Ergebnisbelastung durch die Postbank von 2,4 Milliarden erschreckt einige - überraschend ist das aber alles nicht und die Aktien sollten sich erholen." Lob bekam die Deutsche Bank auch vom Bankenexperten Dirk Schiereck: "Das Timing der Transaktion ist brillant", sagte der Professor für Unternehmensfinanzierung an der TU Darmstadt. "Nach den neuen Regeln für die Finanzbranche ist mit einer Welle von Kapitalerhöhungen zu rechnen und da ist es gut, der erste zu sein." Die Commerzbank werde definitiv darunter leiden, sagte Schiereck. Für sie werde es jetzt schwieriger, sich Geld am Aktienmarkt zu beschaffen.
Am Wochenende hat die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) bekanntgegeben, dass Geschäftsbanken weltweit künftig wesentlich mehr Eigenkapital vorhalten sollen. Von 2013 an soll die Kernkapitalquote (Tier 1) stufenweise von derzeit vier auf sechs Prozent steigen. Dies sehen einige Händler als "kräftige Unterstützung für den Bankensektor, da zum einen die Anforderungen weniger scharf erscheinen als befürchtet und zum anderen die belastende Unsicherheit nun aus der Branche entweicht."
Postbank rutschten nach dem zu erwartenden Pflichtangebot durch die Deutsche Bank um 6,71 Prozent auf 25,220 Euro ab. Die grösste deutsche Bank will nur 24 bis 25 Euro für eine Postbank-Aktie bieten und damit vermeiden, dass sie im Februar 2012 allen Aktionären 45 Euro je Aktie bieten muss. An der Börse hatte das Papier in den vergangenen Wochen wegen der Spekulationen auf ein Gebot der Deutschen Bank deutlich zugelegt. Einem Händler zufolge ist es "keine grosse Überraschung, dass lediglich ein Pflichtangebot vorgelegt wird. Die Bestätigung belastet die Aktien aber. Der Durchschnittspreis der vergangenen drei Monate dürfte bei etwa 24,67 Euro liegen."
DETAILS ZU WEITEREN KAPITALERHÖHUNGEN
Aktien von Heidelberger Druckmaschinen AG rutschten nach der Ankündigung der "lang erwarteten Kapitalerhöhung" um 3,25 Prozent auf 6,005 Euro ab. Der Druckmaschinenhersteller will sein Grundkapital mit knapp 400 Millionen Euro frischen Kapitals nahezu verdreifachen und damit Schulden tilgen und das Eigenkapital stärken. Der Bezugspreis für die neuen Aktien, die den bisherigen Anteilseignern im Verhältnis eins zu zwei angeboten werden, wurde auf 2,70 Euro festgelegt. "Es war zwar mit einem sehr hohen Volumen gerechnet worden, der doch sehr niedrige Bezugspreis stösst aber sauer auf", sagte ein Börsianer. Ein anderer Händler sah die Bedingungen indes "voll im Rahmen der Erwartungen", weshalb diese bereits im Kurs eingepreist sein sollten.
Sky Deutschland legten dagegen nach der Festlegung des Bezugspreises für die neuen Aktien aus der Anfang August bekannt gegebenen Kapitalerhöhung 3,38 Prozent auf 1,010 Euro zu. Die Massnahme ist den Angaben zufolge durch den Grossaktionär News Corp bis zum Erreichen der Schwelle von 49,90 Prozent am Grundkapital von Sky abgesichert. "Die Aktien sind bereits mit Ankündigung der Kapitalerhöhung erneut eingebrochen", sagte ein Börsianer. "Entsprechend kommt jetzt kein Druck mehr auf." Der Kurs dürfte sich dem Bezugspreis von 1,05 Euro weiter annähern./fat/tih

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