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FRANKFURT (awp international) - Nach verhaltenen Vorgaben hat der Dax am Freitag moderat zulegen können. Im frühen Handel gewann der deutsche Leitindex 0,37 Prozent auf 6.172,02 Punkte. Für den MDax ging es um 0,36 Prozent auf 8.312,80 Punkte hoch, der TecDax stieg um bescheidene 0,07 Prozent auf 784,44 Punkte. Während die wichtigsten US-Aktienindizes am Donnerstag nach einer Berg- und Talfahrt wenig verändert geschlossen hatten, gewann der Future auf den Dow Jones (DJIA) seit dem Xetra-Schluss 0,55 Prozent hinzu. In Tokio schloss der Nikkei-225-Index hingegen sehr schwach und knüpfte damit an die Vortagsverluste an.
Google hatte nach US-Börsenschluss Zahlen vorgelegt und damit zum Teil enttäuscht, was sich auch auf den Handel zum Wochenschluss auswirken könnte, erklärte ein Händler. Um die Mittagszeit berichtet der US-Mischkonzern General Electric (GE) über das vergangene Quartal. Wegen der breiten Aufstellung des Konzerns gelten die Zahlen als wichtiger Indikator für den weiteren Verlauf der bisher gut gestarteten amerikanischen Berichtssaison. Aus der Bankenbranche geben später die Bank of America und die Citigroup ihre Quartalsergebnisse bekannt. Am Donnerstag hatte JPMorgan mit einem unerwartet deutlich gestiegenen Gewinn die Messlatte für die Branche hoch gelegt. Zudem dürften am Nachmittag US-Konjunkturdaten wie etwa die Verbraucherpreise bewegen.
BANKEN SCHWÄCHELN: GOLDMAN-STRAFE, SPÄTER US-BANKEN-ZAHLEN
Bereits vor den Zahlen der US-Konkurrenten schwächelten Bankenwerte wie Deutsche Bank und Commerzbank . Händler verwiesen auf eine Rekordstrafe von 550 Millionen Dollar (420 Millionen Euro) für Goldman Sachs , weil die Investmentbank Anleger bei einem komplexen Finanzgeschäft unzureichend informiert hat. "Eine halbe Milliarde Dollar ist die höchste Strafe, die die SEC in ihrer Geschichte jemals gegen eine Finanzfirma verhängt hat", sagte der Chefermittler Robert Khuzami von der Börsenaufsicht . Dagegen kommentierte ein Börsianer: "Für manche Banken gibt es immer einen einfachen Ausweg." Am Markt hätten Investoren die Höhe der Strafe lediglich als eine Ohrfeige gesehen. Immerhin verdiene Goldman Sachs mehr als 13 Milliarden Dollar im Jahr. Deutsche-Bank-Titel gehörten mit Abschlägen von 0,62 Prozent auf 48,860 Euro zu den schwächsten Werten im Dax und Aktien der Commerzbank verloren 0,85 Prozent auf 6,330 Euro.
Aktien von Infineon stiegen trotz optimistischer Unternehmensaussagen nur um 0,35 Prozent auf 5,143 Euro. Der Halbleiterspezialist glaubt weiterhin an einer längeren Aufschwung, wie Chef Peter Bauer der "Süddeutschen Zeitung" sagte. "Wir erwarten, den Umsatz im nächsten Geschäftsjahr 2010/11 im hohen einstelligen Bereich zu steigern." Zu den Spekulationen, der russischen Mischkonzern Sistema könnte bei Infineon einsteigen, sagte Bauer: "Es gibt keinerlei Gespräche zwischen Infineon und Sistema über eine Beteiligung." Von einem Händler hiess es, der Markt rechne bereits mit einem Umsatzanstieg von sieben Prozent. Unterdessen berichtete der amerikanische Chip-Konzern Advanced Micro Devices (AMD) für das zweite Quartal einen Rückfall in die Verlustzone trotz eines Umsatzanstiegs von 40 Prozent. Dennoch konnten die Aktien nachbörslich zulegen, da Börsianer einen deutlicheren Verlust befürchtet hatten.
K+S PROFITIEREN VON YARA-ZAHLEN - BERICHT BELASTET VERSORGER
An der Dax-Spitze stiegen K+S-Titel dank guter Zahlen von Yara um 2,39 Prozent auf 38,805 Euro. Der norwegische Düngemittelkonzern schnitt im zweiten Quartal besser ab als erwartet. Dagegen litten Versorgertitel unter einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung", dem zufolge die Bundesregierung die deutsche Atomindustrie im Gegenzug für längere Laufzeiten mit einer zusätzlichen Milliardenabgabe belegen will. Eon gaben um 2,34 Prozent auf 22,365 Euro nach und RWE büssten als Schlusslicht 2,71 Prozent auf 53,21 Euro ein.
Metro-Aktien verteuerten sich nach den Zahlen des französischen Wettbewerbers Carrefour um 0,66 Prozent auf 44,140 Euro. Europas grösster Einzelhändler berichtete am Vorabend nach Börsenschluss über eine Umsatzsteigerung im zweiten Quartal. Dabei wurde das Wachstum in erster Linie vom Geschäft in Lateinamerika und Asien getragen. Die Analystenschätzungen konnte Carrefour übertreffen. Laut Börsianern wirkte sich das leicht positiv auf Metro aus. Allerdings sei der deutsche Konzern in Asien und Lateinamerika bei weitem noch nicht so stark präsent wie die Franzosen, hiess es./gl/ag

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