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FRANKFURT (awp international) - Die Anhebung der Risikoeinstufung für den Atomstörfall im Kraftwerk Fukushima hat am Dienstag auch den deutschen Anlegern zunächst die Stimmung verhagelt. Der Unfall erhielt jetzt die Einstufung 7, was bisher nur die schwere Tschernobyl-Katastrophe hatte. Der Dax verlor nach dieser Nachricht und schwach aufgenommenen Alcoa-Zahlen im frühen Handel 0,58 Prozent auf 7.162,93 Punkte. Der MDax sank um 0,78 Prozent auf 10.371,48 Punkte und der TecDax büsste 0,88 Prozent ein auf 922,34 Punkte.
Der neuen Einstufung des Atomunfalls in Fukushima zufolge sind Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt in einem weiten Umfeld zu befürchten. Die freigesetzten radioaktiven Materialien würden bislang zehn Prozent der von Tschernobyl betragen, hiess es. Unterdessen wurde Japan am Morgen auch erneut von starken Nachbeben erschüttert. Den Nikkei-225-Index drückte dies um 1,69 Prozent ins Minus. Auch der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial gibt einen klar negativen Trend vor. Neben der aktuellen Nachrichtenlage dürften am Nachmittag insbesondere die Daten der US-Handelsbilanz den weiteren Tagestrend beeinflussen.
ALCOA-ZAHLEN BELASTEN METALLWERTE - MUNICH RE UND SGL VON STUDIEN BEWEGT
Metallwerte wie Aurubis und ThyssenKrupp sowie Salzgitter tendierten nach den Alcoa-Zahlen mit Abschlägen bis zu 2,06 Prozent schwächer als der Gesamtmarkt. Der Aluminiumkonzern hat am Vorabend traditionell die Berichtssaison zum Auftaktquartal eröffnet und meldete bei einem Umsatzanstieg die Rückkehr in die Gewinnzone. Die Alcoa-Aktie wurde dennoch nachbörslich mit einem Minus von mehr als drei Prozent abgestraft. Börsianer zeigten sich enttäuscht vom Umsatzwachstum sowie der Marge. Auch in Asien gehörten die Aktien der grossen Stahlkonzerne zu den grössten Verlierern.
Aktien von Munich Re gehörten dagegen mit plus 1,00 Prozent auf 116,30 Euro zu den Dax-Favoriten. Morgan Stanley hat die Papiere des Rückversicherers von "Equal-Weight" auf "Overweight" angehoben und das Kursziel von 139 auf 144 Euro aufgestockt. Analyst Maciej Wasilewicz setzte die Aktie zudem auf die "Best Ideas List". Steigende Prämien und Renditen seien im Kurs noch nicht ausreichend eingepreist. Lufthansa-Aktien profitierten laut Börsianern vom stak gefallen Ölpreis und gewannen 1,83 Prozent auf 14,775 Euro.
In die Gegenrichtung ging es nach einer Abstufung durch HSBC für Aktien der SGL Group - sie verloren am MDax-Ende 4,33 Prozent auf 37,695 Euro. Die Experten hatten die Papiere des Kohlenstoffspezialisten von "Neutral" auf "Underweight" abgestuft und liegen mit dem auf 32,00 Euro angehobenen Kursziel noch deutlich unter dem aktuellen Niveau. Er halte eine Übernahmen mittlerweile nicht mehr für wahrscheinlich, schrieb Analyst Jürgen Siebrecht mit Blick auf die zuletzt aufgekommenen Übernahmespekulationen.
FRAPORT NACH VERKEHRSZAHLEN IM MINUS - STRÖER-ZAHLEN GEFALLEN
Auch für Aktien von Fraport ging es nach Verkehrszahlen um 0,72 Prozent abwärts auf 50,850 Euro. Die späten Osterferien, die Japan-Krise und die Unruhen in Nordafrika haben auf das März-Geschäft gedrückt. Neben den Passagierzahlen sank auch das Fracht- und Luftpostaufkommen. Der Börsianer wertete die Zahlen als leicht negativ. Es scheine, als ob der positive Trend der vergangenen Monate erst einmal gestoppt sei.
Ströer-Aktien sprangen indes nach den Zahlen für 2010 als bester SDax-Wert um 4,54 Prozent auf 23,050 Euro. Laut einer Händlereinschätzung fiel vor allem das Vorsteuerergebnis etwas besser als erwartet aus. Auf den ersten Blick sähen die Zahlen des Spezialisten für Aussenwerbung gut aus, sagte ein Händler. Die Aussagen für das laufende Jahr hörten sich ebenfalls gut an. Er warte aber noch auf weitere Details./ag/fa

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