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AKTIEN FRANKFURT/Eröffnung: Schwächer - Sorgen um Schuldenkrise und Euro

Dieser Inhalt wurde am 17. Mai 2010 - 10:09 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Belastet von anhaltenden Sorgen um das Wirtschaftswachstum in Europa und die Talfahrt des Euro ist der deutsche Aktienmarkt am Montag mit Verlusten in den Handel gegangen. Der Leitindex Dax, der in der vergangenen Woche insgesamt noch ein Plus von 6 Prozent verbucht hatte, sank in den ersten Minuten um 0,37 Prozent auf 6.034,32 Zähler. Ein ähnliches Bild zeigte sich beim MDax, der 0,47 Prozent auf 8.249,03 Punkte abgab. Der TecDax büsste 0,72 Prozent auf 766,86 Punkte ein.
Auf die Stimmung gedrückt hatte vor Handelsbeginn schon der Euro, der zwischenzeitlich unter die Marke von 1,23 US-Dollar und damit seinen tiefsten Stand seit April 2006 abgesackt war. Zudem war der Nikkei-225-Index in Tokio auf ein Zweimonatstief gesunken, der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial verlor seit dem Xetra-Handelsschluss vom Freitag 0,78 Prozent. Mit Blick auf die Schuldenkrise befürchten Börsianer, dass die umfassenden Sparmassnahmen in angeschlagenen Ländern wie Griechenland, Portugal oder Spanien die wirtschaftliche Erholung in ganz Europa abwürgen könnten. Im Verlauf des Montags kommen die Finanzminister der Euro-Zone in Brüssel zusammen. Dabei könnte unter anderem die Idee einer europäischen Schuldenbremse angesprochen werden.
Deutlich nach unten ging es nach Zahlen für Aktien des Bau- und Dienstleistungskonzernn Hochtief - sie verloren 8,36 Prozent auf 53,91 Euro. Damit lagen die Papiere am Ende des MDax. Händlern zufolge war das Zahlenwerk gemischt ausgefallen. Während der Umsatz im ersten Quartal die Erwartungen verfehlt habe, sei der Überschuss etwas besser ausgefallen als von Analysten geschätzt. Negativ zu Buche schlägt Börsianern zufolge ein Rückgang beim Auftragseingang und ein schwacher Ausblick von Leighton. Die australische Hochtief-Tochter senkte ihre Umsatzprognose für das Gesamtjahr.
Wie gross die Unsicherheit über die finanzielle Situation in der Euro-Zone ist, zeigten einmal mehr Verluste von Finanzwerten. Papiere der Commerzbank gaben um 1,15 Prozent auf 6,030 Euro nach. Aktien der Deutschen Bank verloren 0,42 Prozent auf 48,545 Euro. Ein Händler verwies auf einen Medienbericht, wonach nun auch der US-Bundesstaat Massachusetts Anleihegeschäfte von zehn Banken mit Kommunen untersucht. Darunter sei auch der deutsche Branchenprimus. Ähnliche Untersuchungen seien in Kalifornien bereits eingeleitet.
Unter Druck standen auch Automobil-Werte, nachdem der europäische Automarkt im April erstmals in diesem Jahr geschrumpft war. Die Pkw-Neuzulassungen waren im Vergleich zum Vorjahresmonat um 7,4 Prozent auf 1.134.701 Autos gesunken. Dabei hatten die Autohändler in Deutschland den grössten Absatzeinbruch zu verkraften. Für Daimler-Papiere ging es um 0,43 Prozent auf 40,400 Euro nach unten, für BMW-Aktien um 0,75 Prozent auf 38,910 Euro und für Volkswagen (VW) um 1,45 Euro auf 70,09.
Neuerliche Behinderungen wegen der Aschewolke des isländischen Vulkans rückten einmal mehr auch Luftfahrt-Papiere in den Fokus. Lufthansa verloren 0,13 Prozent auf 11,540 Euro, während Air Berlin um 0,65 Prozent auf 3,500 Euro nachgaben. Für Titel des Flughafenbetreibers Fraport ging es um 0,34 Prozent auf 38,265 Euro nach unten. Betroffen waren von der Aschewolke am Montagmorgen die Flughäfen Amsterdam-Schiphol und Rotterdam in den Niederlanden. In Grossbritannien und Irland war es bereits seit Sonntag zu Behinderungen gekommen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes dürften deutsche Flughäfen aber zunächst von der Aschewolke verschont bleiben.
Der Ausblick des Konsumgüterherstellers Beiersdorf wurde negativ aufgenommen, die Papiere büssten 0,54 Prozent auf 43,380 Euro ein. Konzernchef Thomas Quaas hatte in der "Süddeutschen Zeitung" gesagt, 2010 ein Umsatzwachstum von mehr als drei Prozent erreichen zu wollen. Damit wolle er das Marktwachstum übertreffen. Händler verwiesen jedoch darauf, dass Analysten in diesem Jahr ein noch stärkeres Wachstum erwarten - und zwar eines um 6 Prozent.
Infineon-Aktien waren wegen eines Bericht der "Financial Times Deutschland" im Blickfeld der Anleger. Demnach verhandelt der Münchener Chipkonzern mit dem US-Rivalen Intel über den Verkauf seiner Sparte für Mobilfunkchips. Den Anteilsscheinen brachte das zunächst ein Kursplus von 2,48 Prozent auf 5,163 Euro./chs/ag

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