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AKTIEN FRANKFURT/Eröffnung: Sehr schwach - Vorgaben und Korea belasten

Dieser Inhalt wurde am 25. Mai 2010 - 11:00 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Der deutsche Aktienmarkt ist am Dienstag belastet von sehr negativen Vorgaben aus Übersee und Sorgen um eine Verschärfung der politischen Situation in Korea mit klaren Verlusten gestartet. Der Dax brach in der ersten dreiviertel Stunde um 2,78 Prozent auf 5.644,57 Punkte ein. Am Pfingstmontag hatte der Leitindex bereits mit minus 0,40 Prozent seine Talfahrt der Vorwoche fortgesetzt. Der MDax sank um 3,08 Prozent auf 7.523,90 Punkte, der TecDax verlor sogar 3,31 Prozent auf 699,70 Punkte.
Nach Einschätzung von Händlern stieg die ohnehin grosse Unsicherheit an den Märkten wegen der Spannungen in Korea noch weiter. Auch die asiatischen Börsen waren in die Knie gegangen und in Tokio verlor der Nikkei-225-Index mehr als drei Prozent. Die Wall Street hatte am Vortag ebenfalls Verluste eingefahren und vor allem im späten Handel einen Schwächeanfall erlitten. Der Future auf den Dow Jones verlor seit dem Xetra-Handelsschluss am Montag zuletzt 2,60 Prozent. Hinzu kommen nach Angaben von Händlern nach dem Fast-Bankrott der spanischen Sparkasse CajaSur am Wochenende Ängste um die europäischen Banken. Marktstratege Ben Potter von IG Markets sagte: "Mit all dem im Hinterkopf werden die Aktienhändler in absehbarer Zeit sehr vorsichtig bleiben."
FINANZWERTE VERLIEREN DEUTLICH
Nachdem an der Wall Street am Vorabend vor allem Finanzwerte unter Druck geraten waren, ging es auch für die Papiere deutscher Banken und Versicherungen im frühen Handel nach unten. Aktien der Deutschen Bank verloren im unteren Dax-Drittel 3,45 Prozent auf 45,890 Euro, Commerzbank sanken um 2,54 Prozent auf 5,715 Euro. Papiere der Allianz gaben um 2,35 Prozent auf 78,39 Euro nach.
Runter ging es auch für Stahlwerte: ThyssenKrupp , Salzgitter und Klöckner & Co (KlöCo) sanken allesamt um mehr als 4 Prozent. KlöCo-Vorstandschef Gisbert Rühl hatte in einem Interview mit der "Financial Times Deutschland" von Überkapazitäten am Markt gesprochen, weshalb er in den kommenden Monaten sinkende Stahlpreise erwarte. Entscheidend für den Markt sei, ob die Hersteller in den kommenden Monaten wieder Kapazitäten stilllegten, da ansonsten die Margen unter Druck gerieten.
INFINEON AM DAX-ENDE
Grösster Verlierer im Dax waren Papiere von Infineon , sie büssten 7,75 Prozent auf 4,283 Euro ein. JPMorgan-Analyst Sandeep Deshpande senkte seine Einstufung für die Aktie von "Overweight" auf "Neutral" und kürzte das Kursziel von 6,50 auf 5,50 Euro. Er geht davon aus, dass die Marge im September-Quartal ihren Höhepunkt erreichen wird. Insgesamt sieht er für die Halbleiterbranche in seiner Branchenstudie die Gefahr einer Abschwächung der Auftragslage.
Im MDax entwickelten sich Lanxess-Aktien mit einem Abschlag von 3,27 Prozent auf 30,485 Euro noch schlechter als der Markt. Dabei hatte Finanzvorstand Matthias Zachert in der "Börsenzeitung" gesagt, dass das Unternehmen derzeit von der Euro-Schwäche profitiere. "Bei einem Anstieg des Dollar gegenüber dem Euro um 1 Cent erzielen wir auf Ebene des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen einen zusätzlichen Gewinn von 5 bis 6 Millionen Euro", sagte Zachert. Insgesamt sei die Währungsinstabilität allerdings nicht positiv und die Finanz- und Wirtschaftskrise nicht ausgestanden. Auch eine Studie von Goldman Sachs, in der das Kursziel von 37 auf 41 Euro aufgestockt und das Votum auf "Neutral" belassen wurde, konnte den Kurs der Aktie nicht stützen.
AIXTRON VON JPMORGAN-STUDIE BELASTET ? SCHLUSSLICHT IM TECDAX
Aixtron notierten indes mit minus 7,89 Prozent auf 20,780 Euro am Ende des TecDax. Belastend wirkte eine Studie von JPMorgan, in der die Einschätzung der Papiere des auf Leuchtdioden-Anlagen spezialisierten Maschinenbauers von "Overweight" auf "Neutral" und das Kursziel von 30 auf 20 Euro gesenkt wurden.
chs/fa

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