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AKTIEN FRANKFURT/Leichte Verluste - Hochtief mit Zahlen im Blick

FRANKFURT (awp international) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich auch am Montag nicht vom Negativtrend der vergangenen vier Handelstage lösen können. Gute Zahlen von Hochtief stützten anfangs die Kurse, die aber schnell wieder von den Sorgen um die Konjunkturentwicklung in Europa und den USA eingeholt wurden, hiess es unter Börsianern. Der Leitindex eröffnete etwas höher, lag am Nachmittag aber mit 0,19 Prozent im Minus bei 6.099,05 Punkten. Der MDax gab um 0,05 Prozent auf 8.263,38 Punkte nach und auch der TecDax war 0,06 Prozent im Minus bei 745,74 Punkten.
"Nach dem Ende der Berichtssaison fehlt es den Märkten aktuell an klaren Kurstreibern", sagte Chefhändler Matthias Jasper von der WGZ Bank. Im Hinblick auf das Jahr 2011 färbe die Sorge vor einem Rückfall der US-Wirtschaft in eine Phase der Rezession und Deflation auch nach Europa ab. Auch das häufig benutzte Argument der Liquidität scheine aktuell nicht zu greifen, da freie Mittel zur Zeit in als sicher angesehene Staatsanleihen angelegt würden. "Darin spiegelt sich das mangelnde Vertrauen in die Entwicklung der Konjunktur wieder", ergänzte Jasper.
HOCHTIEF ÜBERRASCHT MIT SEINER AUFTRAGSLAGE
Anteilsscheine von Hochtief kletterten nach der Vorlage von Zahlen für das zweite Quartal um 4,89 Prozent auf 52,05 Euro und lagen damit an der Spitze des MDax. Das Zahlenwerk ist Händlern zufolge besser als erwartet ausgefallen. Vor allem die Auftragseingänge hätten positiv überrascht und zu einem erhöhten Ausblick für die Neubestellungen geführt, hiess es. Auch der Umsatz und der Gewinn nach Steuern habe etwas besser als erwartet abgeschnitten. Analyst Norbert Kretlow von der Commerzbank machte gute Geschäfte der australischen Tochter Leighton für die Auftragslage verantwortlich. Händler zogen aus den Zahlen auch positive Schlüsse für die Aktien des Zementherstellers HeidelbergCement , die an der Dax-Spitze um 2,36 Prozent zulegten.
Finanzwerte gehörten indes zu den schwächeren Werten am deutschen Aktienmarkt. Aktien der Deutschen Bank waren mit minus 1,81 Prozent auf 51,94 Euro das Schlusslicht im Dax. Auch die Papiere der Commerzbank und der Postbank gaben um 0,53 und 0,63 Prozent nach. Laut Analyst Philipp Hässler von Equinet machten weiterhin einige Anleger Kasse, nachdem Bankaktien im Juli infolge der Stresstestergebnisse Kursgewinne erzielt hatten. Wichtige fundamentale Neuigkeiten gebe es nicht.
ANALYSTENKOMMENTARE BEWEGEN
Aktien von K+S fielen um 1,59 Prozent auf 41,65 Euro, als neue Analystenkommentare die Runde machten. Experten von Unicredit hatten die Aktien von "Hold" auf "Sell" abgestuft. Die WestLB sah kaum Potenzial für steigende Kalipreise und bestätigte ihr Urteil mit "Reduce". Dass es in der Branche zu einer Übernahme kommen könnte, beeindruckte die Aktien nicht. Der kanadische Konkurrent Agrium hatte für das australische Agrarunternehmen AWB 1,03 Milliarden US-Dollar geboten und damit die Offerte eines Wettbewerbers ausgestochen.
Merck KGaA profitierten dagegen von einem positiven Analystenkommentar. Die Papiere des Chemie- und Pharmakonzerns legten um 1,90 Prozent auf 69,09 Euro zu, nachdem JPMorgan die Einstufung auf "Neutral" und das Kursziel von 58,00 auf 75,00 Euro angehoben hatte. Eine Zulassung des Multiple-Sklerose-Mittels Cladribin könnte für positive Impulse sorgen, schrieb Analyst Richard Vosser. Schlechter erging es dagegen den Gagfah-Papieren , die von der australischen Bank Macquarie abgestuft wurden und mit minus 4,85 Prozent auf 5,551 Euro grösster Verlierer im MDax waren.
ADIDAS STEIGEN NACH EINEM MAGAZINBERICHT
Adidas stiegen um 1,94 Prozent auf 42,795 Euro, nachdem das US-Anlegermagazin "Barron's" die Aktien des deutschen Sportartikelherstellers am Wochenende positiv hervorgehoben und ein Kursziel von 50,00 Euro in den kommenden 12 Monaten ausgerufen hatte. Die Tochter Reebok gewinne an Stärke in den USA. Der Bewertungsabstand zu den Aktien von Nike sollte sich dem Magazin zufolge daher weiter verringern./tih/la

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