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FRANKFURT (awp international) - Sorgen um die US-Wirtschaft und die weitere Entwicklung in der europäischen Schuldenkrise haben den Dax am Donnerstag tief ins Minus gedrückt. Der deutsche Leitindex verlor 1,77 Prozent auf 7.149,44 Punkte. Damit rutschte er wieder unter die Marke von 7200 Punkten, die er erst am Dienstag zurückerobert hatte und gab einen Grossteil der Gewinne vom Wochenstart wieder ab. Für den MDax mittelgrosser Werte ging es an Fronleichnam um 1,37 Prozent auf 10.515,03 Punkte nach unten, der TecDax büsste 1,28 Prozent auf 863,85 Punkte ein.
In den USA war die Zahl der Anträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend stark gestiegen. Zudem hatte US-Notenbankchef Ben Bernanke am Vorabend die Wachstumsprognose für die US-Wirtschaft gesenkt. Die US-Konjunktur habe sich langsamer als erwartet erholt, hatte die Fed in ihrer Erklärung zum Zinsentscheid geschrieben. "Die schwächeren Konjunkturdaten und die Hängepartie in der Schuldenkrise beschäftigen den Markt weiter und das sorgt für anhaltende Unsicherheit", sagte Analyst Frank Schneider von Alpha Wertpapierhandel.
BAYER STÜRZEN AB - POSITIVE DATEN FÜR KONKURRENZMEDIKAMENT
Zusätzlich wurde der Dax von den schwächelnden Bayer-Titeln nach unten gezogen. Die Aktien des Pharmakonzerns stürzten am Dax-Ende um 6,26 Prozent auf 54,40 Euro ab. Marktteilnehmer begründeten das damit, dass Bayer im Rennen um ein neues Schlaganfall-Medikament offenbar weiter zurückgefallen sei. Nachdem bereits der deutsche Rivale Boehringer Ingelheim mit seinem Mittel Pradaxa einen Erfolg verbucht hatte, konnten nun auch die US-Konkurrenten Bristol-Myers Squibb und Pfizer mit ihrem gemeinsam entwickelten Gerinnungshemmer Apixaban positive Studiendaten vorweisen. Mehrere Analysten äusserten sich daraufhin mit Blick auf die Chancen des Bayer-Mittels Xarelto negativ.
Dax-Spitzenreiter waren dagegen die Aktien von Merck , die gegen den Trend um 1,38 Prozent auf 74,01 Euro zulegten. Die Titel des Darmstädter Pharmakonzerns profitierten von einer Studie von Bernstein Research. Darin waren sie in der Hoffnung auf eine künftig bessere Kapitalnutzung hochgestuft worden. Zudem sollten die Geschäfte bei Merck weiter gut laufen, hatte Analyst Jack Scannell geschrieben.
EADS EINZIGER MDAX-WERT IM PLUS - AUFTRAGSREKORD
Im MDax konnten sich nur die EADS-Aktien im Plus halten, sie stiegen um 0,96 Prozent auf 22,030 Euro. Händler verwiesen auf positive Nachrichten für den Flugzeugbauer Airbus von der Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris. Die EADS-Tochter hatte vor allem dank weiterer Bestellungen des Mittelstreckenjets A320neo auf der Messe einen Auftragsrekord verbucht.
Die Aktien des Chemikalienhändlers Brenntag waren bei 76,25 Euro insbesondere wegen eines Dividendenabschlag von 1,40 Euro je Aktie schwach und rutschten mit einem optisch hohen Minus an das MDax-Ende. Börsianer kritisierten aber auch, dass auf der Hauptversammlung am Vortag von Unternehmensseite keine neue und konkretere Prognose gegeben worden war.
Q-Cells MINUS 5,00 PROZENT - WEITER KEIN GEWINNZIEL
Die Aktien von Q-Cells zählten mit minus 5,00 Prozent auf 1,576 Euro zu den schwächsten TecDax-Werten. Das Solarunternehmen verzichtet angesichts einer unsicheren Marktlage auch weiterhin auf ein Gewinnziel für das laufende Geschäftsjahr. Die Anteile an Roth & Rau schlugen sich mit minus 1,27 Prozent auf 21,065 Euro vergleichsweise gut. Börsianer betonten, dass der schweizerische Konkurrent Meyer Burger wohl weiter Aktien von Roth & Rau kaufen wolle, so lange der Kurs unter 22 Euro liege.
Der europäische Leitindex EuroStoxx 50 sank um 2,34 Prozent auf 2730,86 Punkte. In Paris und London mussten die Leitindizes ebenfalls herbe Verluste hinnehmen. In New York lag der Leitindex Dow Jones zum europäischen Handelsschluss mit etwa anderthalb Prozent im Minus.
Am Rentenmarkt wurde die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere wegen des Feiertags nicht veröffentlicht. Am Mittwoch hatte sie bei 2,70 Prozent gestanden. Der Rentenindex Rex blieb ebenfalls unberechnet (Vortag: 124,09 Punkte). Der Bund Future kletterte um 0,68 Prozent auf 127,07 Punkte. Der Kurs des Euro fiel deutlich: Zuletzt notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,4164 US-Dollar. Die EZB hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,4212 (Mittwoch: 1,4397) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7036 (0,6946) Euro./chs/he

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