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AKTIEN FRANKFURT/Schluss: Leichte Verluste am 'Hexensabbat'

Dieser Inhalt wurde am 18. Dezember 2009 - 18:10 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Der Dax hat am Freitag nach dem sogenannten "Hexensabbat" mit einem leichten Minus geschlossen. Börsianer begründeten die Verluste zum Handelsende mit der schwächeren Entwicklung an den US-Börsen. Der Leitindex gab seine Gewinne grösstenteils wieder ab und ging mit einem Verlust von 0,23 Prozent auf 5.831,21 Punkte aus dem Handel. Der MDax gab 0,14 Prozent auf 7.393,75 Zähler nach und der TecDax schloss mit einem Minus von 0,05 Prozent auf 815,34 Punkte.
An den Derivatebörsen liefen vor dem Wochenende Optionen und Futures auf Indizes und einzelne Aktien aus. In welche Richtung der Markt laufen würde, liess sich Börsianern zufolge wegen dieses sogenannten "Hexensabbats" - dem grossen Verfall - kaum vorhersagen. Die dünnen Handelsumsätze in der insgesamt ruhigen Vorweihnachtszeit dürften auch kommende Woche zu grösseren zufallsbedingten Schwankungen führen. "Der Feiertagshandel beginnt, nachdem in der abgelaufenen Handelswoche noch einmal gut zu tun war", sagte Commerzbank-Marktstratege Hans-Jürgen Delp.
Zum spannendsten Thema am Markt avancierten am Freitag Meldungen über Volkswagen . Das Emirat Katar übte seine Kaufoptionen aus und wird nun mit 17 Prozent der Stimmrechten dritter Grossaktionär bei den Wolfsburgern. Dadurch dürften die Stamm-Aktien noch vor Weihnachten aus dem Leitindex entfernt werden und stattdessen die Vorzüge aufgenommen werden. Entsprechend reagierten die Aktien: Die Stämme drehten nach morgendlichen Kursgewinnen ins Minus und sanken am Dax-Ende um 4,69 Prozent auf 76,25 Euro. Die Vorzüge verloren zum Handelsende etwas mehr als der Gesamtmarkt 0,42 Prozent auf 65,95 Euro.
Porsche reagierten zwar kaum auf die Zahlen zum ersten Quartal - sie schlossen allerdings nach der Auktion mit einem Minus von 2,24 Prozent auf 43,63 Euro. Der Sportwagenbauer will sich auf einer Hauptversammlung Ende Januar den nötigen Spielraum für seine geplante Kapitalerhöhung in zwei Jahren verschaffen. Mit deren Hilfe will Porsche seine Schulden abbauen und damit den Weg für die Verschmelzung mit dem VW-Konzern freimachen.
Zahlen von US-Konkurrenten sorgten für Bewegung bei den Aktien von SAP und Adidas . SAP-Konkurrent Oracle überraschte in den USA mit einem Gewinn- und Umsatzsprung, was dem Papier der Walldorfer Software-Schmiede ein Plus von 2,06 Prozent auf 32,205 Euro bescherte. Die Adidas-Aktien profitierten nur anfänglich vom Nike-Bericht, gaben dann aber 0,16 Prozent auf 38,57 Euro ab. Die Zahlen von Nike hätten zwar die Erwartungen übertroffen, gerade auf dem europäischen Markt - dem Kerngeschäft von Adidas - seien sie aber schwach ausgefallen, schrieb Commerzbank-Analyst Christoph Dolleschal.
Positive Studien trieben Infineon an die Dax-Spitze, wo die Aktien 4,07 Prozent auf 3,580 Euro zulegten. JPMorgan hob das Kursziel für den Titel des Chipherstellers von 4,25 auf 5,50 Euro an und bestätigte die Aktie mit "Overweight". Auch die Commerzbank äusserte sich positiv und stufte die Aktie von "Hold" auf "Add" mit einem neuen Kursziel von 3,80 Euro hoch.
Neben den VW-Titeln zählten auch die Bankenwerte zu den grössten Verlierern im Leitindex: Sowohl die Aktien der Commerzbank als auch die der Deutschen Bank büssten jeweils rund zwei Prozent ein. Ein Händler begründete die Verluste der Bankenwerte mit den "üblichen Schwankungen am Tag des grossen Verfalls". Zudem seien auch in Japan die Banken weiter unter Druck gekommen, da sich die jüngsten Spekulationen um eine Verschiebung strikter Kapitalregelungen nun nicht bewahrheitet hätten.
Im TecDax kletterten die Titel von Roth & Rau mit plus 8,22 Prozent auf 30,67 Euro an die Spitze. Das Unternehmen liefert mehrere komplette Produktionsanlagen für die Solarzellen-Fertigung im Wert von 68 Millionen Euro nach Indien. Die Bestellung könnte auch auf 80 Millionen Euro aufgestockt werden. Ein Börsianer sagte: "Das ist ein grosser Erfolg, dass die Auftragslage wieder auftaut." Zudem locke das neue Jahreshoch Käufer an./gr/stw

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