Navigation

AKTIEN FRANKFURT/Schluss: Uneinheitlich - Bankaktien deutlich im Minus

Dieser Inhalt wurde am 20. November 2009 - 18:10 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Die deutschen Aktienindizes sind am Freitag uneinheitlich ins Wochenende gegangen. Während die Standardwerte unter Verlusten an der Wall Street litten, sorgten bei den Technologiewerten deutliche Kursgewinne beim Photovoltaikunternehmen SMA Solar für bessere Laune. Der Dax sank am Ende um 0,68 Prozent auf 5.663,15 Punkte. Auf Wochensicht bedeutete dies ein Minus von 0,42 Prozent. Für den MDax ging es am Freitag um 0,77 Prozent auf 7.149,85 Zähler nach unten. Der TecDax legte zum Wochenschluss um 0,15 Prozent auf 761,84 Punkte zu.
Analyst Bernd Schimmer von der Hamburger Sparkasse begründete die Abschläge im Leitindex Dax mit anhaltenden Gewinnmitnahmen nach den jüngsten Kursanstiegen. Auch die verhaltene Stimmung an der Börse in New York habe belastet. Dort herrsche weiterhin Unsicherheit über die konjunkturelle Entwicklung, sagten Marktbeobachter. Andere Händler nannten Aussagen von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) als Belastungsfaktor. "Ich hoffe, dass niemand glaubt, wir hätten die Krise schon überstanden", sagte der Minister auf dem Europäischen Bankenkongress in Frankfurt. Zudem stellte er klar, dass die Eigenkapitalanforderungen an die Banken steigen werden.
Bankaktien gehörten entsprechend zu den grössten Verlierern. Am Dax-Ende büssten Commerzbank 3,74 Prozent auf 6,555 Euro ein. Deutsche-Bank-Titel verbilligten sich um 2,71 Prozent auf 49,06 Euro. Hier sorgten laut Händlern zusätzlich Medienberichte für Druck, denen zufolge die Ratingagentur Moody's wegen gewisser Schwächen des Kreditprofils der führenden deutschen Bank eine Senkung ihres derzeitigen Langfristratings "Aa1" prüft. Dass die Deutsche Bank für Teile von ABN Amro, die sie kaufen will, einen grösseren Teil der Risiken übernimmt als ursprünglich geplant, stiess bei den Analysten von Merck Finck auf ein verhaltenes Echo. Im MDax fielen Aareal-Bank-Titel mit minus 3,39 Prozent auf 13,67 Euro auf den vorletzten Platz zurück.
Ferner verbilligten sich die Papiere von Infineon um 3,42 Prozent auf 3,105 Euro. Der jüngste Ausblick des Halbleiterherstellers sei eher zurückhaltend ausgefallen, schrieben die Analysten der Deutschen Bank und senkten ihr Kursziel.
Papiere der Merck KGaA erholten sich von ihren im Handelsverlauf erlittenen Verlusten und stiegen um 0,30 Prozent auf 64,23 Euro. Wie der Pharmakonzern bereits am Vortag während des späten Xetra-Handels mitgeteilt hatte, gab es für das Krebsmittel Erbitux einen erneuten Rückschlag. Die europäische Arzneimittelbehörde EMEA (European Medicines Agency) habe sich gegen den Einsatz des Medikaments bei einer bestimmten Form von Lungenkrebs ausgesprochen. Ein negativer Analystenkommentar der Citigroup hatte die Papiere im frühen Handel am Freitag zunächst weiter unter Druck gesetzt. Nicht alle Experten äusserten sich jedoch skeptisch. Alexandra Hauber von JPMorgan etwa hält jetzt einige Umstrukturierungen im Onkologiebereich für möglich, die positive Impulse haben könnten.
An der Dax-Spitze gaben die Anleger für Titel von K+S 2,41 Prozent mehr aus und bezahlten 40,40 Euro. Die Investoren hofften auf eine wieder anziehende Branchenkonjunktur, begründeten Börsianer die Kursgewinne bei den Titeln des Düngemittelherstellers.
Aktien von Vossloh gewannen im MDax 2,71 Prozent auf 66,35 Euro. Die Deutsche Bahn steht vor dem Abschluss eines milliardenschweren Grossauftrags im Golf-Emirat Katar. Anleger spekulieren Händlern zufolge nun, dass auch der Verkehrstechnik-Konzern Vossloh von dem Projekt profitiert.
Im TecDax setzten SMA Solar , die mit plus 6,01 Prozent auf 85,59 Euro abermals an der Spitze standen, ihren Rekordkurs fort. Goldman Sachs hatte die Papiere des Herstellers von Solar-Wechselrichtern auf ihre "Conviction Buy List" gehoben und das Kursziel massiv von 85 auf 130 Euro erhöht. Der Markt habe das Volumenwachstum im Solarsektor in 2010/11 sowie die Nachhaltigkeit der Spitzenmargen von SMA noch nicht richtig eingepreist, meinte Analyst Stephen Benson.
Titel des SDax-Neulings Villeroy & Boch notierten unverändert bei 6,09 Euro. Die Aktien des Porzellanherstellers sind am letzten Handelstag der Woche für die Papiere der Vermögensberatung OVB Holding in den Index der kleinen Werte aufgerückt. Der Streubesitzanteil des bisherigen SDax-Mitglieds OVB liege unter der Mindestgrenze von zehn Prozent, die Titel erfüllten somit nicht mehr die Voraussetzungen für einen Verbleib im Index, hatte die Deutsche Börse am Mittwoch mitgeteilt. OVB-Papiere schlossen ebenfalls unverändert bei 34,00 Euro.
la/nl

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen

Passwort ändern

Soll das Profil wirklich gelöscht werden?