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FRANKFURT (awp international) - Belastet von Kapitalmassnahmen einiger Unternehmen hat der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag wieder im Minus geschlossen. Der Dax sank um 0,44 Prozent auf 7146,56 Punkte, nachdem er zur Wochenmitte noch um 1,06 Prozent zugelegt hatte. Für den MDax der mittelgrossen Werte ging es am Donnerstag um 0,30 Prozent auf 10.317,20 Punkte nach unten, der Technologieindex TecDax gab um 0,77 Prozent auf 914,11 Punkte nach.
"Der Markt befindet sich in einer Konsolidierungsphase", sagte Fondsmanager Thorsten Winkler von Veritas Investment Trust. "Die Anleger warten nach der extremen Erholung nach dem Japan-Schock auf weitere Impulse."
COMMERZBANK IM ERSTEN SCHRITT ERFOLGREICH
Die Commerzbank-Aktien blieben nach dem kräftigen Kursrutsch vom Vortag sehr schwankungsfreudig und pendelten zwischen dem Dax-Ende und der Spitze. Zu Handelsschluss sanken sie trotz eines erfolgreichen ersten Schritts bei der Mega-Kapitalerhöhung um 1,77 Prozent auf 4,607 Euro. Die Bank sammelte zwar mit der am Vorabend platzierten Pflichtumtauschanleihe mehr ein als ursprünglich geplant, Experten reagierten aber dennoch unterschiedlich. Bis zur Aktienplatzierung Ende Mai blieben noch viele Fragen offen und das drücke auf die Aktien.
Der auch mit Steuergeldern unterstützte Immobilienfinanzierer Aareal Bank will 269 Millionen Euro einsammeln. Die Titel rutschten mit minus 3,42 Prozent auf 23,47 Euro an das MDax-Ende. Auch die Papiere des im SDax notierten Autozulieferers Grammer drückte eine Kapitalmassnahme mit 1,09 Prozent in die Verlustzone.
Besser erging es den Vorzügen von Porsche , die um 1,37 Prozent auf 45,17 Euro kletterten. Der Sportwagenhersteller brachte seine dringend notwendige Kapitalerhöhung erfolgreich über die Bühne und hat nun wie erwartet rund 4,9 Milliarden Euro mehr in der Kasse. Mit dem Geld sollen die Schulden gesenkt werden. Fast alle Vorzugsaktien gingen an die Altaktionäre. Die Stammaktionäre, die Eignerfamilien Porsche und Piëch sowie das Golf-Emirat Katar, hatten ihre Teilnahme ohnehin zugesagt.
STUDIE BELASTET DEUTSCHE BANK
Auch Analystenstudien zeigten ihre Wirkung. So rutschten die Papiere der Deutschen Bank nach einem skeptischen Kommentar des französischen Finanzinstituts Societe Generale um 2,57 Prozent auf 41,595 Euro an das Dax-Ende. Zudem muss die Deutsche Bank sich in den USA heftige Kritik an ihren Hypothekengeschäften gefallen lassen.
Der EuroStoxx 50 ging mit einem Abschlag von 1,09 Prozent bei 2.917,72 Punkten aus dem Handel. Verluste verbuchten auch die Leitindizes in Paris und London. Der Dow-Jones-Index in New York lag zum europäischen Handelsschluss mit rund 0,40 Prozent im Minus.
Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 3,17 (Mittwoch: 3,22) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,22 Prozent auf 121,02 Punkte. Der Bund Future rückte um 0,17 Prozent vor auf 120,68 Punkte. Der Kurs des Euro fiel und notierte zuletzt bei 1,4456 US-Dollar. An den Devisenmärkten hatten Spekulationen über eine mögliche Umschuldung Griechenlands die Anleger verunsichert. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,4401 (1,4493) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,6944 (0,6900) Euro.
la/ck

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