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FRANKFURT (awp international) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Montag schwach gezeigt. Nach bereits leichterem Start weitete der Dax seine Verluste bis zum Nachmittag auf minus 1,04 Prozent und 5.920,30 Punkte aus. Schon am Freitag hatten neu aufgekommene Befürchtungen vor grösseren Problemen in Griechenland dem Markt einen Dämpfer verpasst und den Dax wieder unter 6.000 Punkte gedrückt. Der MDax verlor 1,26 Prozent auf 7.861,35 Punkte und der TecDax sank um 1,30 Prozent auf 808,26 Punkte.
Aktienhändler Stefan Söllner von der Postbank sah in den Kursverlusten "Nachwehen des grossen Verfalls" an den Terminbörsen am Freitag. Hinzu kämen Gewinnmitnahmen. "Immerhin ist der Markt in kurzer Zeit stramm von 5.500 auf über 6.000 Punkte gelaufen", so Söllner. Dank fehlender Anlagealternativen habe sich der Markt damit zuletzt "aussergewöhnlich stabil" gezeigt, auch gegenüber der eigentlich belastenden Euro-Schwäche sowie anziehenden Anleihekursen. Solange sich der Leitindex über der Unterstützung von 5.900 Punkten halte, ändere sich auch nichts am freundlichen Bild.
Angesichts des sehr dünn bestückten Tageskalenders steht bei Marktteilnehmern vor allem der Börsengang von Kabel Deutschland (KDG) im Fokus. Söllner sprach hier von einem "gelungenen Start". Der grösste deutsche Kabelnetzbetreiber hatte 34,5 Millionen Aktien zu je 22,00 Euro ausgegeben. Der erste Kurs in Frankfurt sowie im elektronischen Handel auf Xetra lag mit 22,50 Euro um 2,72 Prozent darüber. Zuletzt ging es wieder etwas zurück auf 22,21 Euro. Die Einnahmen fliessen dem Unternehmen zufolge komplett den Eigentümern wie etwa der US-Beteiligungsfirma Providence zu. Die hochverschuldete KDG selbst wird demnach kein Geld aus dem Börsengang erhalten.
Marktteilnehmer sehen den Erfolg des ersten grossen Börsengangs seit geraumer Zeit als wichtige Richtschnur für weitere IPO-Pläne. Raimund Saxinger, Fondsmanager bei Frankfurt Trust, sagte: "Man wird am Erfolg der Börsengänge ablesen können, ob die Märkte aufnahmebereit für IPOs sind. Wenn Kabel Deutschland und Tom Tailor erfolgreich sind, wird es dieses Jahr sicherlich eine Reihe weiterer Börsengänge geben." Der Modekonzern bietet seine Aktien in einer Spanne von 11 bis 15 Euro an - bei Lang & Schwarz liegt der Preis im Handel per Erscheinen aktuell bei 13,50 zu 14,50 Euro.
Im Dax stemmten sich die Aktien von Fresenius Medical Care gegen den negativen Trend und stiegen um 1,60 Prozent auf 40,715 Euro. Mit 40,750 Euro ging es zwischenzeitlich gar auf ein neues Rekordhoch. Börsianer sehen den Dialysespezialisten dank der starken US-Präsenz als Profiteur der US-Gesundheitsreform. Nach über einjährigem Ringen und fast zwölfstündiger Debatte hat das Abgeordnetenhaus seine Gesundheitsreform in der Nacht zum Montag gebilligt. Einem Börsianer zufolge entweicht nun Unsicherheit aus der FMC-Aktie.
Henkel-Vorzüge stiegen nach Aussagen des Finanzchefs um 0,81 Prozent auf 38,410 Euro. Lothar Steinebach sagte der "Börsen-Zeitung", der Konsumgüter- und Klebstoffhersteller sei gut ins laufende Jahr gestartet. Zudem wolle Henkel seine Nettoverschuldung 2010 um weitere 300 Millionen Euro senken. Ziel sei es, in diesem Jahr wieder ein "A"-Rating (derzeit: "A -") zu erreichen.
Besonders deutlich nach unten ging es im Leitindex neben Banken auch für Stahltitel - trotz unterschiedlicher Impulse durch eine Studie von Goldman Sachs. ThyssenKrupp sanken um 2,47 Prozent auf 24,475 Euro, Salzgitter büssten 1,41 Prozent ein auf 66,19 Euro. Im Falle von ThyssenKrupp senkten die Experten ihr Kursziel von 30 auf 28 Euro und blieben "Neutral", für Salzgitter-Aktien stockten sie es von 88 auf 89 Euro auf und beliessen ihre Kaufempfehlung unverändert. Der Sektor werde aber auch durch schwache Rohstoffwerte im Allgemeinen belastet - der europäische Branchenindex STXE 600 Basic Resources lag ebenfalls deutlich im Minus.
Daimler-Aktien verbilligten sich um 1,11 Prozent auf 33,995 Euro. Börsianer verwiesen auf einen Medienbericht als Belastung, wonach Aabar Investments als grösster Aktionär des Automobilkonzerns seine Aufstockungspläne auf Eis gelegt habe. Als Begründung habe der Chef der Investmentgesellschaft den gestiegenen Aktienkurs angegeben, der strategischen Sinn einer Erhöhung von 10 auf 15 Prozent der Anteile in Frage stelle. Ein Händler sagte: "Eine Aufstockung durch Aabar wurde zuletzt zwar nicht diskutiert, die Kommentare sprechen aber nicht gerade für eine günstige Bewertung der Daimler-Aktien", so seine Begründung.
Zurück im TecDax sind die Aktien des Spezialmaschinenbauers Singulus Technologies . Auftrieb gab der erwartete Aufstieg indes nur anfänglich: Singulus verloren nach einem zeitweisen Plus zuletzt 1,25 Prozent auf 4,740 Euro. Singulus war erst im September 2009 aus dem Index herausgefallen./ag/fat

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