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AKTIEN FRANKFURT/Schwach - Nervosität bleibt gross - wahre Zahlenflut im Fokus

Dieser Inhalt wurde am 03. November 2009 - 15:20 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Belastet von anhaltend grosser Nervosität ist der deutsche Aktienmarkt am Dienstag unter Druck geraten. Der Leitindex Dax stand am Nachmittag mit 1,26 Prozent im Minus bei 5.362,32 Punkten. Im Verlauf sackte der Leitindex bis auf 5.312 Zähler. Das ist der niedrigste Stand seit dem 19. August dieses Jahres. Der MDax mittelgrosser Werte verlor 1,59 Prozent auf 6.659,84 Zähler. Der TecDax verlor von Gewinnmitnahmen belastet 1,29 Prozent auf 713,35 Punkte. Im Fokus stand eine Flut von Bilanzvorlagen, auch von einigen Dax-Unternehmen.
"Alle wollten die Korrektur - nun ist sie da und alle werden nervös am Markt", sagte Fondsmanager Thilo Müller von MB Fund Advisory. Das weitere Risiko nach unten sei aus seiner Sicht aber begrenzt, und bei einigen Werten zeigten sich schon wieder gute Einstiegskurse. Ein anderer Händler meinte, dass die nur uneinheitlich ausgefallenen Bilanzen den Markt nicht aus dem aktuellen Stimmungtief ziehen könnten. Zudem sei das Chartbild nach dem jüngsten Rutsch angeschlagen. Börsianer hatten zudem bereits zum Handelsstart auf den holprigen Verlauf an der Wall Street am Vorabend verwiesen, der die Unsicherheit der Anleger hoch halte. Offenbar wechselten ohnehin einige insitutionelle Anleger aus dem Dollarraum auf die Verkäuferseite, was die jüngste Stärke des US-Dollar zum Euro signalisiere. Viele hätten zuvor das niedrige Zinsniveau bei Dollar-Anleihen genutzt, um sich hier zu verschulden und damit beispielsweise Euro-Wertpapiere zu kaufen. Diese "Carry Trades" würden nun aufgelöst.
Autowerte stellten die Tagesverlierer im Dax. BMW-Aktien rutschten nach der Bilanzvorlage des Münchener Autobauers mit minus 6,44 Prozent auf 31,440 Euro an das Dax-Ende. Die Zahlen sind einer ersten Händlerreaktion zufolge "schwächer als erwartet" ausgefallen. Vor allem die Automobilsparte habe einen Verlust im dritten Quartal verbucht und habe im Vergleich zur Mercedes-Sparte des Konkurrenten Daimler schwächer abgeschnitten. Der Ausblick für 2010 sei vorsichtig optimistisch. Im Sog von BMW verloren Daimler-Aktien 3,63 Prozent auf 31,840 Euro. Händler verwiesen hier auch auf einen negativen JPMorgan-Kommentar als Belastung. Die Analysten senkten ihre Einstufung für die europäische Autobranche auf "Neutral".
Unter den Bankenwerten verloren die der Commerzbank nach überraschend bereits am Vorabend vorgelegten Eckdaten für ihr drittes Quartal 3,13 Prozent auf 6,965 Euro. Händler konnten in dem "gemischt" ausgefallenen Zahlenwerk der vom Staat gestützten Bank allerdings "keine wirklichen Neuigkeiten ausmachen". So sei der operative Gewinn zwar viel besser als erwartet ausgefallen, der Nettogewinn habe hingegen enttäuscht. Entsprechend müsse der Markt wohl auf Details am 5. November warten. Einfluss auf die Bankenwerte nehme auch die Quartalsbilanz der Schweizer Grossbank UBS , die nicht aus roten Zahlen herauskommt und enttäuschte. UBS-Aktien verloren sieben Prozent, Titel der Deutschen Bank verloren fast als vier Prozent.
Die Aktien von Fresenius und Fresenius Medical Care (FMC) hielten sich gegen den sehr schwachen Markt im Plus. Sowohl der Medizinkonzern Fresenius als auch der zu ihm gehörende weltgrösste Dialysespezialist FMC erhöhten den Ausblick etwas. Börsianer nannten die Zahlen "ermutigend". Fresenius legten 3,74 Prozent auf 40,80 Euro zu, FMC verteuerten sich an der Dax-Spitze um 4,92 Prozent auf 34,36 Euro. Die Zahlen von Beiersdorf wurden unterdessen nach starken Zahlen mit einem Plus von 4,69 Prozent auf 43,33 Euro honoriert. Metro-Aktien kletterten ebenfalls nach "etwas besser als erwarteten" Zahlen gegen den negativen Trend um 3,09 Prozent auf 38,66 Euro. Die Bilanz überraschte einer Händlereinschätzung zufolge bei der Profitabilität positiv.
Im MDax standen ElringKlinger mit plus 2,55 Prozent auf 14,46 Euro an der Spitze. Der Automobilzulieferer hatte bereits am Vortag seine Bilanz zum dritten Quartal vorgelegt. Die schwarzen Zahlen und die bekräftigte Prognose für das Gesamtjahr stiessen auf positives Echo. Am Morgen erhöhte die Unicredit ihr Kursziel von 16 auf 17 Euro. Aktien von Celesio kletterten mit 0,53 Prozent auf 17,05 Euro ins Plus. Händler verwiesen auf Marktgerüchte, wonach der Grossaktionär Haniel seinen Anteil an dem Pharmagrosshändler von derzeit 55,8 Prozent weiter aufstocken wolle.
Im TecDax drehten Drillisch nach Zahlen mit 0,45 Prozent ins Plus auf 4,45 Euro. Der Mobilfunkanbieter blickt nach den ersten neun Monaten des Jahres etwas optimistischer auf das laufende Jahr. Ein Händler bezeichnete die nur leichte Erhöhung der Ziele nach dem starken Kursanstieg seit März als "uninspirierend". Nachdem die Aktien seit dem Jahrestief bei 0,89 Euro in der Spitze bis zu 440 Prozent zugelegt haben, sei die Meldung kein Katalysator für weitere Kursgewinne.
Pfeiffer Vacuum sackten dagegen um 1,49 Prozent auf 49,06 Euro ab. Der Vakuumpumpen-Hersteller ist in seinem dritten Quartal noch stärker von der Krise erfasst worden und das sorgte für Enttäuschung./fat/ck

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