Navigation

AKTIEN FRANKFURT/Verluste - Alcoa dämpft Erwartung - Gesundheitswerte im Plus

Dieser Inhalt wurde am 13. April 2010 - 14:50 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag moderate Verluste verbucht. Börsianer begründeten die Gewinnmitnahmen in erster Linie mit dem eher enttäuschenden Auftakt der US-Berichtssaison. Der Dax verlor am Nachmittag 0,10 Prozent auf 6.244,69 Punkte. Für den MDax ging es um 0,30 Prozent auf 8.349,48 Punkte nach unten. Der TecDax legte dagegen mit plus 0,24 Prozent auf 841,64 Punkte etwas zu.
Auch Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank machte vor allem die enttäuschenden Zahlen von Alcoa als Stimmungsdämpfer aus. Nach dem schwachen Abschneiden des weltgrössten Aluminiumkonzerns drohten nun bei den Ausblicken anderer Unternehmen ebenfalls Molltöne. "Wenn die Kostensenkungsfantasie verflogen ist, muss es auch ohne wieder laufen. Das hat sich bei Alcoa jetzt nicht gezeigt", so Halver. Zudem sei der positive Impuls aus der Konkretisierung des Griechenland-Hilfspakets vom Wochenende schnell verpufft. Der Hauptmotor für den Markt bleibe die von den Notenbanken zur Verfügung gestellte Liquidität.
Stahlwerte wie ThyssenKrupp und Salzgitter notierten nach den enttäuschenden Alcoa-Zahlen minimal schwächer. Börsianer sahen aber in einem Artikel der "Financial Times" einen wichtigen Einflussfaktor zur Begrenzung der Verluste. Demnach versuchen chinesische Stahlkocher, neue Eisenerz-Projekte in Afrika und Russland zu erschliessen. Das könnte zu einer besseren Versorgung mit Eisenerz führen und diese die zuletzt schnell steigenden Materialkosten langfristig wieder abbremsen, sagte ein Händler.
K+S zählten nach der Prognosesenkung des Wettbewerbers CF Industries mit minus 0,74. Prozent auf 42,405 Euro zu den schwächsten Werten im deutschen Leitindex. Analyst Heinz Müller von der DZ Bank sah die Aussagen des US-Konkurrenten als Belastungsfaktor für K+S. "Allerdings sind beide Unternehmen nur eingeschränkt vergleichbar", gab er zu bedenken. Papiere der Lufthansa verzeichneten am Vormittag noch kräftige Kurseinbussen, erholten sich aber nach den Verkehrszahlen und gewannen 0,35 Prozent auf 12,95 Euro. Die Fluggesellschaft sah im Monat März eine deutliche Erholung im Passagier- und Frachtgeschäft.
Dax-Favoriten waren Anteilsscheine aus dem Gesundheits- und Pharmasektor. Bayer-Aktien verteuerten sich bei hohen Umsätzen um 1,59 Prozent auf 50,71 Euro. Händler verwiesen auf vage Gerüchte am Markt, dass der Schweizer Pharmakonzern Novartis an einer feindlichen Übernahme des deutschen Wettbewerbers basteln könnte. Einige Aktienhändler wiegelten ab und meinten, solche Überlegungen gebe es "immer mal wieder". Auszuschliessen sei ein solcher Schritt allerdings nicht, zumal die Schweizer bei einer etwa eineinhalbmal so grossen Marktkapitalisierung verglichen mit dem Bayer-Konzern eine Übernahme durchaus stemmen könnten. Bayer wollte dies nicht kommentieren. Sehr gefragt waren ferner Papiere von Fresenius Medical Care (FMC) mit plus 1,80 Prozent auf 41,785 Euro und die Aktien des Fresenius-Konzerns mit einem Aufschlag von 0,99 Prozent auf 57,250 Euro.
Hugo Boss kletterten dank guter Zahlen von LVMH und positiven Analystenstimmen nach der Präsentation der Fünfjahres-Strategie am Vortag um 5,38 Prozent auf 29,660 Euro und damit an die MDax-Spitze. Das war der höchste Kurs seit Juni 2008. Im TecDax waren Aktien von Solarworld mit einem Kursaufschlag von 6,31 Prozent auf 11,785 Euro der Spitzenwert. Händler machten vor allem charttechnische Signale für die Aufschläge verantwortlich. Laut Thomas Nagel, technischer Analyst und Aktienhändler bei Equinet, hat Solarworld einen Widerstand bei 11,55 Euro durchbrochen und arbeitet sich nun auf die nächste Marke von 12,31 Euro vor.
ajx/gl

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen

Passwort ändern

Soll das Profil wirklich gelöscht werden?