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AKTIEN FRANKFURT/Verluste - Wall Street schwächer erwartet - Daten helfen

Dieser Inhalt wurde am 19. November 2009 - 15:00 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Eine schwächer erwartete Wall Street hat den deutschen Aktienmarkt am Donnerstag weiter in der Verlustzone gehalten. Wie von Experten prognostiziert ausgefallene US-Daten zu den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe begrenzten allerdings am Nachmittag die Verluste. Der Dax fiel zuletzt um 0,62 Prozent auf 5.751,78 Zähler. Der MDax verlor 1,49 Prozent auf 7.271,78 Punkte und der TecDax büsste 1,44 Prozent auf 771,81 Zähler ein. Unternehmensnachrichten waren einmal mehr spärlich gesät. Später stehen noch die Frühindikatoren sowie das Geschäftsklima in der Region Philadelphia (Philly-Fed-Index) auf der Agenda.
"Mit dem jüngsten Anstieg des Dax von 5.400 Punkten Richtung 5.800 Punkte sind wir in eine Widerstandszone hineingelaufen, so dass es nicht überrascht, dass die Dynamik abnimmt", sagte Aktienstratege Frank Klumpp von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Er bewertete die Verluste aber nicht als gravierend: Angesichts der zuletzt eher negativen Überraschungen seitens der Konjunktur sei insofern auf kurze Sicht eher eine Konsolidierungsphase angesagt.
Im Fokus standen die Anteilsscheine von Infineon , die nach zunächst positiv aufgenommenen Zahlen zuletzt mit minus 4,91 Prozent auf 3,295 Euro ans Dax-Ende rutschten. Händler verwiesen auf eine negative Branchenstudie von Merrill Lynch zum Halbleitersektor als Belastung. Darin stufte Analyst Sumit Dhanda die Aktien von Intel sowie Texas Instruments von "Buy" auf "Neutral" ab und senkte auch seine Kursziele für die Aktien beider Unternehmen. Nachdem die Lagerbestände wieder aufgefüllt seien und die Produktion der Halbleiterhersteller wieder der Nachfrage entspreche, zeichne sich nun bereits wieder der Aufbau von etwas zu hohen Lagerbeständen ab, hiess es zur Begründung. Sal. Oppenheim monierte indes bei Infineon ein "unattraktives Chance/Risiko-Profil".
Aktien der Lufthansa verloren 2,43 Prozent auf 10,845 Euro und gehörten damit ebenfalls zu den Stiefkindern im Leitindex. Händler verwiesen als Belastung auf schwache Zahlen des Wettbewerbers Air France-KLM . Nach einem tiefen Sturz in die Verlustzone streicht dieser nun weitere 1.700 Stellen und verringert seine Kapazitäten.
Postbank-Titel konnten nach zwischenzeitlich höheren Aufschlägen zuletzt nur noch um 0,94 Prozent auf 23,60 Euro zulegen. Börsianer verwiesen auf Gerüchte, wonach die Deutsche Bank 27,25 Euro je Aktie für die noch ausstehenden Anteilsscheine der Postbank bieten könnte. Börsianer äusserten sich aber skeptisch. "Ich denke, die Spekulationen gehen auf das Parkett-Geflüster des Aktionärsbriefs vom Vortag zurück", sagte ein Händler mit Verweis auf den Börsenbrief von Daniel Bernecker. Dort hatte es geheissen, dass der Branchenprimus noch in diesem Jahr seinen Anteil aufstocken könnte. Die Deutsche Bank kommentierte die Gerüchte nicht. Zuletzt hatte Finanzvorstand Stefan Krause geäussert, man habe mit der Komplettübernahme des Konkurrenten keine Eile.
Nach einer positiven Studie verteuerten sich Rational-Aktien im MDax um 1,43 Prozent auf 113,60 Euro. Goldman Sachs hatte die Papiere des Grossküchengeräte-Herstellers von "Neutral" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 115,00 auf 140,00 Euro angehoben. Weder das Wachstums- noch das Ertragspotenzial seien auf dem aktuellen Kursniveau vollständig eingepreist, schrieb Analyst Benjamin Moore.
Im TecDax gehörten hingegen Nordex-Papiere mit minus 2,48 Prozent auf 11,01 Euro zu den schwächsten Werten. Ein Händler verwies auf eine Meldung, wonach der Windkraftanlagenbauer 2010 keinen "signifikanten Umsatzanstieg" verbuchen werde. Analyst Carsten Mainitz von SRH Alsterresearch jedoch begründete die Verluste mit der Veröffentlichung von Analystenschätzungen für das abgelaufene Quartal./gl/la

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