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Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Dienstag mit etwas tieferen Kursen eröffnet. Händler verweisen dabei auf die eher schwachen Vorgaben aus New York. Die anfänglich positive Reaktion auf die Nachricht vom Tod des Terroristenführers Osama bin Laden sei am Vorabend in New York verpufft und schliesslich als "Non Event" eingestuft worden, sagte ein Händler. Im Gegenteil könnten sogar terroristische Racheanschläge das Klima belasten, meinte ein anderer.
Hierzulande sind einige Blue Chips im Fokus, und zwar Swiss Life und Geberit nach Zahlen bzw. Aussagen zum Geschäftsverlauf im ersten Quartal. Ausserdem werden die beiden grossen SMI-Werte ABB und CS am Berichtstag ex-Dividende gehandelt, was stark auf den Index drückt. Dank einer relativ starken Performance der schwergewichtigen Pharmawerte halten sich die Gesamt-Abgaben im Index allerdings in Grenzen. Am Nachmittag könnten laut Händlern die Auftragseingänge der Industrie aus den USA den Markt nochmal beeinflussen.
Der wichtigste Schweizer Aktienindex SMI notiert um 09.30 Uhr 0,46% tiefer bei 6'514,77 Punkten, der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) büsst derweil 0,63% auf 1'031,87 Zähler ein. Beim breiten Swiss Performance Index (SPI) sind es lediglich -0,16% auf 6'009,86 Punkte. Hier werden die Dividenden nicht herausgerechnet, daher der relativ grosse Unterschied.
Zu den schwächsten Titeln gehören zur Berichtszeit Baloise (-3,9%), CS (-3,4%) und ABB (-2,5%). Bei allen drei fällt heute die Dividende weg, ohne diesen Effekt wären Baloise rund 1% im Plus, die beiden anderen mehr oder weniger unverändert. Werden beim SMI ABB und CS herausgerechnet, wäre auch dieser mehr oder weniger im Nullbereich. Zu den grössten Verlieren bei den SMI/SLI-Titel gehören neben den obigen Titeln die beiden Ölwerte Weatherford (-3,1%) und Transocean (-2,9%).
Ansonsten finden heute vor allem die Zahlen von Geberit (+3,1%) und Swiss Life (-2,2%) Beachtung. Der Sanitärkonzern hat mit seinen vorbörslich präsentierten Umsatz- und Gewinnzahlen die Schätzungen der Analysten deutlich übertroffen. Trotz hohen Währungsverlusten beim Umsatz habe die EBIT-Marge von über 24% gehalten werden können, hiess es etwa bei Wegelin. Es scheine, als würden sich auch die gestiegenen Rohstoffpreise weniger negativ auswirken als bisher angenommen. Entsprechend (originell) kommentieret die Ostschweizer Privatbank: "Ein Quartals-Ergebnis, bei dem wohl nur die Konkurrenz in die Röhre schaut."
Der vom Lebensversicherer Swiss Life vorgelegte Zwischen-Bericht wird dagegen insgesamt als Enttäuschung bezeichnet. Mit Ausnahme der erfreulichen Entwicklung des wichtigen Schweiz-Geschäftes dürfte der Zahlensatz nicht überzeugen, hiess es etwa. Auch der Rückgang des Solvabilitätsratio werde kaum für Freude bei den Anlegern sorgen. Sie sei allerdings weiterhin genügend gut, meint die ZKB dazu.
Im Fokus stehen auch noch Julius Bär (-0,9%). Die Privatbankengruppe hat eine Minderheitsbeteiligung am brasilianischen Vermögensverwalter GPS erworben. Dieser sei mit verwalteten Vermögen von rund 5 Mrd USD (8,5 Mrd BRL) der grösste unabhängige Vermögensverwalter im südamerikanischen Land, hiess es.
Lonza (+0,1%) dürften von der Meldung, dass der US-amerikanische Vermögensverwalter Manning & Napier Advisors seine Beteiligung am Unternehmen auf 10,01 von 5,05% erhöht hat, profitieren. Ein klares Plus gibt es ausserdem bei den Pharmawerten Roche (+0,6%) und Novartis (+0,4%), wobei hier keine konkreten Meldungen vorhanden sind.
Actelion (-0,2%) haben nach einer starken Eröffnung bereits wieder ins Minus gedreht. Am Vortag war das Papier des Biopharma-Konzerns wegen eines negativen Gerichtsurteils in den USA und einer fälligen Zahlung von mehreren Hundert Millionen Dollar um 8,7% abgesackt. Bevor der Prozess abgeschlossen sei, könne man keine grössere Erholung erwarten, hiess es etwa.
Auch bei den Small- und Midcaps gibt es heute eine Vielzahl von Titeln, die Ex-Dividende gehandelt werden. Es sind dies u.a. AFG (-1,9%), Forbo (-1,4%), Gurit (-0,7%), VP Bank (-2,2%) oder ZGBK (unv.). Datacolor und Victoria Jungfrau sind nach Zahlen noch nicht gehandelt, beim Dentaltechniker Coltene (-0,5%) verlässt CEO Andreas Meldau das Unternehmen.
uh/ra

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