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Zürich (awp) - Die Schweizer Börse zeigt sich am Mittwoch in der Eröffnungsphase fester. Die positiven Vorgaben von der Wall Street und dem Fernen Osten würden die Nachfrage auch hierzulande beleben, hiess im Handel. In Tokio hat der Nikkei-225-Index so den höchsten Stand seit der Naturkatastrophe erreicht. Positiv wirke sich auch die leichte Entspannung der Rohölnotierungen aus, hiess es weiter. Unsicher bleiben würden hingegen weiterhin die Lage um das stark beschädigte Atomkraftwerk im japanischen Fukushima und die Entwicklungen in Nordafrika und im arabischen Raum.
Im Verlauf könnten sich die Anleger auch zunehmend auf den US-Arbeitsmarktbericht am kommenden Freitag konzentrieren, hiess es weiter. Erste Hinweise werden heute Nachmittag vom ADP-Arbeitsmarktbericht erwartet, der als Indikator gilt. Tagesgespräch ist Sonova, nachdem es im Gefolge von Insider-Verkäufen vor einer zu spät ausgeprochenen Gewinnwarnung zu den Rücktritten von CEO, CFO und des Verwaltungsrats-Präsidenten gekommen ist.
Um 09.30 Uhr notiert der SMI um 0,60% höher auf 6'393,24. Damit liegt der SMI ebenfalls wieder ungefähr auf dem Niveau von vor der Katastrophe in Japan. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI) steigt um 0,66% auf 1'022,88 Zähler; der breite Gesamtmarkt (SPI) legt um 0,53% zu auf 5'819,07 Punkte.
Hauptgespräch an der Börse ist heute die Rücktrittswelle beim Hörsystem-Hersteller Sonova, deren Aktien 6,6% verlieren. CEO Valentin Chapero und CFO Oliver Walker haben ihren Rücktritt eingereicht, Andy Rihs verzichtet auf das Amt des Verwaltungsratspräsidenten. Die Rücktritte erfolgen in Reaktion auf eine Untersuchung wegen möglicher Insider-Geschäfte im Vorfeld der Gewinnwarnung von Mitte März. Die Gewinnwarnung sei ausserdem zu spät erfolgt, stellte die beauftragte Anwaltskanzlei fest. Analysten bezeichnen die Rücktritte als wichtigen Schritt, um das Vertrauen der Anleger wieder zu erlangen.
Die Sonova-Titel hatten infolge der Gewinnwarnung und des Insider-Verdachts bis gestern Dienstag um knapp 20% nachgegeben. Allein in den zwei Wochen vor der Gewinnwarnung veräusserten Top-Manager Titel im Wert von über 47 Mio CHF.
Unter den übrigen SMI-/SLI-Titeln sind vor allem konjunktursensitive Werte gesucht, die damit von den gefallenen Ölnotierungen und Konjunkturhoffnungen profitieren. So stehen Transocean (+2,1%) und Weatherford (+1,8%) an der Spitze. Diese Titel konnten am Vortag bereits im US-Handel deutlich zulegen.
Unter den weiteren Zyklikern fallen durch überdurchschnittliche Nachfrage Adecco (+2,0%), ABB (+1,2%) und Givaudan (+1,0%) auf. Auch die Luxusgüterwerte Richemont (+1,3%) und Swatch (+1,0%) avancieren deutlich. Nobel Biocare (+0,9%) legen ebenfalls etwas überdurchschnittlich zu.
Daneben profitieren auch Banktitel vom wieder als besser eingestuften Umfeld. Julius Bär (+1,2%) liegen vor UBS (+0,8%) und CS (+0,5%). Unter den Assekuranztiteln korrigieren Swiss Re (+1,0%) ihre Abgaben vom Vortag. Swiss Life (+0,8%) und ZFS (+ 0,8%) halten Schritt, während Bâloise (-0,4%) im Angebot liegen.
Unter den defensiven Werten sind lediglich Roche (+0,5%) in Etwa durchschnittlich gesucht. Wie oft in einem solchen Umfeld werden diese Titel ansonsten weniger nachgefragt. So notieren Nestlé (+0,3%) und Novartis (+0,2%) nur leicht höher. Bescheidene Gewinne erzielen auch die defensiven Swisscom (+0,4%).
Aus dem breiten Markt haben ihre Abschlüsse Bobst (noch ungehandelt), Conzzeta (+2,8%), Looser (+1,8%), Myriad (-1,2%), SHL (+2,1%) und Airesis (-6,5%) präsentiert.
Der Lift- und Fahrtreppenhersteller Schindler (PS: +1,2% auf 109,70 CHF; Namen +1,3%) hat am Vorabend ein Joint-Venture in China gemeldet. In Schindler hat die UBS zudem das Kursziel erhöht auf neu 115 CHF für den PS; das Rating bleibt bei "Neutral". Valora (-0,1% auf 304,50 CHF) leiden leicht einer Kurszielsenkung auf 300 CHF durch Goldman Sachs. Die Titel werden weiterhin mit "Sell" eingestuft.
rt/ra

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