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AKTIEN SCHWEIZ/Eröffnung: Freundlich - Finanzwerte gefragt

Dieser Inhalt wurde am 18. Mai 2010 - 10:15 publiziert

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag mit Aufschlägen in den Handel gestartet. Händler begründen die Kursgewinne vor allem mit der Erholung an der Wall Street im späten Geschäft. Dies werde erst einmal eingearbeitet, heisst es. Zudem habe sich der Euro stabilisiert. Insgesamt wird aber die Unsicherheit bei den Anlegern noch als hoch gesehen. Im Verlauf werde sich zeigen, ob die positive Stimmung nachhaltig sei.
Hierzulande hat unter den Bluechips Sonova mit Zahlen leicht über den Erwartungen der Analysten abgeschnitten. Im breiten Markt zeigen sich beim angeschlagenen Industriekonzern OC Oerlikon erste Anzeichen einer Erholung. Ansonsten ist die Nachrichtenlage übersichtlich.
Bis um 09.30 Uhr gewinnt der SMI 1,00% auf 6'493,11 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) rückt um 1,17% auf 996,30 Punkte vor und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,93% auf 5'730,64 Punkte.
Die Finanzwerte sind besonders gesucht, in Einklang mit anderen Handelsplätzen in Europa. GAM (+2,0%) hatten bereits am Vortag von einer Übernahme im Sektor profitiert. Der weltweit grösste börsennotierte Hedgefonds Man Group übernimmt den Rivalen GLG Partners. Auch CS (+2,4%) und UBS (+2,5%) legen deutlich zu. Eine Erholungsbewegung am gestrigen Handelstag hatte sich bei den Grossbankentiteln nicht bis Börsenschluss halten können.
Auch die Assekuranzen können zulegen, vor allem Bâloise (+1,7%), gefolgt von Swiss Life (+1,7%) und Swiss Re (+1,5%).
Sonova notieren bei +0,6%. Die Anbieterin von Hörlösungen hat 2009/10 den Umsatz und Reingewinn kräftig gesteigert und damit die Konsensschätzungen leicht übertroffen. In Analystenkreisen wird das Ergebnis als solide bezeichnet. Sonova habe dabei vom starken Absatzwachstum in den USA sowie von umfangreichen Marktanteilsgewinnen profitiert.
Insgesamt finden sich die defensiven Werte eher im unteren Tabellendrittel des SMI/SLI. Bei Novartis (+0,4%) kommen negative Nachrichten aus den USA dazu. Das Pharmaunternehmen hat laut einem US-Gerichtsurteil Frauen bewusst diskriminiert und muss deshalb Wiedergutmachungszahlungen von 3,36 Mio USD leisten. Zusätzlich entschied die Jury, Novartis mit Strafzahlungen zu belegen. Über die Höhe dieser Busse verhandelt das Gericht noch. Das Unternehmen will das Urteil anfechten, wie Novartis mitteilte.
Roche (+0,1%) tendieren ebenfalls unterdurchschnittlich, Nestlé (+0,9%) halten sich etwas besser. Grösste Verlierer sind Synthes (+0,1%).
Actelion gewinnen 0,6%, das Unternehmen hat am Vorabend anlässlich der Jahreskonferenz der American Thoracic Society in New Orleans positive Ergebnisse der Phase-II-Studie zu Selexipag bei Patienten mit pulmonaler arterieller Hypertonie (PAH) präsentiert.
Im breiten Markt legen Burckhardt Compression (+3,7%) nach einer Neuabdeckung durch Goldman Sachs deutlich zu. Die Experten empfehlen die Aktien zum Kauf. Gemäss dem US-Broker dürfte Burckhardt von den steigenden Investitionen in den Petrochemie- und Raffineriesektor in den Emerging Markets profitieren, in denen das Unternehmen etwa 35 bis 40% des Umsatzes erarbeitet.
OC Oerlikon (+0,5%) können nach Q1-Zahlen zulegen. Der Industriekonzern hat die Erwartungen der Analysten beim Umsatz verfehlt und beim Auftragseingang getroffen. Analysten verweisen auf die Book-to-Bill-Ratio, welche eine nennenswerte Umsatzerholung in der Zukunft erwarten lasse. Fürs erste konzentriere sich der Markt aber noch auf die Generalversammlung am Nachmittag und die erwartete Zustimmung zum finanziellen Restrukturierungsplan, heisst es.
Bei ENR Russia Invest (-1,6%) geht der Streit mit der Aktionärin Paramount Finanz in die nächste Runde. Diese verlangt für die anstehende Generalversammlung die Traktandierung verschiedener Verhandlungsgegenstände.
Basilea rücken um 1,4% vor. Das vom Pharmaunternehmen entwickelte Medikament Toctino ist in Italien in die Leitlinien zur Behandlung von chronischen Handekzems aufgenommen worden.
cc/rt

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