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Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag mit etwas festeren Notierungen den Handel aufgenommen und trotz damit den negativen Vorgaben. Nach vier Tagen in Folge mit negativen Vorzeichen habe eine technische Gegenreaktion eingesetzt, heisst es im Handel. So habe der Dow Jones Index zwar im Minus geschlossen, lag aber nur leicht unter den Notierungen zu Europaschluss. Zudem hätten die leicht US-Futures seither wieder ins Plus gedreht.
Auf der Performance des SMI lasten allerdings Abgaben in Nestlé nach Analystenkommentaren. Im Hintergrund lauere zudem die Krise in der Eurozone, was auch heute den Anlegern die Lust auf Finanzwerte verderbe, ist zu vernehmen. Am Nachmittag werden Marktteilnehmer gespannt auf EZB-Präsident Jean-Claude Trichet und seine Aussagen über eine mögliche weitere Zinserhöhung warten.
Bis um 9.30 Uhr gewinnt der Schweizer Leitindex SMI um 0,14% auf 6'265,67 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI) rückt um 0,30% auf 975,43 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,21% auf 5'771,05 Punkte vor.
Damit liege der Schweizer Leitindex aber immer noch in der Nähe der April-Tiefstkurse (6'220) und sei damit kurz vor einem so genannten "Bear-Cross" (Durchbruch der 90-Tageslinie durch den 200-er Wert), merken charttechnisch orientierte Marktteilnehmer an.
Nestlé sinken um 0,5% und sind damit fast im Alleingang für die verhaltene Performance des hiesigen Leitindex verantwortlich. Das Aktienresearch der Credit Suisse hat das Kursziel für die Valoren auf 55 CHF von bisher 60 CHF gesenkt. Das Rating lautet unverändert Neutral. Mit der gleichen Begründung hat Barclays im Nachgang der Investorentage Nestlé auf Equal Weight von bisher Overweight sowie das Kursziel auf 58 CHF von vorher 63,50 CHF gesenkt.
Clariant (Aktie +1,4%) blickt aus dieser Perspektive auf einen erfolgreicheren Investorentag zurück. Die Citigroup habe die Papiere neu auf ihre "Most Preferred"-Liste aufgenommen, was als Hauptgrund für den Kursanstieg gelte, sagen Beobachter. Allerdings gelte auch zu bedenken, dass die Titel in den letzten zwei Tagen um fast 6% nachgegeben haben.
Ebenfalls auf die "Most Preferred"-Liste der Citigroup hat es Syngenta geschafft, deren Aktien sich um 1,4% verteuern. Mit Gewinnen zeigen sich auch andere Zykliker wie ABB (+1,0%), Adecco (+0,8%) und Holcim (+0,7%).
Auch Weatherford (+1,7%) legen weiter zu und erholten sich von den jüngsten Abgaben. Marktbeobachter verweisen auf anhaltende Deckungskäufe. Viele US-Grossinvestoren seien im Ölservicesektor derzeit untergewichtet. Der jüngste Kurszerfall ziehe nun Käufe nach sich.
Beim Logistiker Kühne + Nagel (Aktie -0,3%) kommt es nach einem Pressebericht zu einem "Radikalumbau". Sowohl CEO Reinhard Lange als auch Finanzchef Gerard van Kesteren sollen Ende 2012 abgelöst werden, berichtet die "Financial Times Deutschland". Hinzu komme der im Mai überraschend angekündigte Abgang von Peter Ulber, Chef des K+N-Kerngeschäfts mit See- und Luftfracht.
Die anhaltend schwachen Wachstumsaussichten in den USA sowie vor allem die Diskussion um eine Umschuldung Griechenlands belasten die Stimmung für die Banken. Credit Suisse wie UBS geben um 0,4% nach. Die Versicherungswerte von ZFS (+0,5%) und vor allem und Swiss Re (+1,1%) halten sich hingegen deutlich besser.
Die defensiven Papiere sehen ebenfalls mehrheitlich freundliche Notierungen: Actelion steigen um 1,1%, Roche um 0,1,% und Novartis um 0,6%. Letzterer Pharmakonzern hat mit positiven Studiendaten aufgewartet: Der Meningokokken-Impfstoffkandidat Bexsero habe in einer zulassungsrelevanten Studie gute Ergebnisse gezeigt, hiess es.
In der zweiten Reihe stehen Swissmetal im Blick. Der Kupferprodukte-Hersteller verschiebt erneut seine Generalversammlung. Das Unternehmen, das sich Luft verschaffen will, führt dies auf die andauernden Gespräche über Finanzierungsmöglichkeiten mit potenziellen Investoren zurück. Swissmetal hatte vergangenen Monat einen Kapitalschnitt mit nachfolgender Kapitalerhöhung angekündigt. Die Aktien wurden bis dato noch nicht gehandelt.
Lem, der Hersteller von Elektronik-Komponenten, hat im Geschäftsjahr 2010/11 mit seinen Zahlen die Erwartungen der Analysten übertroffen. Die Aktien tendieren unverändert bei 590 CHF.
ra/cc

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