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Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Mittwoch nach vier schwachen Tagen im frühen Handel fester mit Gewinnen auf breiter Front. Im Handel wird auf die kräftige Erholung an der Wall Street nach Handelsschluss in Europa verwiesen. Nach Europaschluss legte der Dow Jones um 1,2% und der S&P-500 um 1,4% zu. Der hiesige Börsenplatz wird jedoch von Roche zurückgebunden, die nach einem Fehlschlag mit einem Zulassungsgesuch für das Medikament Avastin im (negativen) Fokus stehen. Julius Bär werden nach Zahlen gesucht.
Ob die Gewinne aber nachhaltig seien, bleibe abzuwarten, hiess es im Handel. Die endgültige Richtung dürfte im Tagesverlauf durch weitere Unternehmenszahlen vorgegeben werdeb. Die laufende Berichtssaison hält heute Unternehmen wie Iberdrola, Coca-Cola, GlaxoSmithKline und Morgan Stanley bereit. Auf Konjunkturseite stehen dagegen keine wichtigen Daten an.
Bis um 09.30 Uhr gewinnt der SMI 0,56% auf 6'157,41 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,51% auf 5'441,32 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) legt dagegen wegen der Kappung der Schwergewichte mit plus 0,89% auf 941,29 Punkte deutlich mehr zu.
Die Roche-Genussscheine (-4,2%) werden deutlich zurückgenommen. Bereits gestern sanken in den USA die Roche-ADRs um knapp 3,5%. Dem Pharmakonzern droht ein Rückschlag bei seinem Brustkrebs-Medikament Avastin. Ein Ausschuss der US-Arzneimittelbehörde FDA kam bei einer Überprüfung einer klinischen Studie zu dem Ergebnis, dass die Behandlung von Brustkrebspatienten im fortgeschrittenen Stadium mit Avastin keine Vorteile bringe um empfiehlt, dem Präparat die vorläufige Marktzulassung für die genannte Indikation zu entziehen.
Avastin ist zur Behandlung verschiedener Krebsarten zugelassen und hat im vergangenen Jahr Umsätze von fast 6 Mrd USD erzielt. Als Brustkrebsmedikament hatten Analysten mit erwarteten Umsätzen von 500 Mio bis 700 Mio USD gerechnet, die nun herausgerechnet werden müssen. Die Credit Suisse hat als Reaktion das Kursziel für den Titel auf 160 von 200 CHF gesenkt, die UBS etwas weniger drastisch auf neu 186 von bisher 190 CHF.
Andere defensive Werte wie Novartis (+0,4%), Actelion (+0,2%), Swisscom (+0,8%) und Synthes (+0,4%) hinken dem Markt ebenfalls hinterher. Aus dem Bereich Medtech haben auch Nobel Biocare (+0,2%) und Sonova (-0,8%) Mühe, den Anschluss an den Gesamtmarkt zu halten. Händler verweisen auf das US-Unternehmen Stryker, welches eine Wachstumsverlangsamung vermelden musste.
Mit einem Kurssprung von 2,2% reagieren die Anleger auf die Quartalszahlen des Vermögensverwalters Julius Bär. Das Institut hat die Erwartungen der Analysten zum Teil deutlich übertroffen und zeigt sich weiterhin zuversichtlich. Die Bären konnten die akquisitionsbedingt höheren Kosten durch gesteigerte Erträge kompensieren und der hohe Nettoneugeldzufluss wird von Analysten als "erfreulich" bezeichnet.
Mit der Publikation der Ergebnisse der Bankenstresstests in Europa am kommenden Freitag stehen auch die hiesigen Institute UBS (+2,5%) und Credit Suisse (+1,3%) im Fokus. Letztere wird am (morgigen) Donnerstag die Quartalszahlen zeigen. Bereits am frühen Nachmittag wird die US-Bank Morgan Stanley ihre Quartalszahlen zeigen und dem Sektor wohl entscheidende Impulse liefern.
Am Vortag der Ergebnispublikation steigen auch Syngenta (+1,5%), Lonza (+1,0%) und insbesondere ABB (+2,0%). Gute Zahlen von Apple lassen Logitech um 1,5% steigen.
Die Papiere von Transocean bleiben volatil und rücken am Berichtstag um 3,0% vor, nachdem BP weitere kleine Erfolge bei der Versiegelung des Bohrlochs im Golf von Mexiko melden konnte.
Im SLI wird in Petroplus (Aktie +1,5%) heute eine Nennwertrückzahlung von 10 Rappen herausgerechnet.
Im breiten Markt konnte der Spezialsägerhersteller Meyer Burger (Aktie +0,4%) einen neuen Auftrag über 60 Mio CHF aus Korea vermelden. Das prall gefüllte Auftragsbuch wird damit noch etwas dicker.
Mit Käufen reagieren die Investoren auf ein Zeitungsinterview mit dem VR-Präsidenten von Precious Woods (+2,4%). Der Turnaround der auf die schonende Bewirtschaftung von Tropenwäldern spezialisierten Gesellschaft sei auf guten Weg, hiess es hier. Im Jahresverlauf stünden zudem Entscheide über gewichtige Expansionspläne in Brasilien und im Kongo an.
ra/uh

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