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Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Freitag etwas fester abgeschlossen und sich damit von den Verlusten der ersten Wochenhälfte erholt gezeigt. Die von Konjunktursorgen ausgelösten Kursrückgänge vom Dienstag und Mittwoch konnte der Leitindex SMI gar wettmachen und beendete Woche im Vergleich um vergangenen Freitag unverändert. Der Handel am Freitag war wie schon die ganze Woche über von Konjunkturmeldungen geprägt, die insbesondere in der zweiten Tageshälfte starke Bewegungen auslösten.
Der SMI startete etwas schwächer in den Tag und arbeitete sich im Schlepptau der sehr festen Novartis-Papiere bald in die Gewinnzone vor. Besser als erwartete Daten zum US-BIP sorgten am frühen Nachmittag für einen Ausschlag nach oben. Im Gegenzug liess eine Rede von US-Notenbankchef Bernanke den Index kurzzeitig nahe an die Tagestiefststände einbrechen. Bis Handelsende erholte sich der Markt allerdings wieder.
Bei Börsenschluss stieg das Blue-Chips-Barometer SMI um 0,84% auf 6'183,14 Punkte. Das Tageshoch lag bei 6'189 Punkten, das -tief bei 6'105 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) gewann 0,82% auf 937,88 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,79% auf 5'464,65 Punkte.
Die Papiere des Pharmaschwergewichts Novartis (+1,9%) wurden am Freitag stark nachgefragt. In den USA hatte der Konzern die Zulassung für das Blutdruckmittel Tekamlo erhalten und in der Schweiz wurde Tasigna in der Behandlung von Erwachsenen mit einer bestimmten Art von Leukämie zugelassen. Beides kam allerdings nicht überraschend und sei daher nicht der Auslöser der Kursavancen gewesen, hiess es.
Am Markt sei vielmehr der am Donnerstag früher als erwartet kommunizierte Kauf der zweiten Beteiligungsbranche an Alcon als Zeichen der Stärke gewertet worden. Im Streit um die Vollübernahme mit den Alcon-Minderheitsaktionäre habe Novartis gute Karten. Die Minderheitsaktionäre des Augenheilmittelkonzerns Alcon fordern einen höheren, als den bisher von Novartis gebotene Preis. Weiter hat Kepler das Rating für Novartis auf "Buy" erhöht.
Die Konkurrenzpapiere von Roche (+0,5%) konnten nicht ganz so deutlich zulegen. Roche hatte von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA einen ablehnenden Bescheid für ein beschleunigtes Zulassungsgesuch des Medikaments T-DM1 zur Behandlung von metastatischem Brustkrebs erhalten.
Nestlé (+0,3%), das dritte Schwergewicht, entwickelten sich am Tag nach dem Verkauf der Alcon-Beteiligung an Novartis verhalten. Dies obwohl Kepler die Valoren von Nestlé in die "European Alpha List" aufgenommen hatte.
Klar fester gingen einige Zykliker aus dem Handel. SGS legten um 2,2% und waren zugleich Tagessieger im SMI. Der Warenprüfkonzern hatte bereits am Donnerstag von guten Zahlen des Konkurrenten Bureau Veritas profitiert. Zu den Gewinnern gehörten aber auch Kühne + Nagel (+1,8%), Nobel Biocare (+1,7%) oder Swatch Group (+1,6%). Der Swatch-Partner (bei Schmuckuhren) und New Yorker Edeljuwelier Tiffany legte für das zweite Quartal überraschend gute Zahlen vor.
Die Finanzaktien wurden von Julius Bär (+1,3%) angeführt. Bär sei aus dem Bieterrennen um die BHF Bank ausgestiegen, hiess es. Postwendend seien Spekulationen um einen möglichen Aktienrückkauf aufgekommen. Ausserdem erhöhte UBS das Kursziel für Julius Bär leicht.
Mit mehr als einem Prozent legten im Finanzsektor auch die Versicherer Swiss Life, Swiss Re und ZFS (je +1,2%) zu. UBS (+0,7%) und Credit Suisse (+0,1%) lagen weiter hinten in der Tabelle.
Verlierer gab es im Blue-Chips-Segment derweil nur wenige: So gaben etwa Petroplus um 2,0% und Logitech um 0,8% nach. Den Grund für die Abgaben bei Petroplus orteten Beobachter in einer neue Studie der ZKB, die zum Schluss kam, dass eine kurzfristige Kapitalerhöhung nicht ganz auszuschliessen sei.
Am breiten Markt verloren Vetropack (-5,7%), Adval Tech (-1,6%) oder Cicor (-2,2%) nach Zahlen. Intershop legen dagegen nach der Halbjahrespublikation um 1,0% zu. Basilea (+7,1%) avancierten nach der Bekanntgabe einer Vertriebsvereinbarung für Toctino in Kanada.
mk/ps

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