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Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag von der Hoffnung auf eine baldige Lösung in der Griechenland-Krise getragen fester geschlossen. Der Schweizer Leitindex SMI startete im Plus und weitete in der zweiten Handelshälfte mit Unterstützung der US-Börsen die Kursgewinne noch aus. Gesucht wurden in erster Linie konjunktursensitive Papiere und auch die meisten Finanzwerte konnten gut zulegen.
Am Berichtstag dominierte die Frage, ob die griechische Regierung in der Nacht auf Mittwoch die Vertrauensfrage im Parlament gewinnen kann, um neue Milliardenhilfen zu bekommen oder ob im Anschluss an eine allfälligen Niederlage die Staatspleite droht. Dabei habe an den internationalen Börsen Zuversicht überwogen, so ein Händler. Auch angesichts der Einigung der EU-Finanzminister vom Montag auf einen neuen Krisenfonds habe sich die Stimmung aufgehellt.
Bis Börsenschluss gewann der Schweizer Leitindex SMI 0,94% auf 6'171,01 Punkte, das Tageshoch lag bei 6'172 Stellen. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI) stieg um 1,38% auf 956,88 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,99% auf 5'664,03 Punkte.
Die Erholung bei den Blue Chips hätten jene Titel angeführt, die zuletzt stark unter die Räder gekommen seien, hiess es im Handel. Ein gutes Beispiel dafür waren die Luxusgütertitel von Richemont (+3,9%) und Swatch Group (+3,2%). Dabei stützten Meldungen aus China, wonach die dortige Regierung derzeit Steuererleichterungen auf Luxusgütern im Umfang von 2% bis 15% prüft.
Weiter waren die Titel von Syngenta (+3,6%) auf den Top-Plätzen des Blue-Chip-Segments zu finden. Das Agrochemieunternehmen hatte anlässlich eines Investorentages mitgeteilt, dass bis nach 2015 die Umsätze mit wichtigen Nutzpflanzen auf über 17 Mrd USD von derzeit 8,4 Mrd steigen werden. Händlern zufolge wurden damit Investorenphantasien geweckt und die schwache Aktienentwicklung der letzten Wochen teilweise kompensiert.
Zu den Grossgewinnern gehörten etwa auch noch Zykliker wie ABB (+2,9%), Sonova (+2,0%) oder Logitech (+2,1% auf 9,66 CHF). Dabei fiel bei den Aktien dies Computerzubehörherstellers eine Kurszielsenkung der Bank Cheuvreux auf 8 von zuvor 12 CHF kaum ins Gewicht.
Bei Weatherford (+2,8%) liess eine Einigung mit dem britischen Ölkonzern BP den Kurs in die Höhe klettern. Das Ölserviceunternehmen hatte sich mit BP im Zusammenhang mit dem Unglück im Golf von Mexiko geeinigt. Weatherford stellt BP 75 Mio USD für einen Entschädigungsfonds zur Verfügung und wird im Gegenzug von Forderungen freigestellt. Die Meldung liess auch die Papiere des Ölbohrunternehmens Transocean (+3,5%) steigen, wo nun auch im Fall "Deepwater Horizon" ebenfalls mit einer "gütlichen Einigung" mit BP gerechnet wird.
Die Hoffnung auf eine Lösung in Griechenland gab den Finanzwerten Auftrieb, allerdings reihten sich Banken und Versicherungen aufgrund der anhaltenden Unsicherheiten im Sektor im Mittelfeld des SMI/SLI ein. So gewannen Credit Suisse 1,4%, Swiss Life 1,4% oder UBS 1,5%.
ZFS gewannen nur um 0,4% dazu. Dabei wurde der Zukauf des Versicherers MAAB im Entwicklungsmarkt Malaysia von Analysten mehrheitlich als positiv gewertet. Die Übernahme stehe im Einklang mit der Wachstumsstrategie der Zurich, die ihr Geschäft vor allem in den wachsenden Märkten ausbauen will. Einige Experten bezeichneten die Übernahme allerdings als teuer.
Auf der Verliererseite standen bei den Blue Chips lediglich Actelion (-1,0%) und die defensiven Nestlé-Aktien (-0,3%). Die Pharma-Schwergewichte Novartis (+0,4%) und Roche (+0,6%) konnten nicht ganz so stark wie der Gesamtmarkt zulegen.
In der zweiten Reihe gewannen Sika 2,8% dazu. Paul Hälg wurde zum Nachfolger des heutigen Präsidenten Walter Grüebler ernannt. Gleichzeitig wurde Jan Jenisch zum neuen Sika-CEO und Nachfolger von Ernst Bärtschi berufen.
Valora (+2,5%) hat die schwedische Scandinavian Cosmetics übernommen. Mit der breiten Markterschliessung von Valora Trade Schweden, beispielsweise im Lebensmitteleinzelhandel, bestehen laut Händlern für Valora weitere Wachstumsmöglichkeiten.
Swissmetal (-3,9%) setzte dagegen den Abwärtstrend fort. Beim Buntmetallverarbeiter ging der Verkaufsleiter. Das Unternehmen steht in den roten Zahlen und befindet sich in Gesprächen mit potenziellen Investoren über Finanzierungsmöglichkeiten.
mk/cc

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