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Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag mit kräftigen Verlusten geschlossen. Anhaltende Sorgen über die Schuldenkrise in Europa und die Weltkonjunktur allgemein hatten die Börsenplätze weltweit auf Talfahrt geschickt. Am Nachmittag sorgten dann einige schwächer als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten für eine weitere Kurserosion. "Die enttäuschenden US-Daten - vor allem zum wichtigen ISM-Index und zur Arbeitslosenhilfe - haben die Ängste der Anleger vor einer Wiederkehr der Rezession verstärkt", sagte ein Händler in Zürich.
Der intensivierte Verkaufsdruck nach den US-Daten drückte den SMI nicht nur auf ein neues Jahrestief, sondern auch unter die psychologisch wichtige Marke von 6'000 Punkten. "Das Durchbrechen der 6'000er-Linie hat dem Markt die Unterstützung entzogen und dadurch den Abwärtsdruck verstärkt", so der Händler. Ob dieser Verkaufsdruck anhalte, sei ungewiss, es wäre zum Wochenschluss auch eine Korrektur denkbar.
Bei Börsenschluss verlor das Blue-Chips-Barometer SMI 2,39% auf 5'981,66 Punkte. Das Tagestief und somit neue Jahrestief lag bei 5'952,94 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) sank um 2,38% auf 910,04 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 2,23% auf 5'286,99 Zähler.
Im tiefroten SMI/SLI-Kurstableau schlossen zyklische Werte wie Richemont (-6,1%), Swatch (-4,0%), Petropus (-3,9%), Holcim (-3,8%) oder Logitech (-3,5%) am Tabellenende. ABB verloren 2,0%. Der Industriekonzern zog sich aus dem Bieterwettstreit um die britische Chloride zurück. Der sicherlich nicht einfache Entscheid des ABB-Managements verdiene Respekt, sagten Beobachter. Angesichts der schlechten Gesamtstimmung würden solche positiven Nachrichten vom Markt aber kaum gewürdigt. An den Vortagen hatten Befürchtungen über einen kostspieligen Übernahmekampf bei ABB auf den Kurs gedrückt.
Auch Syngenta (-3,4%) wurden nach Neuigkeiten deutlich zurückgenommen. Das Unternehmen hat mit dem deutschen Chemie- und Pharmakonzern Bayer in den USA einen Patentstreit um genmodifizierte Pflanzen beigelegt. Als Belastung für die Aktie wurde im Handel allerdings das am Vortag publizierte Ergebnis des Wettbewerbers Monsanto genannt. Dem Konkurrenten machten im dritten Quartal Nachahmerprodukte und ungünstige Wetterbedingungen im US-Heimmarkt zu schaffen.
Die defensiven Index-Schwergewichte Nestlé (-1,9%), Novartis (-3,0%) und Roche (-1,9%) konnten sich dem negativen Sentiment nicht entziehen. Dabei hat Novartis mit dem Produktkandidaten Afinitor in einer Phase-III-Studie gute Ergebnisse erzielt.
Bei den Bankenwerten zeigten sich UBS (-3,0%) schwächer als CS (-1,8%) und Julius Bär (-0,7%). Händlern zufolge profitierten die CS-Titel von einer Branchenstudie aus dem Hause Nomura. Die Studie habe Spekulationen nach sich gezogen, wonach die Zweitquartalszahlen der Schweizer Grossbank besser als erwartet ausfallen könnten.
Mit den geringsten Verlusten schlossen im SMI/SLI Swisscom (-0,3%) und Geberit (-0,4%).
Im breiten Markt verbilligten sich Meyer Burger (-3,7%) überproportional. Das Unternehmen teilte mit, dass der Auftragsbestand um 22 Mio EUR bereinigt wurde und sich insgesamt derzeit auf über 700 Mio CHF belaufe. Der Abstrich sei zwar ärgerlich, angesichts der prall gefüllten Auftragsbücher aber zu verschmerzen, kommentierten Beobachter.
Valora (-1,0%) verloren unterdurchschnittlich. Der Kioskbetreiber übernimmt den deutschen Tabakwarenhändler tabacon Franchise. Analysten werteten den Zukauf als positiven Schritt und als Stärkung der Position in Deutschland. Ausserdem dürfte sich die Marge im Deutschland-Geschäft spürbar verbessern.
BKW (-0,2%) schlossen kaum verändert. Der Stromkonzern und die Groupe E haben von der deutschen E.ON BKW-Anteile zurückgekauft. Die Bereinigung der Aktionärsstruktur und die gleichzeitige Intensivierung der Kreuzverflechtung mit der Groupe E wurde von Analysten begrüsst.
ch/cc

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