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Zürich (awp) - Der Schweizer Aktiemarkt hat die Sitzung vom Freitag im tiefroten-Bereich beendet. Nach einem einigermassen freundlichen Start und Kursen um den Vortagesschluss bis am frühen Nachmittag fielen die Aktien nach 14.30 Uhr stark zurück und erholten sich bis zum Schluss nur noch wenig. Der Grund dafür waren sehr enttäuschend ausgefallene Konjunkturzahlen aus den USA, wo die Beschäftigtenzahl im Juli doppelt so stark sank wie erwartet.
Ob die Zahlen in den nächsten Tagen noch nachwirken werden, muss sich zeigen. Einige Markteilnehmer meinten, die Abschläge sollten vorübergehender Natur sein, da der Arbeitsmarkt ein nachlaufender Indikator sei und die Quartalsberichte der Unternehmen bzw. deren Aussichten erfreulich seien. Andere Marktbeobachter rechnen aber in den nächsten Wochen mit weiteren schwachen US-Konjunkturzahlen, was die Aktienmärkte zusätzlich belasten könnte.
Das Blue-Chips-Barometer SMI schloss 0,84% tiefer auf 6'321,36 Punkten, dies bei einem Tagestief von 6'284 Punkten. Im Wochenvergleich ergab sich aber trotzdem ein Plus von 1,9%. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) büsste gar 0,98% auf 983,27 Zähler ein, der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,80% auf 5'596,51 Punkte.
Grösster Verlierer waren Swiss Re (-4,3%), womit der Titel die Kursverluste des Vortages (-2,9%) noch übertroffen hat. Da der Rückversicherer die Anleger am Donnerstag mit schwachen Zahlen im Kerngeschäft enttäuschte, senkten Banken und Broker wie etwa JPMorgan, Citigroup oder Helvea nun Rating oder Kursziel für den Titel. Analysten bezweifeln etwa, dass der Rückversicherer die über den Versicherungszyklus angestrebte Eigenkapitalrendite von 12% erreichen wird. Im Gegensatz dazu erholten sich die Aktien von ZFS (+0,2%), die am Vortag ebenfalls nach Zahlen gar 4,3% gesunken waren, zum Wochenschluss wieder etwas.
Aufgrund der schwachen US-Arbeitsmarktdaten büssten vor allem auch die Titel des Personaldienstleisters Adecco (-3,7%) massiv an Terrain ein. Sie fielen nach Veröffentlichung der Daten um 14.30 Uhr in kürzester Zeit um rund 5%. Allerdings hatten die Titel in den Wochen zuvor aufgrund positiverer Einschätzungen der Konjunktur durch viele Marktbeobachter weit über 10% zugelegt. Auch die konjuntursensitiven Clariant (-3,0%) sowie der Versicherer Baloise (-2,6%) gerieten ziemlich bös unter die Räder.
Bei den grössten Verlierern waren ausserdem die Aktien des Tiefsee-Bohrkonzerns Transocean (-2,4%). Aufgrund der positiven News zur Ölkatastrophe in den letzten Tagen hatte der Titel massiv zugelegt. Nach einem erneut starken Plus in der ersten Tageshälfte kam es dann aber zu Gewinnmitnahmen im grösseren Stil. Dazu kam es auch bei Givaudan (-2,3%). Der Aromen- und Riechstoff-Konzern hatte am Vortag starke Halbjahreszahlen präsentiert, was zu deutlichen Avancen bei den Aktien geführt hatte.
Auch Nestlé (-1,0%) gehörten erneut zu den grössten Verlierern. Hier machen den Anlegern neu vor allem die massiv gestiegen Rohstoffpreise (u.a. Weizen) Sorgen. Die Nahrungsmittelkonzerne könnten Mühe haben, die höheren Preise auf die Konsumenten zu überwälzen, was die Margen schmälern würde, heisst es etwa zur Begründung. Allerdings leiden die Nahrungsmittel-Aktien bereits seit einiger Zeit unter den Befürchtungen bezüglich Konjunktur-Entwicklung. Das Nestlé-Papier hat seit einem Zwischen-Hoch am 23. Juli bereits 6% eingebüsst.
Bester Titel bei den Blue Chips waren Syngenta (+3,2%). Die gestiegenen Getreidepreise werden beim Agrochemiekonzern als Kurstreiber angeführt. Zudem hat Citigroup das Rating auf "Buy" angehoben. Der Lagerabbau in der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette scheine ein Ende zu finden, was zu höheren Volumen helfe, hiess es ausserdem. Lonza legten nach guten Zahlen des deutschen Spezialchemiekonzerns Lanxess um 2,2% zu. Zu den wenigen Gewinnern gehörten auch noch Sonova (+0,4%), Roche (+0,3%) sowie Geberit (+0,2%) und Actelion (+0,2%).
Im breiten Markt waren u.a. Minoteries (-6,5%), Burkhalter (-6,0%), Newron (-4,5) oder Cham Paper (-4,2%) bei den schwächsten Werten. Zuoberst auf dem Podest standen dagegen Escor (+12,1%), OC Oerlikon (+8,6%) und Acino (+7,5%).
uh/ch

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