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Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Donnerstagmittag angeführt von starken Bankenwerten klar im Plus und zeigt sich für einmal stärker als die wichtigen europäischen Börsenplätze. Die Stimmung wird im Handel als gut beschrieben, allerdings seien die Volumen eher bescheiden. Die Investoren dürften sich vor dem am frühen Nachmittag fälligen Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank zurückhalten.
Die erwartete Zinserhöhung der EZB sei so kommuniziert worden, dass die Anlegerschaft "sicher nicht auf dem falschen Fuss erwischt" werde, sagte ein Händler. Sie weise zudem auch darauf hin, dass die Konjunktur am Erstarken sei. Das Gesuch Portugals um EU-Finanzhilfe zeige aber auch, dass in der Eurozone noch einiges im Argen liege. Von den Schweizer Unternehmen gab es am Donnerstag wenige Neuigkeiten. Sulzer steigen deutlich, nachdem der Industriekonzern eine Grossübernahme bekannt gegeben hat.
Der Swiss Market Index (SMI) liegt um 12.00 Uhr um 0,74% höher auf 6'490,89 Punkten, während der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) um 0,56% auf 1'036,61 Punkte anzieht. Der breite Swiss Performance Index (SPI) gewinnt 0,61% auf 5'912,33 Punkte.
Mit starken Avancen fallen die Bankenwerte auf. Ein Händler erklärte die Avancen mit dem Aufholpotenzial der Titel, nachdem sie seit der Fukushima-Katastrophe "liegen geblieben" seien. Stärkster Titel im SMI sind CS (+2,8%). Am Markt werden Gerüchte über eine Ergebnis-Überraschung für das erste Quartal laut, wobei auch die Analysten von JP Morgan in einer Sektorstudie diese Ansicht teilen. Auch UBS (+2,4%) und Julius Bär (+2,0%) legen kräftig zu.
Versicherer notieren ebenfalls im Plus: Swiss Life avancieren 2,2% und ZFS um 0,8%. Die Analysten von Goldman Sachs haben das Kursziel für die ZFS-Aktie leicht erhöht und bewerten die Titel weiterhin mit "Buy". Ihre Avancen fortsetzen können Swiss Re (+1,0%), nachdem die Titel bereits am Vortag mit einem Plus von 3% stark zugelegt hatten.
Neben den Finanzwerten bieten die Pharmawerte Unterstützung für den SMI. Novartis (+1,5%) hat den Verkauf der Rechte an seinem Medikament Elidel an das schwedische Spezialpharmaunternehmen Meda bekanntgegeben. Es erhält daraus eine Zahlung von 420 Mio USD. Analysten bewerteten den Deal als lukrativ. Zudem passe er zur Produktstrategie von Novartis. Konkurrentin Roche (Titel +0,7%) konnte positive Phase II-Studienresultate für den Wirkstoffkandidaten T-DM1 bei Brustkrebs bekanntgeben, der potenziell zum Blockbuster werden könnte.
Dagegen sind Clariant (-0,4%) nach anfänglichen Gewinnen in die Minuszone gerutscht. Der Chemiekonzern will zur Finanzierung der Süd-Chemie-Übernahme bis zu 23,02 Mio neue Aktien ausgeben. Damit liegt die geplante Ausgabe neuer Aktien unter den bisherigen Annahmen der Analysten, womit auch die Verwässerung geringer ausfallen wird.
Zu den Verlierern gehören zudem die Titel von Syngenta (-0,6%). Der Basler Agrochemiekonzern hat eine Forschungszusammenarbeit mit Bayer Cropscience bekanntgeben können. Demnach werden die beiden Unternehmen bei der Sojabohnen-Entwicklung zusammenarbeiten. Die Kollaboration habe zwar langfristiges Potenzial, beeinflusse aber die Schätzungen für die kommenden Jahre nicht, kommentierte die Bank Vontobel.
Transocean (-0,2%) verlieren am Schweizer Markt, nachdem die Valoren bereits an der US-Börse etwas nachgegeben hatten. Wie am Vortag stehen zudem ABB (-1,0%) im Minus. Die Schlusslichter unter den Bluechip-Werten bilden die Luxusgüterwerte Richemont (-0,8%) und Swatch (-1,3%).
Im breiten Markt gewinnen Sulzer (+4,4%) deutlich. Das Unternehmen plant die Übernahme des Flow-Solutions-Geschäfts der schwedischen Pumpenanbieters Cardo. Der Umsatz des Bereichs wird mit rund 463 Mio CHF beziffert. In Marktkreisen wird die Übernahme als zwar tendenziell teuer, strategisch aber sinnvoll beurteilt. Das neue Abwasserpumpengeschäft sei zudem weniger konjunktursensitiv als das bisherige Pumpengeschäft, heisst es.
tp/rt

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