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AKTIEN SCHWEIZ/Verlauf: Gewinne ausgebaut - technische Gegenbewegung

Dieser Inhalt wurde am 26. Mai 2010 - 13:38 publiziert

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat seine Gewinne am Mittwoch bis zum Mittag kontinuierlich ausgebaut. Marktteilnehmer sprechen von Deckungskäufen nach vier Tagen mit fallenden Kursen. Insbesondere zyklische Titel und Bankenaktien zeigen am Berichtstag Erholungstendenzen, während defensive Werte den Markt etwas zurückbinden.
Bei der heutigen Bewegung dürfte es sich aber eher um eine technisch bedingte Verschnaufpause, als um den Beginn einer Bodenbildung handeln, hiess es im Handel. Denn die Sorgen um die europäische Wirtschaft seien mitnichten gebannt und vor dem Hintergrund der Schuldenkrise in der Eurozone dürfte der Handel weiterhin von hoher Volatilität geprägt bleiben.
Das Blue-Chips-Barometer SMI steigt bis um 12 Uhr um 1,26% auf 6'168,05 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) gewinnt 1,74% auf 943,96 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,45% auf 5'445,05 Punkte.
Die Bankaktien UBS (+1,9%), Credit Suisse (+2,1%) und Julius Bär (+1,2%) fallen mit teilweise starken Avancen auf. Die genannten Titel hatten zuletzt stark unter der Schuldenkrise in der Eurozone gelitten. Verschiedene Broker haben nach einem Briefing mit dem CS-CEO Brady Dougan zwar ihre Kursziele für die CS-Titel gesenkt, ihre langfristig positiven Einstellung gegenüber der Bank haben sie indes beibehalten.
Die Titel der Luxusgüterhersteller Swatch (+5,2%) und Richemont (+4,9%) verzeichnen noch deutlichere Gewinne. Letztere wird am morgigen Donnerstag die Jahreszahlen zeigen. Händlern zufolge profitieren die Titel besonders stark von der Gegenbewegung, nachdem auch sie in den vergangenen Tagen gehörig unter Druck gekommen sind. Ausserdem dürften die positiven News des Luxusmodelabels Burberry dem Sektor zusätzlichen Auftrieb verleihen.
Zyklische Werte wie Adecco (+2,5%), ABB (+1,8%), Holcim (+3,2%) sowie Kühne + Nagel (+2,9%) figurieren ebenfalls auf vielen Einkaufszetteln.
Bei den Pharmawerten stellen Analysten verschiedentlich Umschichtungen aus Novartis (+1,0%) in Roche (+1,6%) fest. Analysten befürchten, dass sich die Verzögerung beim MS-Medikament Gilenia von Novartis länger als die kommunizierten drei Monate hinziehen wird.
Nestlé (unverändert) kommen hingegen nicht recht vom Fleck, obschon die Credit Suisse ihr strategisches Übergewicht im europäischen Nahrungsmittelsektor weiter ausgebaut hat. In den letzten Tagen aufgebaute Safe-Haven-Engagements würden derzeit wieder vermehrt glattgestellt, sagten Händler.
Aber auch andere defensive Aktien wie Synthes (-0,3%) leiden unter Umschichtungen in risikoreichere Investments.
SGS rücken um deutliche 3,6% vor. Der Warenprüf- und Inspektionskonzerns legt nach den Worten seines CEO Chris Kirk seit Jahresanfang zu und konnte die Margen halten. "Das erste Semester entwickelt sich gut, das zweite Halbjahr wird besser sein", sagte er in einem Zeitungsinterview. Auch am Gewinnziel für 2011 hält der CEO fest. Zudem haben heute die Analysten von Goldman Sachs ihr Kursziel für den Titel erhöht.
Im breiten Markt steigen Meyer Burger um 4,6%. Das Unternehmen hat einen Vertrag für die Lieferung von Drahtsägen im Wert von über 30 Mio CHF an Land gezogen.
Um 4,2% steigen Temenos. Der Hersteller von Bankensoftware hat mit der norwegischen Luup erneut einen neuen Kunden melden können und stellte gestern Abend gleichzeitig die Lancierung einer neuen Version seiner Bankensoftware T24 R10 in Aussicht.
OC Oerlikon steigen am zweiten Tag der laufenden Kapitalerhöhung um weitere 8,6%.
Transocean steigen um 5,4%, nachdem die Aktien gestern fast 8% eingebüsst hatten. Die Ölbohrfirma, der die gesunkene Plattform "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko gehörte, kündigte am Vorabend an, alle gesetzlichen Verpflichtungen im Zusammenhang mit dem Unglück erfüllen zu wollen. Die Zahlung der vor dem Unglück angekündigten Dividende beeinträchtige die Fähigkeit des Unternehmens nicht, für die aus dem Unfall erwachsenden Kosten aufzukommen, hiess es.
ra/ps

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