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Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt leidet nach wie vor unter Konjunktursorgen und verliert am Donnerstag um die Mittagsstunden deutlich an Wert. Schwache Daten zum US-Arbeitsmarkt am Vortag und die enttäuschende Entwicklung des chinesischen Einkaufsmanagerindex setzen die Börsen weltweit unter Druck. Leicht belastend wirke sich auch die mögliche Senkung des Kreditratings für Spanien durch Moody's aus, so ein Händler. Dagegen seien erste Informationen zum Verlauf der Auktion fünfjähriger Staatsanleihen Spaniens am Markt gut aufgenommen worden.
In der Schweiz ist der Leitindex SMI mit dem Tagestief von 6'033 Punkten nahe an den Jahrestiefststand von 6'029 Punkten herangerückt. Ob dieser Wert heute noch unterboten werde oder der SMI allenfalls gar unter die Marke von 6'000 Punkte fällt, hänge stark von den heute Nachmittag zur Publikation anstehenden US-Konjunkturdaten ab, so der Händler. Im Fokus steht dabei der ISM-Einkaufsmanagerindex für die Industrie. Ausserdem dürften die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe weitere Hinweise für den morgigen offiziellen Arbeitsmarktbericht liefern.
Das Blue-Chips-Barometer SMI verliert bis um 12.00 Uhr um 1,32% auf 6'047,20 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) sinkt um 1,41% auf 919,10 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 1,23% auf 5'341,11 Zähler.
Finanzaktien und Zykliker stehen nach wie vor weit hinten im SMI/SLI-Tableau. So verlieren Julius Bär 2,2%, UBS 2,1% oder Swiss Life 1,6%. CS halten sich mit minus 0,4% relativ gut.
Konjunktursensitive Aktien wie Kühne + Nagel (-1,9%), Richemont (-2,5%) oder Adecco (2,2%) geben ebenfalls überdurchschnittlich nach.
Hier gehört ABB (-0,2%) mit deutlich kleineren Abgaben zu den Ausnahmen. Der Industriekonzern zieht sich aus dem Bieterwettstreit um die britische Chloride zurück. ABB habe das Angebot des Mitbieters Emerson geprüft und sich entschieden, nicht mitzuziehen. Der sicherlich nicht einfache Entscheid des ABB-Managements verdiene Respekt, so ein Händler. An den Vortagen hatten Befürchtungen über einen kostspieligen Übernahmekampf auf den Kurs gedrückt.
Die grössten Verluste verzeichnen die volatilen Papiere des Ölbohrkonzerns Transocean (-4,7%). Hier lasten die Auswirkungen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko weiterhin schwer. Die Aktien der Raffineriebetreiberin Petroplus (-2,8%) werden ebenfalls stark zurückgenommen.
Syngenta verlieren 2,3%. Konkurrentin Monsanto machten im dritten Quartal Nachahmerprodukte und ungünstige Wetterbedingungen im US-Heimmarkt zu schaffen. Die Monsanto-Aktie gab am Mittwoch an der US-Börse um rund 2% nach.
Die Index-Schwergewichte Novartis (-1,4%), Nestlé (-1,2%) und Roche (-1,0%) verlieren ähnlich viel wie der Gesamtmarkt. Dabei hat Novartis mit dem Produktkandidaten Afinitor in einer Phase-III-Studie gute Ergebnisse erzielt. Die Bank Vontobel erhöht ihre Umsatzschätzung für Afinitor auf rund 800 Mio USD von bisher 200 Mio USD.
Im breiten Markt gab Valora (Aktie: +1,3%) die Übernahme des deutschen Tabakwarenhändlers tabacon Franchise bekannt. Analysten werten den Zukauf als positiven Schritt und als Stärkung der Position in Deutschland. Ausserdem dürfte sich die Marge im Deutschland-Geschäft spürbar verbessern.
BKW (+0,1%) und die Groupe E haben von der deutschen E.ON BKW-Anteile zurückgekauft. Die Bereinigung der Aktionärsstruktur und die gleichzeitige Intensivierung der Kreuzverflechtung mit der Groupe E kommt an der Börse gut an.
Meyer Burger (Aktie: -2,8%) teilte mit, dass der Auftragsbestand um 22 Mio EUR bereinigt wurde, sich insgesamt derzeit auf über 700 Mio CHF belaufe. Eine solche Meldung sei zwar ärgerlich, Analysten wiegeln jedoch die Bedeutung des Auftragverlustes ab.
mk/rt

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