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TOKIO (awp international) - Die Börse in Tokio hat am Donnerstag wegen der Befürchtungen vor einer weiteren Verschärfung der nuklearen Katastrophe und eines Yen-Rekordhochs erneut stark an Boden verloren. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte gab zuletzt 2,52 Prozent auf 8.854,85 Zähler nach - seit dem Erdbeben verlor der Nikkei 225 damit rund 15 Prozent. Der breit gefasste Topix gab am Donnerstag 1,95 Prozent auf 801,66 Zähler nach. Damit setzte der japanische Aktienmarkt seine seit vergangenen Freitag eingeschlagene und nur am Mittwoch durch eine kleine Erholung unterbrochene Talfahrt fort.
Händler führten die Verluste am Aktienmarkt auch auf einen stark gestiegenen Yen zurück. Dieser schwäche die heimische Wirtschaft. Die japanische Währung Yen stieg in der Nacht zum Donnerstag auf ein Rekordhoch zum US-Dollar gestiegen. In einem chaotischen von starken Sprüngen gekennzeichneten Handel mussten zeitweise nur noch 76,25 Yen für einen Dollar bezahlt werden - so wenig wie noch nie in der Geschichte. Dollar-Käufe vor allem von japanischen Importunternehmen und Spekulanten verringerten die Kursgewinne des Yen.
STARKER YEN IST PROPLEM FÜR EXPORTUNTERNEHMEN
Zuletzt stand der Dollar wieder bei rund 79 Yen. Das sind allerdings immer noch rund 4 Yen weniger als noch vor dem verheerenden Erdbeben und Tsunami am Freitag der vergangenen Woche. Auch im Vergleich zum Euro zog der Yen am Donnerstag deutlich an. Händler führten die starken Yen-Gewinne am Donnerstag darauf zurück, dass japanische Investoren und Versicherer dringend Geld brauchen, um die Schäden aus der Natur- und Nuklearkatastrophe n der Heimat zu bezahlen. Das steigert die Nachfrage nach Yen.
Der starke Yen ist seit Jahren eines der grössten Probleme der japanischen Wirtschaft, da sie die Exporte verteuern. Mitte 2007 kostete ein Dollar noch mehr als 120 Yen. Vor der Natur- und Nuklearkatastrophe hatte sich der Yen allerdings in einer Bandbreite zwischen 80 und 85 Yen zumindest stabilisiert. Exportunternehmen wie zum Beispiel der Autohersteller Toyota erhielten damit allerdings bereits zuletzt deutlich weniger Yen für in den USA verkaufte Produkte.
SPEKULATIONEN ÜBER INTERVENTIONEN
Viele Analysten und Experten rechnen jetzt damit, dass die japanische Regierung bald am Devisenmarkt einschreiten wird, um die Spekulation einzudämmen. Dabei sei auch eine international koordinierte Aktion denkbar. Die japanische Regierung selbst bestätigte, dass es noch in dieser Woche eine Telefonkonferenz der G7-Finanzminister geben wird. Dabei soll die Lage in Japan besprochen werden. Zuletzt hiess es in Finanzkreisen, dass keine gemeinsame Aktion der Industrienationen notwendig ist.
Unterdessen stellte die japanische Notenbank (BoJ) den Märkten am Donnerstag erneut zusätzliche Milliarden zur Verfügung. Es seien weitere fünf Billionen Yen (45 Milliarden Euro) kurzfristige Notfall-Liquidität in die Märkte gepumpt worden, teilte die Notenbank mit. Damit summiert sich die Summe der kurzfristigen Notfallmassnahmen auf 33 Billionen Yen. Die Währungshüter hatten am Montag den Rahmen für Rückkäufe von Staatsanleihen erhöht. Mit den Schritten will die Notenbank einen Kollaps der Finanzmärkte angesichts des drohenden Super-GAUs verhindern.
zb/enl

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