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Zürich (awp) - Die Titel des Pharma-Unternehmens Actelion haben nach einer kurzen Erholung am Dienstag zu Handelsanfang wieder auf die Verliererseite gewechselt. Damit setzen die Aktien ihre Talfahrt fort, die gestern Montag nach dem Jury-Verdikt des US-Zivilgerichtes Superior Court of the State of California in Sachen Actelion vs. Asahi eingesetzt hatte. Einzelne Stimmen, die den gestrigen Kursrückgang als übertrieben bezeichnet hatten, verhallen so weitgehend ungehört.
Die Jury hatte im Gerichtsfall wegen des Entwicklungsstopps des Produktkandidaten Fasudil zur Therapie von PAH im Zuge der CoTherix-Übernahme bis zu 547 Mio USD zuerkannt. CoTherix wurde von Actelion übernommen, und Asahi hatte ein Lizenz-Abkommen mit CoTherix abgeschlossen.
Heute Dienstag setzt die Jury die Beratungen bezüglich zusätzlicher möglicher Strafzahlungen fort. Actelion zeigte sich am Montag in einer Stellungnahme enttäuscht und will nach Abschluss der Jury-Beratungen über weitere Schritte entscheiden.
Bis gegen 13.50 Uhr verlieren die Actelion-Titel um 3,3% auf 44,98 CHF. Dabei erreicht das Handelsvolumen bereits mehr als das Doppelte eines durchschnittlichen Tagesumsatzes. Am Vortag haben die Actelion-Aktien bereits um 8,7% nachgegeben. Der SMI sinkt um 0,6%.
Marktbeobachter machen in Actelion-Aktien erneut grössere Abgaben in den Titeln aus dem Ausland aus. Der Hedgefund Elliott ist zudem mit einem Statement an die Öffentlichkeit getreten. Darin wird auf den komplexen Gerichtsfall mit Asahi verwiesen und die Möglichkeit, den Fall zu verlieren. Dies erfordere wenigstens eine vollumfassende Information über den Fall sowie die möglichen Folgen aus dem Asahi-Gerichtsfal sowie weiteren Gerichtsfällen, heisst es.
Elliott schreibt dazu weiter: "Während wir uns in einer sehr starken Position befinden, um bei Actelion echten Wandel durch die Wahl der von uns vorgeschlagenen (VR-)Kandidaten zu sehen, glauben wir, dass unsere Bemühungen, den Verwaltungsrat zu erneuern, weiter gestärkt würden, falls die GV auf später im Mai oder Juni verschoben würde, um allen Aktionären mehr Zeit zu geben, ihre Stimmberechtigten zu instruieren und für echten Wandel zu stimmen."
Elliott scheint dieses Statement der Ansicht von Markbeobachtern nach mehr geschadet als genützt zu haben. Die Briten stünden nach dem Kurseinbruch vom Montag zunehmend mit dem Rücken zur Wand, wird spekuliert. So könnte der Wert der mehr als 6-prozentigen Beteiligung inzwischen möglicherweise bereits deutlich unter dem durchschnittlichen Einstandspreis von Elliott liegen. Zudem sei der Erfolg der Elliott-Kandidaten für die Wahl in den Verwaltungsrat ungewiss. So könnte die Forderung nach einer Verschiebung der GV möglicherweise ein Hinweis darauf sein, dass sich die Briten ihres Erfolgs derzeit nicht sicher seien.
Auch könnte der Fall Actelion vs. Asahi noch länger dauern - ausser es kommt zu einer vorzeitigen Einigung. So erwartet Andrew Weiss von der Bank Vontobel eine solche Einigung, die Actelion 250 Mio CHF kosten dürfte. Die gestrigen Kursverluste in den Actelion-Titeln bezeichnet Weiss im Weiteren als übertrieben. Auf der Basis der erwarteten Belastung aus dem Streitfall reduziert er das Kursziel für die Aktie um 2 auf 70 CHF und bleibt bei seiner "Buy"-Empfehlung.
Die Jury könnte auf Strafzahlungen verzichten, diese könnten aber auch bis zum Dreifachen des bereits gesprochenen Betrages reichen, so der Kommentar weiter.
Von den ursprünglich von Asahi geforderten 950 Mio USD habe die Jury für entgangene Lizenz- und Meilensteinzahlungen 359 Mio zugestanden. "Wir erachten sogar diese Summe als zu hoch", so der Vontobel-Analyst. Ein Weiterzug des Falles würde aber Zeit und viel Geld kosten, auch dürfte Actelion einen Teil der Summe deponieren müssen. So erwarte er, dass Actelion schliesslich bei 250 Mio CHF einlenken werde.
rt/ra

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