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FRANKFURT/PARIS/LONDON (awp international) - Die Aktien von Börsenbetreibern sind am Freitag erneut in den Fokus gerückt, nachdem neue Presseberichte und Spekulationen über mögliche anstehende Übernahmen an den Märkten kursierten. So steht nach Angaben des US-Wirtschaftssenders "Fox Business" angeblich nun auch die amerikanisch-skandinavische Börse Nasdaq OMX mit der US-Rohstoffbörse IntercontinentalExchange (ICE) in Verhandlungen über einen Zusammenschluss. In den Tagen zuvor gab es bereits Gerüchte, dass die Terminbörse CME ein Gegengebot für die NYSE Euronext abgeben könnte. Zudem führt die alternative Aktienhandelsplattform Bats Global Markets seit geraumer Zeit exklusive Übernahmegespräche mit der extrem erfolgreich in Europa agierenden Plattform Chi-X.
Bis 11.30 Uhr gewannen die Aktien der Deutschen Börse 0,12 Prozent auf 57,96 Euro, während der Dax 0,29 Prozent auf 7.384,07 Punkte verlor. Titel der NYSE Euronext - mit der die Deutsche Börse fusionieren will - sanken in Paris um 0,15 Prozent auf 27,16 Euro. In Madrid legten Bolsas y Mercados Espanoles (BME) 0,18 Prozent zu. In London gaben die Titel der LSE , die mit der Börse in Toronto fusionieren will, 0,21 Prozent ab. Die Anteilsscheine der Nasdaq OMX waren tags zuvor im New Yorker Handel mit plus 0,90 Prozent aus der Sitzung gegangen.
NASDAQ OMX-FUSION MIT ICE 'GUT DENKBAR'
Dass Nasdaq OMX und ICE sich zusammenschliessen könnten, wird von Analysten für "gut denkbar" gehalten. Analyst Christian Muschick von der Investmentbank Silvia Quandt: "Ein Merger mit Führungsrolle der ICE als dem grösseren der beiden Börsenbetreiber könnte ich mir vorstellen." Interessant sei die ICE zudem nicht nur wegen ihres Schwergewichts im Rohstoffhandel und ihrer sehr hohen Effizienz, sondern auch, weil sie in Europa im Bereich der Abwicklung und Verrechnung ausserbörslicher Derivategeschäfte (OTC CCP) die Vorreiterrolle inne hat.
Dem Thema eines möglicherweise demnächst anstehenden feindlichen Übernahmeangebotes der CME für die NYSE - ebenfalls von Fox Business aufgebracht - wird am Markt dagegen keine ernsthafte Bedeutung beigemessen. Ein Händler verwies zum einen darauf, dass die Vertragsstrafe, die die NYSE dann an die Deutsche Börse zahlen müsste mit 250 Millionen Euro recht hoch sei. Zum anderen habe die CME in ihrer Stellungnahme am Dienstag durchblicken lassen, dass sie sich weiter auf organisches Wachstum konzentrieren wolle. Analyst Muschick meinte zudem: "Mittelfristig werden sich Terminbörsen wie die CME zwar auch nach Kassamärkten umschauen, aber noch entwickelt sich der Derivatebereich zu dynamisch. Kassamärkte dagegen stehen unter hohem Wettbewerbsdruck." Mit Blick auf Fox meinte er: Der Sender sei "nicht gerade bekannt für solide Nachrichten, sondern eher für national orientierte Amerika-First-Geschichten."
BATS/CH-X: ÜBERNAHME SEIT LÄNGEREM ERWARTET
Hinsichtlich eines Berichts im "Wall Street Journal", dem zufolge Bats nun tatsächlich kurz vor der Übernahme von Chi-X stehen soll, hiess es seitens eines Börsianers: "Das wird seit längerem erwartet. Die kleineren Wettbewerber bündeln ihre Kräfte, um die etablierten Börsen im Kassahandel weiter herauszufordern." Insgesamt läuft bereits über Chi-X mehr als 20 Prozent des gesamten europäischen Aktienhandels.
Über die Deutsche Börse, NYSE Euronext und auch BME als ein künftiges Übernahmeziel in Europa sagten Börsianer, dass mit Blick auf die anstehende Megafusion der erstgenannten beiden Konzerne zurzeit wohl erst einmal Verzögerungstaktiken gespielt würden, um finanziell einen Nachschlag zu erhalten. Erste NYSE-Aktionäre klagen inzwischen gegen den Zusammenschluss vor Gerichten in Delaware und Manhattan. Grössere Kursfantasien sei aber derzeit alles in allem erst einmal raus aus den Aktien. Zur BME meinte der Silvia-Quandt-Analyst: "Die BME bleibt künftig als das einzige interessante Übernahmeziel in Europa bestehen, aber eine Übernahme dürfte vor allem von politischer Seite aus betrachtet nicht einfach sein. Eher ist auch hier in Zukunft ein Merger denkbar."/ck/la/fa

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