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(Mit weiteren Angaben)
Zürich (awp) - Die Aktien des Luxusgüterkonzerns Richemont stehen am Donnerstag nach Publikation der Jahreszahlen stark unter Druck. Richemont konnte die hohe Erwartungshaltung am Markt nur beim Umsatz erfüllen, mit dem EBIT und dem Gewinn wurden die Vorgaben dagegen deutlich verfehlt. Entsprechend blieben auch die Margen klar hinter den Erwartungen zurück.
Bis um 12.00 Uhr verlieren Richemont 3,4% auf 54,10 CHF, zwischenzeitlich sackten die Titel bis auf unter 53 CHF ab. Bis zum Berichtszeitpunkt wurden rund 3 Mio Titel gehandelt, was bereits klar über dem durchschnittlichen Tagesvolumen der letzten Wochen von rund 1,4 Mio liegt. Swatch haben sich ebenfalls von den Tagestiefstständen gelöst und verlieren derweil noch 0,9%, der Gesamtmarkt (SMI) ist sogar mit 0,17% in die Gewinnzone geklettert.
Analysten bewerten den Richemont-Abschluss unterschiedlich. Während die einen die niedriger als erwartet ausgefallene Rentabilität als Enttäuschung aufnehmen, heben andere das starke Umsatzwachstum und den guten Start ins neue Geschäftsjahr im Monat April hervor. Unisono positiv wird die Ausweitung des Aktienrückkaufprogramms bewertet.
Richemont blieb in der Berichtsperiode mit der EBIT-Marge knapp unter der Marke von 20%. Dagegen wurde in Analystenkreisen damit gerechnet, dass der Rekord aus dem Jahr 2007 von 21,1% geschlagen werden dürfte. Die Rentabilität sei niedriger als erwartet und enttäuschend ausgefallen, meint Jean-Philippe Bertschy von der Bank Vontobel. Wahrscheinlich seien die Auswirkungen der Übernahme von Net-A-Porter auf die Margen unterschätzt worden.
Auch ZKB-Analyst Patrik Schwendimann zeigte sich über die Margenentwicklung bei Richemont enttäuscht. Die Gruppe habe im Vergleich mit den Konkurrenten Swatch und LVHM diesbezüglich schlechter abgeschnitten. Als Gründe dafür sieht Schwendimann vor allem höhere Marketing- und Distributionskosten sowie Sonderkosten im Zusammenhang mit der Neupositionierung der Uhrenmarke Baume & Mercier und nicht zuletzt den starken Schweizer Franken.
Auch mit Blick auf die Ausschüttungspolitik hatten eine Reihe von Analysten mehr erwartet. Einige Marktteilnehmer hätten im Vorfeld auf die Ausschüttung einer Spezialdividende gehofft, so Patrick Jnglin von der Credit Suisse. Immerhin sei das Aktienrückkaufprogramm ausgeweitet worden. Derweil sind auch die Dividendenerwartungen der ZKB und der Bank Vontobel nicht erfüllt worden. Patrik Schwendimann rechnete mit einem Vorschlag im Umfang von 0,65 CHF je Aktie, Richemont will 0,45 CHF je Titel ausschütten.
Die Experten der Bank Wegelin schreiben derweil von einem soliden Jahresergebnis. Die Rekord-EBIT-Marge sei zwar nicht geknackt worden, dafür sei das Umsatzwachstum in Lokalwährungen in den meisten Regionen bemerkenswert. Auch wenn sich das Management betreffend Prognosen gewohnt zurückhaltend geäussert habe, dürfte sich das hohe Wachstum insbesondere in den Schwellenländern fortsetzen.
Positiv werten die Analysten den Start in das neue Geschäftsjahr. Der Umsatz im April sei trotz negativer Beeinträchtigung durch Japan stark gewachsen, so ZKB-Analyst Schwendimann. Dies deute darauf hin, dass die Marktschätzungen für 2011/12 zu tief seien. Auch Alessandro Migliorini von Helvea merkt an, dass das aktuelle Umsatzwachstum deutlich stärker als erwartet ausgefallen ist, was den Einfluss der moderaten Margenentwicklung an der Börse etwas dämpfen dürfte.
Migliorini rechnet auch in Zukunft bei Richemont mit guten Wachstumszahlen. Er belässt vorerst seine Einschätzung für die Aktie auf "Accumulate" mit einem Kursziel von 60 CHF. Patrik Schwendimann sieht die Titel im Branchenvergleich als zu tief bewertet und bestätigte das Rating mit "Übergewichten". Derweil werden von der Bank Vontobel Swatch Group ("Buy") gegenüber Richemont ("Hold") bevorzugt.
Zu Swatch werden Ende Mai an der Generalversammlung Aussagen vom Management zu der Geschäftsentwicklung erwartet.
mk/ps

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