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Zürich (awp) - Die Genussscheine der Roche Holding AG legen am Montag im Morgenhandel unterdurchschnittlich zu. Im frühen Geschäft avancierte der "Bon " noch im Marktdurchschnitt; allerdings geht es für die Titel erstmals seit einer Woche wieder aufwärts. Die etwas höheren Notierungen werden im Handel meist darauf zurückgeführt, das unter den am Wochenende publizierten News die positiven Aspekte überwiegen, wobei insbesondere auf die Verlängerung der Prüfungsfrist für weitere Avastin-Anwendungen bei Brustkrebs durch die US-Gesundheitsbehörde FDA verwiesen wird. Die FDA-Entscheidung sei "delikat", so ein Kommentar.
Die US-Gesundheitsbehörde hat die Prüfungsfrist für die Kombination von Avastin mit weiteren Chemotherapien bei fortgeschrittenem metastasierendem HER2-negativen Brustkrebs um drei Monate bis Mitte Dezember 2010 verlängert. Dabei sollen auch neue, während der Prüfung gelieferte Informationen in den Zulassungsentscheid einbezogen werden. Hingegen hat Roche mit einer Avastin-Chemotherapie-Kombination in der Phase-III-Studie AVANT bei Dickdarmkrebs in einem frühen Stadium den primären Endpunkt verfehlt.
Bis gegen 12.00 Uhr gewinnt der Roche-"Bon" bei durchschnittlichen Umsätzen um 0,9% auf 138,40 CHF. Der SMI legt um 1,1% zu. Novartis steigen um 1,5%.
Nachdem bereits die Ergebnisse der NSABP-C-08-Studie für Avastin negativ ausgefallen waren, überrasche das ebenfalls negative Ergebnis der AVANT-Studie nicht, schreibt beispielsweise Marcel Brand von Cheuvreux in einem Kommentar. So dürfte die Verlängerung der Prüfungsfrist für Avastin bei Brustkrebs das schlechte Abschneiden des Medikamentes bei Dickdarmkrebs im Frühstadium überwiegen. Cheuvreux bewertet die Roche GS mit "2/Outperform" (Kursziel: 205,00 CHF).
Auch für Andrew C. Weiss von der Bank Vontobel ist das Ergebnis der AVANT-Studie keine Überraschung. Die Verlängerung der Prüfungsfrist für Avastin bewertet Weiss als positiv. "Da die FDA der eindeutigen Empfehlung des ODAC vorerst nicht folgt, könnte sie stattdessen die Forderung von Patientengruppen ernst nehmen: Solange es nicht schadet, sollte Avastin weiterhin erhältlich bleiben. Auch habe die FDA keinen politischen Druck, Avastin zur Behandlung von Brustkrebs vom Markt zu nehmen. Überrascht habe zuvor der harte Ton des vorberatenden FDA-Ausschusses, denn Avastin habe durchschnittlich starke und statistisch signifikante Auswirkungen auf das progressionsfreie Überlegen.
Sollte der Avastin-Umsatz aus der Brustkrebsanwendung schliesslich doch nicht wegfallen, würden sich unsere und die Konsensprognosen um 600 Mio CHF pro Jahr erhöhen". Die Bank Vontobel bewertet den Genussschein mit "Buy" (Kursziel: 197 CHF).
Die Verlängerung der Prüfungsfrist bedeute, dass die Unsicherheit bezüglich der wichtigen Indikation Brustkrebs anhalte, unterstreiche aber auch, wie "delikat" die Entscheidung der FDA sei, schreiben Karl-Heinz Koch und Odile Rundquist von Helvea. Die Entscheidung werde wegweisend sein für künftige Zulassungsstandards bei Krebsmedikamenten. Dies könnte starke Auswirkungen auf die Mittelallokation in der Krebsforschung haben und nicht konsistent sein mit der Krebsbekämpfungskampagne von US-Präsident Barack Obama. Es dürfte für die FDA aber schwierig sein, eine negative 12-1-Empfehlung des vorberatenden Ausschusses umzubiegen. Helvea bewertet Roche mit "Accumulate" (Kursziel: 160 CHF).
Die ZKB bewertet die Verlängerung der Prüfungsfrist eher positiv. "In Anbetracht der im Vorfeld von dem FDA-Expertenausschuss mit 12 zu 1 Stimmen gemachten ablehnenden Empfehlung dürfte nun wieder etwas Hoffnung aufkommen", heisst es in einem Kommentar. Insgesamt werden die beiden News als "neutral" betrachtet.
Negativ gibt sich hingegen David Kägi von der Bank Sarasin. Nach der negativen Empfehlung des vorberatenden Ausschusses glaube er weiterhin nicht an eine definitive Zulassung von Avastin bei Brustkrebs. Möglicherweise könne Roche eine Zulassung in Kombination mit Chemotherapien oder für bestimmte Patientengruppen erreichen. Sarasin stuft den "Bon" mit "Buy" ein.
rt/ps

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