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Zürich (awp) - Die Titel von Sonova stehen am Mittwochmorgen bei überdurchschnittlichem Handelsvolumen unter massivem Abgabedruck. Aufgrund des Insiderhandels im Vorfeld einer Gewinnwarnung treten Konzern- und Finanzchef überraschend zurück. Der Verwaltungsratsvorsitzende wird zudem den Vorsitz abgeben aber im Verwaltungsrat verbleiben.
In ersten Analystenkommentaren werden die Rücktritte unterschiedlich bewertet. Die Einen sehen die Demissionen als notwendig an, um die Reputation des Unternehmens wieder herzustellen. Die Anderen sorgen sich um die weitere Unternehmensentwicklung ohne das bisherige Management. Die Aktionäre schlagen sich derweil auf die Seite der Skeptiker.
Die Titel sinken gegen 9.20 Uhr in einem regen Handel um 5,3% auf 88,40 CHF und erholen sich damit bereits wieder vom Tiefstand. In der Eröffnungsphase rutschten die Aktien um mehr als 9% auf 84,50 CHF ab. Bislang wurden 563'000 Titel gehandelt, was fast dem doppelten durchschnittlichen Tagesvolumen entspricht. Der Gesamtmarkt (SPI) rückt derweil um 0,57% vor.
Die Sonova-Führungsspitze ist über Aktienverkäufe im Vorfeld einer Gewinnwarnung gestolpert. Im Vorfeld der Gewinnwarnung von vorletzter Woche hätten es die Verantwortlichen versäumt, innerhalb des Unternehmens rechtzeitig ein Verbot für Börsentransaktionen zu erlassen, hiess es am Mittwoch von Sonova selbst. Ausserdem sei eine mit einer Untersuchung betraute Anwaltskanzlei zum Schluss gekommen, dass die Gewinnwarnung zu spät veröffentlicht worden sei.
Aus Sicht der ZKB ist für das operative Fortkommen des Unternehmens der Wechsel an der Unternehmensspitze nicht gut, da gerade die drei zentralen Schlüsselpersonen gingen. "Gut wäre es, wenn sie zur Unterstützung weiter zur Verfügung stünden", schreibt Analystin Sibylle Bischofberger. Fazit der Expertin: Nicht ganz überraschender, dafür radikaler Managementwechsel, der kurzfristig für das Fortkommen des Unternehmens negativ, aber für das Wiedergewinnen des Vertrauens der Investoren positiv sein dürfte.
Die Bank Vontobel hingegen hält die Veränderungen für einen wichtigen Schritt, damit das Unternehmen seine Glaubwürdigkeit wiederherstellen könne. Offensichtlich fand die mit einer Untersuchung der internen Verfahren im Hinblick auf Geschäfte von Managementkräften beauftragte Anwaltskanzlei, dass die internen Regeln nicht durchgesetzt wurden, so Analystin Carla Bänziger. Es liege kein Beweis vor, dass Rihs von der Gewinnwarnung gewusst habe.
Der Vorfall ist aus Sicht der Privatbank Wegelin ein klarer Vertrauensverlust in den Börsenliebling. Immerhin kämen die Rücktritte rechtzeitig. Diese dürften aus Investorensicht unerlässlich sein, obwohl mit den Rücktritten Führungspersönlichkeiten das Unternehmen verliessen, die über viele Jahre wesentlich zum Erfolg des Hörgeräteherstellers beigetragen hätten.
Die ZKB stuft die Titel gegenwärtig mit "Marktgewichten" ein, Vontobel mit "Hold".
ps/ra

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