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Zürich (awp) - Die Aktien der Zurich Financial Services (ZFS) AG verlieren am Donnerstag in der Eröffnungsphase deutlich nach der vorbörslichen Publikation des Halbjahresausweises. Händler führen die Abgaben vor allem auf die enttäuschende Entwicklung beim Betriebs- und Reingewinn sowie das weiterhin schwierige General-Insurance-Geschäft zurück.
Bis um 10.20 Uhr verlieren ZFS um 2,8% auf 242,80 CHF, notieren jedoch wieder über dem bisherigen Tagestief auf 239,20 CHF. Das Handelsvolumen liegt schon knapp auf dem Niveau eines Tagesdurchschnittes. Zum Vergleich: Der SMI sinkt um 0,1%.
In den bisherigen Kommentaren gehen die Einschätzungen des Halbjahresausweises der ZFS etwas auseinander. Positiv sieht es beispielsweise Michael Klien von Chevreux. Er beurteilt die Halbjahreszahlen als "im Rahmen der Erwartungen". Für Georg Marti von der ZKB ist das Halbjahres-Zahlenset "solid" ausgefallen, "kann die Erwartungen insgesamt aber nur knapp erfüllen".
"Ein eher bescheidenes Zahlenset", heisst es dagegen in einem Kommentar von Stefan Schürmann von der Bank Vontobel und "leicht unter den Erwartungen" bei Andreas Schaefer von der WestLB.
Den Reingewinn und den Betriebsgewinn (BOP) auf Gruppenebene bezeichnet Schürmann von Vontobel im Detail als "unter den Erwartungen". Im Bereich General Insurance sei der BOP "etwas schwächer als erwartet" ausgefallen, weil sich die Belastung aus den Windstürmen in den USA im zweiten Quartal auf 550 Mio USD belaufen hätten, was unerwartet hoch sei, so Schürmann. Weiter seien die Versicherungsprämien für Global Corporate und North America Commercial im zweiten Quartal niedriger ausgefallen, was die Marktstimmung nicht besonders begünstige.
Hingegen habe der BOP im Lebengeschäft die Erwartungen übertroffen. Auch seien die Margen im Neugeschäft viel versprechend und würden die starke Marktstellung des Versicherers bestätigen, so Schürmann von Vontobel weiter. Der BOP von Farmers sei - vorwiegend wegen Belastungen aus den Windstürmen - unter den Erwartungen gelegen.
Insgesamt scheine die Gruppe nach wie vor auf gutem Weg zu sein für eine weitere sehr gute Dividendenzahlung von mindestens 16 CHF je Aktie für das laufende Gechäftsjahr. Ausserdem dürfte eine Konjunkturerholung in den USA sehr von Vorteil für ZFS sein - auch in Bezug auf die Versicherungsprämien. Vontobel bleibt daher bei der "Buy"-Empfehlung; das Kursziel von 300 CHF je Aktie soll angepasst werden.
Für Marti von der ZKB hat die ZFS insbesondere beim BOP und der Combined Ratio enttäuscht. Deutlich über den Erwartungen liege hingegen die Entwicklung im Lebengeschäft. Auch hebt Marti die weiterhin gute Entwicklung im Neugeschäft hervor. Farmers entwickle sich wie erwartet. "Sehr positiv" zeige sich weiterhin die Bilanzsituation, insbesondere die Solvenzrate.
Alle ZFS-Bereiche hätten die Erwartungen leicht unterschritten, urteilt Andreas Schaefer von der WestLB, obwohl keine markante Underperformance festzustellen sei. Auch habe die Entwicklung des Eigenkapitals nicht positiv überrascht. Vor diesem Hintergrund bestätigt Schaefer die Einstufung der ZFS-Titel mit "Neutral".
Für Klien von Chevreux hebt die im zweiten Quartal bessere Entwicklung der Combined Ratio im General-Insurance-Geschäft hervor. Allerdings hätte die Auflösung von Reserven von 313 Mio USD für das zweite Quartal bzw. von 505 Mio USD im ersten Halbjahr hier geholfen. Hingegen habe die ZFS mit dem Prämienvolumen in diesem Bereich weiterhin Mühe. So sei North American Commercial weiterhin unter Druck, wähernd in vielen anderen Sparten Prämienerhöhungen durchgesetzt worden seien.
Chevreux beurteilt die Bewertung der ZFS-Titel als attraktiv. Stützend wirke die Dividendenrendite von über 6%. Das Institut bewertet die Aktie mit "2/Outperform" (6-Mte.-Kursziel: 310 CHF); die Titel finden sich auch auf der "Sector Top Picks"-Liste des Instituts.
rt/cf

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